Architekturnews

Pressemitteilung vom 24.06.2020

Tag der Architektur 2020

Fahrradkarte und Online-Angebot

Der bundesweite Tag der Architektur ist in Wolfsburg fester Bestandteil des Baukulturkalenders. Jedes Jahr machen sich am letzten Sonntag im Juni hunderte Interessierte auf, um sich von Architekturschaffenden die interessantesten neuen Projekte in Wolfsburgs Architekturlandschaft vorstellen zu lassen. In diesem Jahr werden die persönlichen Führungen und Gespräche aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. Darum hat das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg eine Radtour entlang der ausgewählten Objekte entwickelt, die für Architekturinteressierte als Onlineangebot kostenlos zur Verfügung steht.

Mithilfe einer interaktiven Karte können neun Stationen individuell erkundet und gleichzeitig eine Tour durch das grüne Wolfsburg genossen werden. Unter www.wolfsburg.de/tagderarchitektur finden sich ab Freitag, 26. Juni, sowohl Informationen zu den ausgewählten Projekten, als auch die Streckenführung der etwa 40 Kilometer langen Radtour als Karte. Die Route ist als Rundweg angelegt, so dass Start- und Endpunkt individuell gewählt werden können. Vorgestellt werden die vier Projekte die von der Architektenkammer Niedersachsen für den diesjährigen Tag der Architektur ausgewählt wurden. Sie werden ergänzt durch andere aktuelle Architektur-Tipps.

Zu den ausgewählten Projekten des Tags der Architektur 2020 zählt die Grundschule Wendschott, für die das Wolfsburger Büro Koller Heitmann Schütz in Holztafelbauweise einen Erweiterungsbau für Unterrichtsräume, Mensa und Verwaltung errichtet hat. Der Geschäftsbereich Grün der Stadt Wolfsburg hat im Rahmen der Neuordnung des Schulhofs den neuen Sandspielbereich mit multifunktional bespielbaren Überseecontainer gestaltet.

Ebenfalls ausgewählt wurde die Neugestaltung der Freianlagen am Schulzentrum Fallersleben durch das Atelier Loidl Landschaftsarchitekten aus Berlin. Angestrebt wurde hier ein Zusammenspiel von Innen- und Außenräumen als übergreifender Lernort. So wurden "Grüne Klassenzimmer" mit Bezug zu den einzelnen Fachbereichen angelegt, beispielsweise Biotop- und Wissenschaftsbereich für die Naturwissenschaften oder ein Lesegarten vor der Bibliothek.

Daneben gehören auch zwei Wohnungsbauprojekt zur Auswahl. Vorgestellt wird zum einen das Projekt Wellekamp-Park, das Stauth Architekten aus Braunschweig für Volkwagen Immobilien geplant haben. Die denkmalgeschützten Wohnungsbauten der 1950er Jahre wurden durch fünf neue Baukörper mit 56 Zwei- bis Dreizimmerwohnungen und 60 möblierten Apartments ergänzt. Die Qualität der bestehenden Grünstruktur im Zentrum der Anlage sollte dabei erhalten und weiterentwickelt werden.

Das zweite Wohnungsbauprojekt der Auswahl ist das neue Stadtquartier Steimker Gärten, das aktuell von Volkswagen Immobilien entwickelt wird. Für den städtebaulichen Entwurf zeichnet das Braunschweiger Büro Brederlau Holik verantwortlich, für die Freiraumgestaltung Ramboll Studio Dreiseitl aus Überlingen. Auf einer Fläche von 22 Hektar entstehen hier rund 1.250 neue Mietwohnungen und Eigenheime.

Die besondere Lage auf einer Anhöhe im südöstlichen Teil der Stadt erlaubt einen weiten Blick in die Umgebung, beispielsweise in Richtung Bruchwiesen. "Grüne Korridore" gliedern zukünftig das neue Quartier und schaffen eine Verbindung zur umgebenden Landschaft.
Neben den Projekten des Tags der Architektur führt die Tour noch zu fünf weiteren Projekten der jüngeren Zeit. Darunter die Baustelle des Berliner Hauses oder in die Hellwinkel Terrassen.

"Mit diesem Angebot haben wir ein Format gefunden, das es trotz der derzeitigen Lage ermöglicht, Wolfsburgs aktuelle Architekturentwicklung vor Ort kennenzulernen. Denn Angebote, die ausschließlich digital stattfinden, können nach meiner Überzeugung das reale Erleben nicht ganz ersetzen", unterstreicht Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. Esther Orant vom Forum Architektur erklärt: "Ich wäre gerne mit den Architekturinteressierten persönlich zu den Projekten gefahren, nachdem die Tour im letzten Jahr bereits wegen der großen Hitze ausfallen musste. Aber eine interaktive Fahrradkarte bietet hoffentlich eine gute Alternative, die auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden kann."


