Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS)

Geschichte entdecken

Personen bei der Ansicht von Quellen
Das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) ist ein fester Bestandteil der Wolfsburger Kultur- und Bildungslandschaft. Es überzeugt immer wieder mit innovativen Archivprogrammen und -konzepten, die auch überregional Zuspruch finden. Kreative Formen von Kultur- und Geschichtsvermittlung werden entwickelt und angeboten, ohne dass dabei der Kernbereich der Archivarbeit vernachlässigt wird.

Das Institut erfasst, sichert, erschließt, bewertet und beurteilt Archivgut. Darüber hinaus sind die Vermittlung, aber auch die Forschung und Dokumentation weitere Arbeitsschwerpunkte. Die Bestände des Stadtarchivs dienen dabei als vielschichtige Basis. Das IZS dokumentiert seine Arbeit regelmäßig auf Veranstaltungen, in Workshops, aber auch in lokalhistorischen Publikationen wie der "Wolfsburg Saga", in der die Stadtgeschichte objektiv und detailreich nachgezeichnet und interpretiert ist.

Das IZS ist nicht nur Kompetenzzentrum der Stadt Wolfsburg im Hinblick auf die Erforschung, Vermittlung und Präsentation der städtischen Geschichte, sondern versteht sich gleichzeitig auch als ein Ort des kulturellen Gedächtnisses.


Institutsleitung: 
Anita Placenti-Grau 

Telefon:  05361 275734

E-Mail: anita.placenti-grau@stadt.wolfsburg.de

Archiv:
Steffi Crain

Telefon: 05361 275732

E-Mail: steffi.crain@stadt.wolfsburg.de

Geschichtswerkstatt/Archivpädagogik:
Aleksandar Nedelkovski

Telefon: 05361 275736

E-Mail: aleksandar.nedelkovski@stadt.wolfsburg.de

Forschung:
Dr. Alexander Kraus

Telefon: 05361 275741

E-Mail: alexander.kraus@stadt.wolfsburg.de

Bildarchiv:
Katja Steiner

Telefon: 05361 275737

E-Mail: katja.steiner@stadt.wolfsburg.de

Das "Gedächtnis der Stadt"

Ein geöffneter Magazinschrank mit DokumentenDas Stadtarchiv wurde 1976 institutionell gegründet und zu einem funktionsfähigen und modernem Kommunalarchiv ausgebaut. Angesichts der noch jungen Stadtgeschichte liegt der Überlieferungsschwerpunkt der Archivalien beim Schriftgut der Stadtverwaltung nach 1945. Hinzu kommen die historischen Bestände der 20 Ortsteile, die seit der Eingemeindung 1972 zu Wolfsburg gehören. Lesen Sie hier nähere Informationen zum Stadtarchiv


Workshop : „Gestalterische Möglichkeiten zur Präsentation der Fundamentreste der Gefangenenbaracke 4 auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Laagberg“

Skizze "Vom Fund ausgehen - vom Ort zum Thema"Was zeichnet die Wolfsburger Erinnerungsorte in ihrer Gestaltung aus und wo liegen ihre Probleme hinsichtlich der Zugänglichkeit? Mit diesen Fragen eröffneten die beiden Ausstellungsgestalter Phillip Schwerdtfeger und Johannes Vogt am 25. April 2018 in den Räumen des Wolfsburger Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation den nunmehr 6. Workshop im Rahmen des Konzeptionierungsprozesses für den angedachten Gedenk- und Lernort auf dem Laagberg. War das „schwierige Exponat“ in Gestalt der Fundamentreste bereits häufig zentraler Bestandteil der geführten Diskussionen, so eröffneten sich im zweiten Teil des Workshops neue Perspektiven hinsichtlich einer möglichen Inszenierung derselben.