Pressemitteilung vom 24.01.2020

Wohnen im Hochhaus gestern, heute und morgen

Ausstellungseröffnung und Lesung mit Götz van Ooyen

Nachdem in Wolfsburg seit Jahrzehnten keine Wohnhochhäuser mehr gebaut wurden, sind heute gleich vier Projekte in der Umsetzung. Dies ist Anlass für die Ausstellung des Baudezernats, koordiniert durch das Forum Architektur, die vom 12. Februar bis zum 27. März in der Bürgerhalle des Rathauses gezeigt wird. Zur Eröffnung am Dienstag, 11. Februar, 18:00 Uhr sollen aber nicht nur planerische Aspekte zur Sprache gebracht werden. Nach einer Einführung durch Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide liest der Schauspieler Götz van Ooyen aus verschiedenen Texten, die das Leben im Hochhaus aus ganz unterschiedlichen subjektiven Blickwinkeln darstellen.

Für Stadtplaner und Architekten ist das Wohnhochhaus eine Möglichkeit viel Wohnraum auf wenig Fläche unterzubringen, eine konstruktive und gestalterische Herausforderung oder ein Hochpunkt in der Stadtsilhouette. Für Bürger und Bewohner der Häuser und Städte ist der Blick auf das Hochhaus oftmals emotionaler, persönlicher. Es ist zu Hause, soziales Mit- oder auch Gegeneinander, Schandfleck oder Wahrzeichen. Diese subjektiven Wahrnehmungen sind Thema der Lesung. Der Schauspieler Götz van Ooyen gehört zum Ensemble des Braunschweiger Staatstheaters. Er liest unter anderem aus dem Roman „Raumpatrouille“ von Matthias Brand.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit der Entwicklung der Stahlbauweise und der von Le Corbusier geprägten Idee des Wohnhauses als flächenschonende „vertikale Stadt“ die Grundlage geschaffen für das Hochhaus als eine charakteristische Wohnform der Nachkriegsjahrzehnte. Auf der einen Seite als funktional-wirtschaftliche Ideallösung propagiert und auf der anderen als anonymes Massenwohnen kritisiert, schwankt die Wahrnehmung noch heute zwischen Ablehnung und Wertschätzung als angemessene Wohnform.

Die Ausstellung betrachtet 14 ausgesuchte Wolfsburger Wohnhochhäuser unter Aspekten wie Konstruktion, Grundrisse oder Außenraumgestaltung. Gezeigt werden Beispiele, die noch heute als Zeugnis ihrer Entstehungszeit in den 1960er Jahren bestehen, sich teilweise verändert oder auch bewährt haben. Daneben werden aktuelle Planungen und konzepte präsentiert, die gegenwärtig in Detmerode und im neuen Stadtquartier Hellwinkel Terrassen entstehen. „Wohnhochhäuser bereichern den Wohnungsmarkt um Angebote für eine zusätzliche Zielgruppen und setzen an ausgewählten Standorten städtebauliche Akzente“, sagt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter der Servicenummer 115 oder unter forum.architektur@stadt.wolfsburg.de.

Im Begleitprogramm wird im Rahmen eines „Architekturdialogs Wohnen“ über das Thema diskutiert werden, mehrere Hausbesuche laden zum Erkunden an Ort und Stelle ein. Weitere Informationen...


Pressemitteilung vom 20.11.2019

Erste Studentengruppen arbeiten vor Ort

Wolfsburg Award for urban vision wird in 2020 wieder ausgelobt

Alle zwei Jahre lobt die Stadt Wolfsburg ihren internationalen Studentenwettbewerb aus, den Wolfsburg Award for urban vision. Studierende aus den Fachgebieten Städtebau und Stadtplanung, Architektur, Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung, Denkmalpflege sowie Freie Kunst sind eingeladen, Visionen für das Wolfsburg von morgen und übermorgen zu entwickeln. Der Wettbewerb hat sich nach zwölf Jahren bei den Hochschulen etabliert. Das zeigt sich auch daran, dass schon jetzt die ersten Studierenden vor Ort in Wolfsburg mit ihrer Arbeit begonnen haben.

Bereits Ende Oktober hat die erste Gruppe aus der Region ihr Projektbüro bezogen und will nun während des Semesters regelmäßig nach Wolfsburg kommen, um mit analogen und digitalen Methoden die Stadt zu erforschen und Entwürfe zu erstellen. Die zweite Gruppe kam Anfang November aus Belgien in die Stadt. Im Rahmen eines deutschen Themenjahres an ihrer Universität waren die Studierenden aufgefordert, sich mit einer deutschen Stadt auseinanderzusetzen. Die Wahl fiel auf Wolfsburg.

Betreut werden das Wettbewerbsverfahren und die Studentengruppen vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg. Die offizielle Auslobung des Preises erfolgt Ende des Jahres. Abgabeschluss wird am 17. August 2020 sein. Bis dahin rechnet Nicole Froberg, Leiterin des Forum Architektur, noch mit vielen weiteren Hochschulgruppen und Einzelteilnehmern. "Der Preis bündelt das große Interesse der Hochschulen, sich im Rahmen von Seminaren oder Masterarbeiten mit Wolfsburg auseinanderzusetzen", weiß Froberg.

Als eine der wenigen Stadtneugründungen des 20. Jahrhunderts hat Wolfsburg Städteplanern und Architekten die einzigartige Möglichkeit geboten, die Ideale der Nachkriegsmoderne nahezu mustergültige umzusetzen. Dies und die enge Verflechtung mit dem Volkswagenwerk bieten für die jungen Planer noch immer interessante Bedingungen. "Gerade heute entwickeln sich daraus für die Stadt Wolfsburg höchst spannende neue Herausforderungen, wie die Frage nach einer neuen Mobilität oder das künftige Zusammenspiel von Werk und Stadt am Nordkopf", erläutert Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

Der Preis fördert die Auseinandersetzung mit der besonderen Geschichte und Qualität der Stadt, die Analyse von Potentialen und die Entwicklung von visionären Ideen, die Denkanstöße für künftige Entwicklungen geben können – unabhängig vom aktuell tatsächlich machbaren.

"Bei dieser Aufgabenstellung wäre die Vorgabe eines speziellen Planungsareals eher hinderlich", sagt Esther Orant vom Forum Architektur. In den vergangenen Jahren sind auf diese Weise Entwürfe für ein utopisches Forschungshochhaus, ein Museum auf dem Klieversberg oder einen Wohn- und Freizeithafen am Mittellandkanal entstanden.

Die Nominierungen und Auszeichnungen werden im Rahmen eines Festaktes im November 2020 bekannt gegeben und in einer Ausstellung sowie in einer Dokumentation veröffentlicht. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 5.000 Euro. Die Ausschreibungsunterlagen können ab Dezember kostenlos angefordert werden unter wolfsburgaward@stadt.wolfsburg.de oder stehen zum Download im Internet, www.wolfsburg.de/architektur/wolfsburgaward.


Pressemitteilung vom 05.11.2019

Bekanntes, Verborgenes und Vergessenes

Ausstellung zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum im Rathaus

Vom 14. November bis zum 12. Dezember holt das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg die Ausstellung "Bekanntes, Verborgenes und Vergessenes" der Laves-Stiftung zum 100-jährigen Jubiläum der Bauhaus-Gründung in die Bürgerhallte des Rathauses nach Wolfsburg. Vorgestellt werden 19 Bauwerke der letzten hundert Jahre in Niedersachsen, die ohne das Bauhaus nicht denkbar gewesen wären. Zur Eröffnung am Mittwoch, 13. November, um 18 Uhr sprechen Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide sowie Wolfgang Schneider Vorsitzender der Lavesstiftung und Ehrenpräsident der Architektenkammer Niedersachsen. Im anschließenden Einführungsvortrag "Bewegungs-Muster" widmet sich Professor Dr. Karin Wilhelm, emeritierte Professorin für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (TU Braunschweig) dem Werk der 1997 verstorbenen Architektin Lucy Hillebrand, die mit einem in den 1950er Jahren in Göttingen entstandenen Wohnhaus in der Ausstellung vertreten ist.

Idee der Ausstellung ist es, die Zukunftsfähigkeit der Bauhaus-Gedanken unter Beweis zu stellen. Die Ausstellung will das öffentliche Bewusstsein dafür schärfen, dass Bauhaus kein Stil ist, sondern der Anspruch, die Grenzen zwischen Handwerk, Technik, Kunst und Industrie zu überwinden und architektonische Form und Funktion einander näher zu bringen. In einer Gegenüberstellung von historischem und aktuellem Bild- sowie Textmaterial werden weniger bekannte oder in Vergessenheit geratene Bauten ebenso gezeigt wie Architektur-Ikonen. Zu diesen zählen das ab 1911 errichtete Fagus-Werk in Alfeld, das Direktorenwohnhaus von Otto Haesler und Katt Both in Celle oder der 1929 bis 1930 von Henry van de Velde geplante Heinemanhof in Hannover. Wolfsburg ist mit der 1961 bis 1968 entstandenen Trabantenstadt Detmerode vertreten.

In die Ausstellung werden zudem die Ergebnisse einer Befragung aller Mitglieder der Architektenkammer Niedersachsen einbezogen, die verdeutlichen, welche Einflüsse das Bauhaus auch heute noch auf die Arbeit von Architektinnen und Architekten hat.


Pressemitteilung vom 21.08.2019

Vom Mittelalter in die Moderne

Vier Baudenkmale öffnen zum Tag des offenen Denkmals ihre Türen

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September bietet der Tag des offenen Denkmals die Möglichkeit, kostenlos ganz unterschiedliche Denkmale zu besichtigen, deren Türen sonst oftmals verschlossen sind. Rund 8.000 Denkmale in 2.600 Kommunen beteiligen sich am 8. September bundesweit an dem Aktionstag, der seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird. In Wolfsburg sind in diesem Jahr gleich vier Baudenkmale dabei. Die St.-Adrian-Kirche in Heiligendorf, die St.-Nicolai-Kirche in Hattorf, die Stephanuskirche in Detmerode und der Billen-Pavillon an der Berliner Brücke. Der Tag des offenen Denkmals ist Teil der European Heritage Days, an denen sich inzwischen alle Staaten Europas beteiligen.