Lesen Sie hier die Dokumentation zum Workshop über gestalterische Möglichkeiten vom 25. April 2018 im IZS von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)



Lehrerinnen- und Lehrerworkshop „Die Bedeutung baulicher Überreste in Gedenkstätten“

Foto des Lehrerinnen- und LehrerworkshopsAm 15. Februar 2018 fand in den Räumen des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) in Wolfsburg ein Workshop speziell für Lehrerinnen und Lehrer statt. Auf diesem wurde das Konzept der KZ-Gedenkstätte als Erfahrungsraum diskutiert und eng damit verbunden die Frage, wie auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers auf dem Laagberg pädagogisch gearbeitet werden soll. Dafür hatte das IZS Dr. Christian Mehr eingeladen, der sich in seinen Forschungen mit den baulichen Überresten von KZ-Gedenkstätten und ihrer Funktion als außerschulische Lernorte auseinandergesetzt hat.

Lesen Sie hier die Dokumentation zum Lehrerinnen- und Lehrerworkshop vom 15. Februar 2018 im IZS von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)



Dokumentation zur Ideenwerkstatt „Raum der Möglichkeiten für Wolfsburg“ (Gedenk- und Bildungsort KZ-Außenlager Laagberg)

Teilnehmer am IdeenworkshopFoto: Lars LandmannAm Freitag dem 8. Dezember 2017 fand in den Hörsälen des Alvar-Aalto-Kulturhauses in der Wolfsburger Innenstadt der dritte inhaltliche Workshop zum Thema des anvisierten Gedenk- und Bildungsorts KZ-Außenlager Laagberg statt, der durch das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesses realisiert wurde. Im Fokus standen hierbei vor allem Konzeptideen, die in Kooperation mit Aleksandar Nedelkovski, dem Leiter der örtlichen Geschichtswerkstatt, durch Schülerinnen und Schüler der hiesigen Schulen sowie der Auszubildenden von Stadt und Volkswagenwerk über die vergangenen Wochen erarbeitet wurden. Ging es auf den ersten beiden Workshops zunächst noch darum, den »Blick zu öffnen« und sich einen Überblick über jüngste Entwicklungen in der niedersächsischen Gedenkstättenlandschaft zu verschaffen, aktuelle gedenkstättenpädagogische Vermittlungskonzepte zu diskutieren wie auch die Frage nach der „historischen Authentizität“ ehemaliger KZ-Standorte, imaginierten die Schülerinnen und Schüler wie auch die Azubis den konkreten zu schaffenden Lernort. Anschließend wurden nach dem „Walk & Talk“-Prinzip die präsentierten Ideen gemeinsam mit den Vorschlägen aus der Bürgerschaft an fünf thematischen Stationen diskutiert.

Lesen Sie hier die Dokumentation zur Ideenwerkstatt vom 8. Dezember 2017 im Alvar-Aalto-Kulturhaus von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Titelseite der Konzeption „Gedenk- und Bildungsort KZ-Außenlager Laagberg“.Konzeption „Gedenk- und Bildungsort KZ-Außenlager Laagberg“: Themenworkshop 2: „Gedenkstättenpädagogik, Vermittlungskonzepte und die Frage der Authentizität ehemaliger KZ-Standorte“

Der „authentische Ort“ oder das „Authentische“ – am 10. November 2017 fand im Zuge der Erarbeitung eines Konzepts für den zukünftigen Lern- und Gedenkort auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslager auf dem Laagberg in den Räumlichkeiten der Wolfsburger Goetheschule ein themenbezogener Workshop zu dieser Thematik statt. Da der Begriff des Authentischen bereits im April 2017 und damit zu Beginn der Diskussionen über den weiteren Umgang mit den Barackenüberresten auf dem Laagberg zu einer Art „Kampfbegriff“ avancierte, ging es in den ersten beiden Vorträgen um eine wissenschaftliche Einordnung. Sodann wurde mit dem „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ ein Beispiel für eine aktuelle Realisierung einer Gedenkstätte präsentiert, ehe die Figur des museualisierten Zeitzeugen zentral gestellt wurde. In der Diskussion zeigte sich, dass es in der Erinnerungsarbeit nicht vordergründig der vermeintlich authentische Ort ist, der im Fokus stehen sollte. Anstatt ideologisch aufgeladener oder instrumentalisierter Räume sind es vielmehr die Individuen, die es in Gedenkstätten oder am historischen Ort aus der homogenisierten Opfermasse hervorzuheben gelte – als eine Chance, verlorengegangene Identitäten zurückzuerhalten.