Im Bauhaus-Jahr 2019 steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto: "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur." Umbrüche und moderne Erneuerungen gab es jedoch nicht nur in der Moderne des 20. Jahrhunderts, sondern während der gesamten Architekturgeschichte. So reicht beispielsweise die Geschichte der St.-Adrian-Kirche in Heiligendorf vermutlich bis in das zwölfte Jahrhundert zurück, das heutige Erscheinungsbild verdankt sich jedoch der Zeit um 1700. Sichtbar werden diese verschiedenen Zeitschichten an dem mächtigen Kirchturm, der 1817 eine elegant geschwungene barocke Haube erhielt. Zum Tag des offenen Denkmals ist die St.-Adrian-Kirche von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen finden nach Bedarf statt.

Der schlichte Rechteckbau aus Bruchstein und Findlingen der romanische St.-Nicolai-Kirche in Hattorf entstand etwa um 1300. Im Inneren ist der Bau mit Kunstwerken aus unterschiedlichen Epochen ausgestattet. Bemerkenswert sind vor allem die ornamentale Ausmalung im Chor und die hölzernen Epitaphien mit seltenen Motiven aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Geöffnet hat die St.-Nicolai-Kirche von 11 bis 17 Uhr. Auch hier werden Führungen nach Bedarf angeboten.

Für ein Umdenken in der Gestaltung von Kirchenbauten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht die Detmeroder Stephanuskirche des finnischen Architekten Alvar Aalto. Die 1968 geweihte Kirche ist kein eigenständiger Bau, sondern unmittelbar verbunden mit den Räumen des Gemeindezentrums. Der helle Kirchenraum ist flexibel nutzbar sowohl für Gottesdienste, als auch für andere Aspekte des Gemeindelebens. Eine Besichtigung ist von 10 bis 13 Uhr vor und nach dem 11 Uhr-Gottesdienst möglich. Präsentiert werden hier eine Ausstellung der Aktivitäten der Gemeinde und ein Modell des Turms.

Von 11 bis 17 Uhr lässt sich überdies der Billen-Pavillon am Maybachweg besichtigen. Der ehemalige Firmensitz des Unternehmens Naturstein Billen wurde 1959 vom Wolfsburger Architekten Rudolf Richard Gerdes erbaut. Ein wichtiges Vorbild war der berühmte Barcelona-Pavillon des letzten Bauhaus-Direktors Ludwig Mies van der Rohe von 1929. Von 11 bis 16 Uhr finden zu jeder vollen Stunde Führungen mit den Experten der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg statt, ab 13 Uhr jeweils im Dialog mit den externen Gutachtern Markus Loschinsky vom Büro Dr. Krekeler Architekten (Braunschweig) und Hermann Baars, Martens+Puller Ingenieurgesellschaft (Braunschweig). Ein Sommercafé vor dem Gebäude mit Live-Musik lädt hier zum Verweilen ein.


Pressemitteilung vom 08.08.2019

Kultursommer im Billen-Pavillon

Programm für Veranstaltungswochen steht fest

Ausstellungen, Musik, Führungen und Gespräche, Kunstaktionen und ein Sommercafe, der Kultursommer im Billen-Pavillon in Wolfsburg vom 18. August bis 8. September soll viele Gelegenheiten bieten, sich über das Baudenkmal zu informieren, die Räume in kreativer Nutzung zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen. Jetzt steht das gesamte Programm fest. Offiziell eröffnet wird der Kultursommer im Billen-Pavillon am Sonntag, 18. August, um 15 Uhr durch Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide und Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger.

Geöffnet ist das Gebäude jeweils donnerstags von 16 bis 22 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Das Institut Heidersberger zeigt in der ehemaligen Bildhauerei die Ausstellung STEIN-REICH mit Aufnahmen des Pavillons von Heinrich Heidersberger aus den frühen 1960er Jahren, die zum Teil noch unveröffentlicht sind. Hinzu kommt ein Rundgang der Unteren Denkmalschutzbehörde mit Informationen zur Architektur und Geschichte des Gebäudes.

Die erste Veranstaltung am Donnerstag, 22. August, um 17 Uhr steht dann unter dem Motto "Material". Anita Placenti-Grau vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation spricht in einer geführten Begehung der Räume mit dem Steinmetzen Friedrich Aly und Reinhold Baxmann (Hildesheim) und anderen ehemaligen Billen-Mitarbeitern als Zeitzeugen über Material, Handwerk und die Arbeit der Steinmetze und Steinbildhauer im Natursteinwerk. Auch das Kunstwerk neben dem Gebäude wird thematisiert.

Alles um Kunst und Kreativität dreht sich am Sonntag, 25. August. Um 11 Uhr bieten die Kreativwerkstätten im Kulturwerk der Stadt Wolfsburg eine Kunstaktion für Kinder an. Ausgangspunkt ist die Ausstellung "Kollektive Kreaturen. Ein monströses Kunstprojekt", die von den Kreativwerkstätten in den ehemaligen Büroräumen gezeigt wird. Am Nachmittag lädt der Kunstverein Wolfsburg um 15 Uhr zu einem Künstlergespräch ein. Leiter Dr. Justin Hoffmann spricht mit den Künstlern Folke Köbberling und Bernd Schulz über ihre Installationen am und im Billen-Pavillon.

Köbberling, die an der Technischen Hochschule Braunschweig das Institut für Architekturbezogene Kunst leitet, hat für das Gebäude die Installation "Low Tec Isolation" entwickelt. Diese wird an der westlichen Außenwand in Richtung Berliner Brücke entstehen, die ursprüngliche eine Innenwand war und nach Abriss der Werkhallen von außen sichtbar ist. Der Wolfsburger Lichtkünstler Bernd Schulz lässt durch die Projektionen seiner Installation "InsideOut" die nicht zugängliche nördliche Werkhalle von außen erlebbar werden.

Um die in Wolfsburg und Niedersachsen einmalige Architektur des Pavillongebäudes geht es am Donnerstag, 29. August, um 17 Uhr. An diesem Tag ist die Veranstaltungsreihe "Achtung modern - Architektur zwischen 1960 und 1980" der Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Braunschweigischen Landschaft im Billen-Pavillon zu Gast.

Dr. Jan Lubitz, Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, und Professor Berthold Burkhardt, der 2014 das erste Gutachten für das Pavillongebäude erstellt hat, geben Impulse. Erläutert werden das architektonische Konzept und seine Vorbilder, wie Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon und die Architekturlehre der Braunschweiger Schule.

Architektur und Kunst sind auch die Themen am Sonntag, 1. September. Um 11 Uhr lädt das Institut Heidersberger zur Matinee. Gesprächsgast ist Harald Müller vom Büro David Chipperfield Architects (Berlin) das aktuell die Sanierung von Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie in Berlin durchführt. Hinzu kommt die Fotografin Jana Müller vom Archiv Elzel/Müller (ebenfalls Berlin), die in ihren Arbeiten das Verschwinden bedrohter Orte dokumentiert. Moderiert wird das Gespräch von Sebastian Frenzel, Redakteur der Kunstzeitschrift Monopol.

Unter der Überschrift "Geschichte" findet am Donnerstag, 5. September, um 17 Uhr ein zweites Zeitzeugengespräch statt zum Thema "Wolfsburg und das Unternehmen Naturstein Billen". Florian Billen, Sohn des Unternehmensgründers Hans Billen, Günther Graf von der Schulenburg und andere sprechen mit Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger über die eng verknüpfte Firmen- und Stadtgeschichte. Im Anschluss gibt es um 20 Uhr Musik. Schüler der Musikschule Wolfsburg bringen in einem kleinen Konzert die Räume zum Klingen.

Den Abschluss des Programms bildet am Sonntag, 8. September, der Tag des offenen Denkmals. Ab 11 Uhr finden zu jeder vollen Stunden Expertenführungen mit den Fachleuten der Unteren Denkmalschutzbehörde statt, ab 13 Uhr jeweils im Dialog mit den externen Gutachtern Markus Loschinsky, Büro Dr. Krekeler Architekten (Braunschweig) beziehungsweise Hermann Baars, Martens+Puller Ingenieurgesellschaft (Braunschweig). Im Mittelpunkt stehen hier Fragen und Informationen zur denkmalgeschützten Architektur und Herausforderungen einer Ertüchtigung des Gebäudes.

Mit den Veranstaltungen wollen die Initiatoren Bernd Rodrian und Ali Altschaffel unterstützt durch die Untere Denkmalschutzbehörde und das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg auf das Potential des Gebäudes aufmerksam machen und Ideen für mögliche künftige Nutzungen ausprobieren. Unabhängig von den Veranstaltungen können während der Öffnungszeiten die Räume und Ausstellungen besichtigt werden. Das Sommercafe vor dem Pavillon lädt ein zum "Chillen bei Billen" mit Live-Musik, verschiedenen DJ’s und Musik aus der Konserve.


Pressemitteilung vom 19.07.2019

Visualisierung Billen-Pavillon; Sabine Schneider/Forum Architektur

Billen-Pavillon 2019

Aktionswochen machen das Baudenkmal zugänglich für Kreative und Architekturinteressierte

60 Jahre alt wird das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Naturstein Billen in diesen Tagen, seit 2012 steht das besondere Gebäude am Wolfsburger Maybachweg unter Denkmalschutz und wartet auf eine neue Nutzung. In seiner Architektur für Wolfsburg und Niedersachsen einmalig, strahlt der flache filigrane einstöckige Bau aus dem Jahr 1959 durch seine großen Glasflächen Offenheit und Transparenz aus. Ein begrüntes Atrium lässt Luft und Licht in die innenliegenden Räume. Ein Vergleich mit dem Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe drängt sich auf. In drei Aktionswochen – unter anderem mit Foto-Ausstellungen, Gesprächen mit Zeitzeugen und Architekturexperten, Kunstaktionen, einem Familientag und einem Sommercafé – wird der Billen-Pavillon vom 18. August bis 8. September öffentlich zugänglich gemacht. Alle Interessierten haben so die Möglichkeit, die wiederentdeckte Architektur-Ikone in kreativer Nutzung zu erleben.
 