Lesen Sie hier die Dokumentation zum Workshop vom 10. November 2017 in der Goetheschule von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)



Der Bau eines Bildungs- und Gedenkorts auf dem Gelände des Außenlagers Laagberg des KZ Neuengamme: „Den Blick öffnen – Welche Lösungen haben andere Gedenkstätten gefunden?“

Teilnehmer am WorkshopFoto: Lars LandmannIm Rahmen der konzeptionellen Ausarbeitung des Gedenk- und Bildungsorts KZ-Außenlager Laagberg veranstaltet das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg (IZS) eine Reihe von Themenworkshops, um mit breiter Beteiligung der engagierten Bürgerinnen und Bürger sowie Vertretern der Opfer- und Interessensverbände sowie der politischen Gremien den gestalterischen und inhaltlichen Rahmen des zu schaffenden Orts näher zu skizzieren. Am 20. Oktober 2017 ging es daher zunächst darum, den „Blick zu öffnen“ und sich einen Überblick über jüngste Entwicklungen in der niedersächsischen Gedenkstättenlandschaft zu verschaffen. Daneben sollte grundsätzlich diskutiert werden, welchen didaktischen Nutzen die Barackenfundamentreste als anvisiertes zentrales Exponat des Gedenk- und Lernorts haben und was sie über die NS-Gewaltherrschaft aussagen. Und wie könnte der zu beschreitende Weg von einem konzeptuellen Gedankenspiel zum betretbaren Gedenk- und Lernort konkret aussehen? Zur Erläuterung dieser und weiterer Fragen lud das IZS neben Dr. Jens-Christian Wagner, dem Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, auch die freie Kulturwissenschaftlerin Dr. Andrea Hauser sowie mit Andreas Ehresmann den Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel zum Fachgespräch ein.

Lesen Sie hier die Dokumentation zum Workshop vom 20. Oktober 2017 in der Goetheschule von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Erhalten – Bergen –Ausstellen. Die Fundamentreste der Gefangenenbaracke 4 des Außenlagers Laagberg des KZ Neuengamme

Teilnehmer begutachten die Fundamentreste am LaagbergIm Frühjahr 2017 wurden im Zuge von Bauarbeiten auf dem Laagberg Bodenfundamente der ehemaligen Gefangenenbaracke 4 des KZ-Außenlagers Laagberg nahe der Breslauerstraße freigelegt. Über den Umgang mit diesen steinernen Zeugnissen der NS-Gewaltherrschaft entspann sich in der Stadt eine intensive Diskussion, die auch überregional wahrgenommen und kommentiert wurde. Wie soll mit jenen Fundamentteilen verfahren respektive umgegangen werden? 

Die engagierte und interessierte Wolfsburger Bevölkerung, Politik und verschiedene lokale als auch nationale und internationale Opfer- und Interessensverbände fanden bezüglich der Frage, ob die Barackenfundamente vor Ort erhalten oder transloziert werden sollen, bislang keinen Konsens, präferierten oftmals unterschiedliche Ansätze. Im politischen Entscheidungsprozess über den Ortsrat Mitte-West, den Kulturausschuss, Verwaltungsausschuss und den Rat der Stadt Wolfsburg ist gerade die angedachte Translozierung der Überreste von „Baracke 4“ Thema Nummer eins geblieben. Mit der Hoffnung, eine gemeinsame Basis zu schaffen, insbesondere aber auch, um einen offenen Dialog mit allen Interessens- und Opferverbänden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu führen, sowie den Informations- und Wissensstand bezüglich aktueller Erwägungen und aller zukünftigen Planungen zu reflektieren, initiierte die Stadt Wolfsburg am 14. August 2017 um 14 Uhr in den Räumen der Goetheschule eine entsprechende Informationsveranstaltung.