Billen und Bauhaus
Der Billen-Pavillon und das Unternehmen Naturstein-Billen stehen für die Aufbaugeschichte der jungen Stadt in den Nachkriegsjahren. Und im Jahr des 100jährigen Jubiläums des Bauhauses sind gerade hier die Bezüge der wegweisenden Architekturschule offensichtlich. Im Vorfeld der Gebäudeplanung war es 1955 zu einer folgenreichen Begegnung des Wolfsburger Unternehmers Johann Tilmann Billen mit dem Architekten und ehemaligen Direktor des Bauhauses Ludwig Mies van der Rohe in Chicago gekommen. Als Billen 1959 beim Wolfsburger Architekten Rudolf Richard Gerdes einen neuen Verwaltungsbau in Auftrag gab, nahm dieser unverkennbar Anleihen an Mies van der Rohes Barcelona Pavillon, den dieser 1929 für die Weltausstellung entwarf und der als die Ikone der Moderne gilt.
 
Geöffnet zum Sehen und Verstehen
Um das Potential der Räume zu zeigen, werden sie an insgesamt sieben Tagen geöffnet sein. Ausstellungen und Führungen, Zeitzeugengespräche, ein Familiennachmittag und mehrere Kunstprojekte, Diskussionen, Kurzvorträge und Konzerte bieten ein buntes Programm mit vielen Förderern, Helfern und Beteiligten (siehe Anhang). Ein Sommercafé vor dem Gebäude lädt bei Musik und kühlen Getränken zum Chillen bei Billen ein. Geöffnet ist jeweils am Donnerstag von 16 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Die Eröffnung ist für Sonntag, 18. August um 15 Uhr vorgesehen. Den Abschluss macht der "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 8. September.
Zu den Initiatoren zählen Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger und Ali Altschaffel, Künstler und Fotograf in Wolfsburg. Sie werden unterstützt vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg und der Unteren Denkmalschutzbehörde.
 
Um was geht es? 
Es geht darum, die Kultur- und Kunstszene in Wolfsburg zu fördern, neue Orte zu entdecken, das baukulturelle Erbe der Stadt lebendig zu halten und den Austausch der kreativen Szene strukturell zu unterstützen. "Auch oder gerade nicht perfekte Orte können inspirierend sein", unterstreicht Bernd Rodrian, "auch wenn vielleicht nur eine temporäre Nutzung im Sommer möglich ist." Ziel ist es, eine solche kreative Nutzung mit vielen Akteuren für drei Wochen zu testen. Vieles ist improvisiert und wird mit einem Mini-Budget realisiert. "Das ist untypisch für Wolfsburg", findet Rodrian. Doch die Aktion ist an vielen Stellen in Wolfsburg auf offene Ohren gestoßen und hat schon im Vorfeld große Unterstützung.
"Wir wollen zeigen, dass dieses Bauwerk ein spannender Teil unserer Wolfsburger Geschichte ist und dies auch weiter sein kann", ergänzt Ali Altschaffel. Eine gemischte Nutzung aus Kreativwirtschaft, Kunst und Bildung wäre sicher auch im Sinne von Johann Tillmann Billen (1923-2018), der stets bildende Künstler förderte und unterstützte. "Ohne langfristige Nutzungsperspektive werden nur Sicherungsmaßnahmen möglich sein", so Friederike Hansen von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Wünschenswert wäre es langfristig, diesen Ort in einen lebendigen Standort mit kleinen Büros und Ateliers für Künstler und Kreativschaffende oder Lehr- und Bildungseinrichtungen zu überführen. Ergänzen und öffnen könnte man diesen Ort durch ein kleines selbstverwaltetes Café im Foyer, das sich für die Anrainer des Areals als ein Treffpunkt zum Austausch etablieren könnte. Die Priorität soll in der Erhaltung der Aura des Ortes liegen, was zunächst auch mit einfachen Mitteln realisiert werden kann. "Wir können diese Möglichkeiten nur andeuten", sagt Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg. "Aber mit etwas Phantasie lässt sich vielleicht erspüren, was hier tatsächlich möglich ist. Zumindest sollte man die Chance nutzen und vorbeikommen, wenn man mitreden will."

Weitere Informationen in Kürze unter: www.billen-pavillon.de

Grafik: Sabine Schneider/Forum Architektur


Pressemitteilung vom 18.06.2019

Bauhaus‐Ausstellung kommt in die Bürgerhalle

Zum 100-jährigen Jubiläum der berühmten Architekturschule

"Auf dem Weg zum Bauhaus – Das Erwachen der Moderne in Niedersachsen" titelt eine Ausstellung, die das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Bauhaus‐Gründung zusammengestellt hat. In Zusammenarbeit mit dem Forum Architektur der Stadt Wolfsburg macht sie vom 26. Juni bis 10. Juli Station in der Bürgerhalle des Rathauses, Porschestraße 49 in Wolfsburg. "Auch wenn Wolfsburg selbst zu dieser Zeit noch nicht einmal gedacht und geplant wurde, lohnt sich ein Blick. Denn ohne diese Vorbilder wäre vieles, was in Wolfsburg ab 1945 entstanden ist, in seiner Architektur nicht denkbar", unterstreicht Nicole Froberg, Leiterin des Forum Architektur der Stadt. Zur Eröffnung am Mittwoch, 26. Juni, um 16 Uhr ist ein öffentlicher Rundgang mit den Kuratoren der Ausstellung vorgesehen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Vorläufer und das kulturelle Umfeld des Bauhauses. Ziel ist es, einen Blick auf dessen Innovationskraft zu richten, aber auch auf Wegbereiter der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts. Bereits 1911, acht Jahre vor der Gründung des Bauhauses in Jena, hat der Architekt Walter Gropius mit dem Fagus‐Werk im niedersächsischen Alfeld die weltweit erste Inkunabel der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts geschaffen. Deswegen hat die Unesco den Gebäude‐Komplex 2011 zum Weltkulturerbe erhoben. Gestalterisch ist die dort entworfene Architektur der Vorläufer des ab 1924 ebenfalls von Gropius errichteten Bauhausgebäudes in Dessau.

Das Anliegen der Ausstellung ist es, die Unterschiede zwischen dem Fagus‐Werk auf der einen Seite und den zeitgleichen Stilarchitekturen auf der anderen Seite zu zeigen. Denn die herkömmliche Architektur stellt die Welt dar, aus der Gropius mit seinen Entwürfen ausgebrochen ist, um etwas Innovatives, etwas radikal Neues zu schaffen. Die überragende innovative Leistung von Gropius vor dem Ersten Weltkrieg lässt sich nachvollziehen, wenn das Fagus‐Werk mit der historistischen Architektur vor 1914 verglichen wird.

Darüber hinaus wird mit der Ausstellung gezeigt, dass damals viele Architekten von Rang und Namen in Niedersachsen tätig waren. Zu ihnen gehörten beispielsweise Peter Behrens, Paul Bonatz, Otto Haesler, Fritz Höger oder Bruno Taut - außergewöhnliche Persönlichkeiten neben vielen weiteren nennenswerten Figuren der Architekturgeschichte Deutschlands. Sie hinterließen aufsehenerregende Gebäude, die heute noch einen hohen Stellenwert besitzen.

Nach den Stationen in Hannover und Wolfsburg ist die Ausstellung in Osnabrück (Stadthaus, 11. Juli bis 1. August), Bad Pyrmont (Museum im Schloss, 8. August bis 4. September), Celle (Rathaus, 9. September bis 6. Oktober), Alfeld (Fagus-Werk, 10. Oktober bis 14. November), Braunschweig (Technische Universität, 18. bis 29. November) und Oldenburg (Jade-Hochschule, 2. Dezember bis 31. Januar 2020) zu sehen.


Pressemitteilung vom 04.06.2019

Wellenbrechende Dämme im künstlichen Meer

Beim Tag der Architektur Wolfsburg gibt es viel zu sehen

Am letzten Sonntag im Juni ist es wieder so weit: In ganz Niedersachsen und Bremen öffnen zum Tag der Architektur am 30. Juni frisch fertig gestellte Bauprojekte für die interessierte Öffentlichkeit ihre Türen. Die Architekten und Landschaftsarchitekten stellen ihre Projekte in Führungen vor. Der Veranstalter, die Architektenkammer Niedersachsen, hat in Wolfsburg sieben Projekte für das Event ausgewählt. Spannend ist in diesem Jahr das breite Spektrum von Schule und Schulhof über Kita und Wohnungsbau bis hin zum Klinikgebäude. Der Tag der Architektur bietet so eine gute Gelegenheit sich einen breiten Überblick über die vielfältige Bautätigkeit in Wolfsburg zu verschaffen. „Dass wieder so viele Bauten vom Auswahlgremium der Architektenkammer in Wolfsburg ausgewählt wurde, spiegelt nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität der Bautätigkeit in unserer Stadt. Damit ist Wolfsburg in Niedersachsen wieder neben Hannover führend“, sagt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

Eine der besonders wichtigen Bauaufgaben war in Wolfsburg in den letzten Jahren der Bildungsbau. Die rege Bautätigkeit auf diesem Gebiet spiegelt sich auch in den Projekten, die für den Tag der Architektur ausgewählt wurden. Von zentraler Bedeutung ist insbesondere die Schaffung neuer Kita-Plätze. Das Paulus Kinder- und Familienzentrum von Dohle+Lohse Architekten aus Braunschweig ist der bisher größte Kita-Neubau in Wolfsburg. Hier sind Räume und Freiflächen für rund 140 Kinder in zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen sowie Veranstaltungsräume für das Familienzentrum entstanden. Eine Besonderheit ist die unmittelbare Nachbarschaft zur denkmalgeschützten Pauluskirche. Der Bau ist gegenüber der Kirche als eigenständiger Baukörper konzipiert, nimmt sich jedoch durch den Standort auf dem Grundstück und die Eingeschossigkeit gegenüber dem Baudenkmal zurück. Durch das Gefälle des Geländes ist zudem ein spannendes Zusammenspiel von Gebäude und Außenanlagen entstanden.