Lesen Sie hier einen Bericht über die Informationsveranstaltung am 14. August 2017 in der Goetheschule und am Laagberg von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Hinweis: Die folgenden Dateien stehen Ihnen hier im *PDF-Format zum Herunterladen zur Verfügung und öffnen sich jeweils in einem neuen Fenster)

Die Lage des Konzentrationsaußenlagers am Laagberg

Schreiben der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN) zur Sichtbarmachung der Barackenfundamente KZ Laagberg

Ratsvorlage V 2017/0336-1 Gedenkstätte und Bildungsort auf dem Gelände des Außenlagers Laagberg des KZ Neuengamme

Ratsvorlage V 2019/1008-1 Gedenk- und Lernort KZ-Außenlager  Laagberg; Durchführung eines Planungswettbewerbs

Anlage 2 zur Vorlage V 2019/1008-1 - Lageplan

Anlage 3 zur Vorlage V 2019/1008-1 - Raumprogramm zur Vorlage V 2019/1008-1

Anlage 4 zur Vorlage V 2019/1008-1 - Verfahrenskosten der Durchführung eines Planungswettbewerbs

Presseinformation vom 10.09.2019 - Gedenk- und Lernort Laagberg / Durchführung eines Realisierungswettbewerb im Kulturausschuss empfohlen

Fotografische Stadtsoziologie

Es scheint, als seien Robert Lebeck und Wolfsburg im Jahr 1968 eine spezielle Verbindung eingegangen; jedenfalls führten den Stern-Fotojournalisten im epochemachenden Jahr gleich drei Aufträge in die Stadt am Mittellandkanal. Zunächst, im April, reiste Lebeck anlässlich der Beerdigung des VW-Generaldirektors Heinrich Nordhoff an den Stammsitz des Werks. Hier lichtete er die führenden Köpfe aus Wirtschaft und Politik beim Leichenschmaus ab, ohne dass es auch nur eine Fotografie in den Stern geschafft hätte, da dieser am Ende gar nicht berichtete. Ende Juni, am 21. und 22. des Monats, verbrachte er dann gemeinsam mit dem Reporter Georg Würtz im Zuge des 30-jährigen Stadtgeburtstages zwei Tage in der Volkswagenstadt, aus denen die kritische Reportage Wehe, wenn der Käfer stirbt entstehen sollte (Stern, H. 27, vom 7. Juli 1968, S. 16–21). Im Juli schließlich führte ihn ein für ihn eher untypischer Auftrag nach Wolfsburg – möglicherweise als Ersatz für einen Kollegen, der sonst das Metier des Autotestberichts fotografisch bediente. Lebeck, der in den späten 1950er Jahren selbst „[i]mmer im VW-Käfer unterwegs“ war, fotografierte eine Strecke über den neuen VW 411 und platzierte kurzerhand ein Modell im Sommerkleid im Kofferraum und auf den Liegesitzen …
Seine Reportage zum Stadtjubiläum nutzte Würtz zu einer einzigen Unmutsäußerung. Schon der Teaser im Inhaltsverzeichnis, der mit drei Fotografien Lebecks und etwas aus dem Kontext gerissenen bitterbösen Zitaten aus einer stadtsoziologischen Studie der Universität Göttingen in den Bildunterschriften aufwartete, gab das Grundmotiv vor: „Sie lieben sie nicht, aber sie sind zufrieden mit ihrer Stadt, die Wolfsburger“, die sodann als wahre Stubenhocker ohne soziales Netz aus Freunden und Verwandten porträtiert werden: „Unglückliche, vereinsamte Menschen, in ihrer sauberen Stadt aus der Retorte?“ Die eigentliche Reportage brachte dann zunächst weniger Gegenwartsanalyse denn eine ausführliche Einführung in die NS-Gründungsgeschichte der Stadt, um am Ende dann doch noch im Stakkato durch die vermeintliche Trübsal des Wolfsburger Alltags zu führen.

Robert Lebeck dagegen schien – wie die zahlreichen Kontaktbogen der Reportage belegen – ganz in seinem Element und ließ sich durch die Stadt treiben. Dabei platzte er in der Arche, dem ehemaligen Gemeindezentrum der Martin-Luther-Gemeinde, in eine Trauung, die wie zur Bestätigung der Göttinger Soziologen offenbar weitestgehend auf eine Hochzeitsgesellschaft verzichtete. Im Werk legte er, anders als die Fotografen Peter Keetman oder Heinrich Heidersberger, die den Produktionsprozess des VW-Käfers nüchtern mit Blick auf die Details im Stile der neuen Sachlichkeit fotografierten, weniger Wert auf die Inszenierung der überwältigenden Serienproduktion denn auf diejenigen, die die Produktionsarbeit leisteten: die Arbeiterinnen und Arbeiter. Industriefotografie bekam bei ihm eine menschliche Note, da er Konzentration wie Unbeschwertheit der Arbeitenden gleichermaßen einfing. Ob moderne Kirchenarchitektur wie die Stephanuskirche des finnischen Architekten Alvar Aalto, die Eröffnung der Kunstausstellung „Ornamentale Tendenzen in der zeitgenössischen Malerei“ im Kunstverein Wolfsburg im hiesigen Schloss, die Menschen auf der Porschestraße und auf dem Wochenmarkt vor dem Alvar-Aalto-Kulturhaus (damals „Kulturzentrum“), das bunte Treiben im VW-Bad oder auf dem Rummel des Schützenfestes: Kaum ein Thema, dass sich nicht auf den Kontaktbogen Lebecks findet. Im neu entstehenden Stadtteil Detmerode mit seinen markanten Gebäuden wie dem Stufenhochhaus des Berliner Architekten Paul Baumgarten scheint er ebenso fasziniert wie schockiert von der Wucht der geometrischen Formen, die nur selten von den Rundungen eines VW-Käfers oder den Konturen eines Passanten durchbrochen werden.
Mit seinem Gespür für Stimmungen gelang es Lebeck dann auch in Wolfsburg einen echten 68er Moment abzulichten: Die politisch engagierte Jugend wollte und konnte sich so gar nicht mit einer unmittelbar vor der Eröffnung des städtischen Jubiläumsfestes angesetzten Vereidigung von Bundeswehrrekruten des Panzergrenadier-Bataillons 321 Wesendorf im VfL-Stadion am Elsterweg anfreunden und brachte ihren Unmut durch entsprechend aussagekräftige Banner zum Ausdruck. Wer Würtz’ Reportage im Stern über die vermeintlich so langweilige und biedere Stadt im Zonenrandgebiet gelesen hat, wundert sich nicht über das Fehlen solcher Motive in der begleitenden Bildauswahl.

In diesem Memory haben wir Lebecks fotografischer Stadtsoziologie Motive des Wolfsburger Fotografen Joachim „Ali“ Altschaffel gegenüber gestellt, die dieser fünfzig Jahre später extra für diesen Anlass fotografiert hat. Auf den Spuren der Motive Lebecks, diese allerdings neu interpretierend, lassen sich anhand seiner Fotografien die Veränderungen in Stadt, Stadtgesellschaft und Werk gleichermaßen studieren. Die einst so prägende städtebauliche „Koller-Achse“ ist längst passé, das Stufenhochhaus wird schon bald Geschichte sein, im Volkswagenwerk sorgen inzwischen Roboter für präzise Schweißarbeiten. Die Kunst aber ist aus Wolfsburg nicht wegzudenken, die Erinnerungskultur hat ihren festen Platz in der Stadtgesellschaft gefunden, das VW-Bad ist eine Sommerattraktion wie eh und je – und Frischvermählte lassen sich auch heute noch von wildfremden Fotografen für eine Reportage ablichten. Das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg bedankt sich bei allen Beteiligten, Fotografierten und all jenen, die das Fotografieren möglich gemacht haben, das längst nicht mehr so unkompliziert funktioniert wie zu Robert Lebecks Zeiten.