Neben dem KiTa-Bau ist die Erweiterung und Ertüchtigung von Schulgebäuden eine zentrale Bauaufgabe. In Fallersleben wird das Büro bof Architekten aus Hamburg die Erweiterung des Schulzentrums vorstellen. Die Architekten standen hier vor der Aufgabe, das bestehende Ensemble aus verschiedenartigen Gebäuden um weitere Bauten für Mensa, Ganztagesbetrieb, Bibliothek und andere Funktionen zu ergänzen. Die neuen auffällig grünen und organisch geschwungenen Baukörper setzen ganz bewusst einen Kontrast zu den kubischen Bestandsbauten. An verschiedenen Verbindungs- und Gelenkpunkten schaffen sie Übergänge und binden die bisher lose Gebäudegruppe zu einer geschlossenen Anlage zusammen. Im Innern sind neue offene und helle Räume mit raumhohen Fenstern und Holzelementen entstanden.

Im Bereich der Bildungsbauten spielt neben den Gebäuden selbst auch die Gestaltung der Freiräume eine wichtige Rolle. Ein besonders sehenswertes Projekt hat das Berliner Büro Pro Garten auf dem Hof der Regenbogenschule in Westhagen umgesetzt. Die zwei auf unterschiedlichen Höhenniveaus liegenden Pausenhofflächen wurden durch eine bespielbare wellenförmige Hanganlage verbunden. Durch die leuchtend blaue Farbe wird die Anlage zu einem bewegten Wellenmeer, aus dem die begehbare Spielskulptur mit Netzen und Seilen wie ein Meeresungeheuer auftaucht. Aus der seitlichen Treppenanlage schieben sich Sitzstufen wie wellenbrechende Dämme in das künstliche Meer.

Ebenfalls in Bereich Bauten für Kinder und Jugendliche fällt der Neubau der psychosomatischen Kinder- und Jugendstation des Klinikum Wolfsburg. Das vom Wolfsburger Büro Koller Heitmann Schütz geplante Gebäude mit zwei Wohngruppen samt Therapieräumen ermöglicht die Behandlung junger Patienten in möglichst wohnlicher Atmosphäre. Das Erdgeschoss beherbergt im Foyer neben der Anmeldung unter anderem die Gruppen- und Therapieräume sowie Bereiche für Unterricht und Gespräche. Die Wohngruppen liegen im Obergeschoss.

Bei allen vier Projekten handelt es sich um städtische oder städtisch finanzierte Objekte.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Bautätigkeit ist bundesweit der Wohnungsbau, der ebenfalls mit zwei Projekten vertreten ist. In Detmerode kann das Wohngruppenprojekt an der Theodor-Heuss-Straße von Partner und Partner Architekten aus Berlin besichtigt werden. Neben der Aufgabe der stimmigen Nachverdichtung stand hier die Umsetzung neuer, innovativer Wohnkonzepte im Fokus. Unter dem Motto »Individuell Wohnen – Gemeinsam Leben« sind hier für die Neuland Wohnungsgesellschaft zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 25 Wohnungen entstanden. Die Schaffung eines gemeinschaftlichen Wohnumfeldes war dabei von Anfang an Teil der Planung. Die Mieter haben sich bereits vorab kennengelernt, so dass schon vor Einzug eine Hausgemeinschaft entstehen konnte. Neben den familiengerechten sowie barrierefreien und seniorengerechten individuellen Wohnungen steht allen Mietern auch eine Gemeinschaftswohnung für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung.

Das zweite ausgewählte Wohnungsbauprojekt liegt im neu entstehenden Stadtquartier „Steimker Gärten“. Das Büro Brederlau Holik aus Braunschweig hat hier das Gebäudeensemble „Am Weidenplan“ für Volkswagen Immobilien geplant. Die beiden viergeschossigen Gebäude mit insgesamt 31 Mietwohnungen liegen nördlich der zentralen Promenade und grenzen direkt an einen zukünftig öffentlichen Grünbereich. Die begrünten Flachdächer der Gebäude werden mit Photovoltaikmodulen versehen.

Alle Projekte sind am Tag der Architektur von 10-17 Uhr geöffnet sein.

TIPP!

Neben den Führungen durch die Architekten bietet das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg in diesem Jahr ein besonderes Angebot für Familien an. In einer geführten Radtour werden ausgewählte Projekte angefahren und erläutert. Für die Kinder wird es ein Quiz mit spannenden Fragen und Aufgaben geben, die vor Ort zu lösen sind.

Das ausführliche Programm mit allen Führungen und Begleitangeboten kann online unter www.aknds.de eingesehen werden und liegt unter anderem in der Kulturinfo im Alvar-Aalto-Kulturhaus aus.

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