Alexander Kraus

Fotografische Stadtsoziologie (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)

Hinweis: Um die jeweiligen Motive 1968 und 2018 auf einen Blick zu sehen, schalten Sie im Adobe Reader in die "Zweiseitenansicht". Dazu klicken Sie auf "Ansicht", "Seitenanzeige", und dann auf "Zweiseitenansicht"


Mehrere Personen an einem Tisch mit Holzscheiben im Workshop FrottagenDie Geschichtswerkstatt wurde 1999 durch einen Ratsbeschluss der Stadt eingerichtet und dem Stadtarchiv angegliedert, um die Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte, insbesondere mit der nationalsozialistischen Gründerzeit, zu versachlichen und zu vermitteln. Die Aufgabenstellung der Geschichtswerkstatt wird seitdem in Form einer archivnahen Geschichtsdidaktik wahrgenommen. Lesen Sie hier nähere Informationen zur Geschichtswerkstatt

Frottagen in der Ausstellung

Zur historischen Bildungsarbeit des IZS gehört auch die "Dokumentation über die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft", die auf der Forschungs- und Dokumentationsarbeit des ehemaligen Leiters des Stadtarchivs, Dr. Klaus-Jörg Siegfried, basiert. Lesen Sie hier nähere Informationen zur Dokumentation

Titelseite des Bildbandes Wolfsburg - Die StadtMit dem Aufgabenschwerpunkt Stadtpräsentation zeigt sich das IZS seit Januar 2009 als kompetente Kultureinrichtung für besondere Aufgaben. Publikationen wie die "Wolfsburg-Saga" oder der Bildband "Wolfsburg: Die Stadt" dokumentieren das Gestern und Heute des städtischen Lebens.

Auch der Aufbau eines digitalen Bildarchivs – in Kooperation mit Fotografinnen und Fotografen – dient der Transparenz des historischen, aber auch aktuellen Stadtgeschehens. Die digitale Speicherung von inhaltlich erschlossenen Fotobeständen wird auf Dauer zu einer zentralen Bilddatenbank führen, die die Chance zur Vernetzung des IZS mit anderen städtischen Institutionen, aber auch mit regionalen und überregionalen Medien bietet. Die Bilddatenbank eröffnet in einer späteren Ausbaustufe zudem die Möglichkeit, ausgewählte Fotos über das Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Übersichtskarte mit Stationen des AudiowalksDer „Audiowalk Wolfsburg – eine Migrationsgeschichte“ gibt einen Überblick über verschiedene Migrationsbewegungen, deren Gründe und zeigt, dass Zuwanderung ein wesentlicher Faktor Wolfsburger Stadtgeschichte ist: Der Hörspaziergang stellt Menschen vor, die während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit leisten mussten, und erläutert die historischen Hintergründe.

Und hier geht es zum Audiowalk

Skulptur Hermes von Giancarlo Lepore, 1995, in der Nähe des TheaterFoto: Skulptur Hermes von Giancarlo Lepore, 1995, in der Nähe des Theater

Der Aufgabenbereich "Kunst im Stadtbild" geht zurück auf einen im Jahr 1959 einstimmig gefassten Ratsbeschluss "für die künstlerische Gestaltung neu zu errichtender städtischer Gebäude". Für diese sind Mittel der Baukosten für Kunst zu verwenden. 

Lesen Sie hier nähere Informationen zur Kunst im Stadtbild

Titelseite der Zeitung: Das Archiv Ausgabe 2Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) in seiner jetzigen Form erscheint seit Anfang Mai 2016 „Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte“. In der neuen Publikationsreihe werden laufende Projekte und Forschungserkenntnisse aber auch Akquisen und Materialien aus dem Stadtarchiv vorgestellt. Darüber hinaus werden immer wieder auch Institutionen, mit denen das IZS zusammenarbeitet, mit Gastbeiträgen vertreten sein. Mit der Archivzeitung beschreitet das IZS einen neuen Weg der Geschichtsvermittlung.


Hier finden Sie die aktuelle und alle weiteren Ausgaben von DAS ARCHIV

Geburtsurkunde der Stadt Wolfsburg im Amtsblatt Lüneburg

In dieser Rubrik werden in kurzen Geschichten besondere Entdeckungen bei der Recherche und Erschließung von Archivalien präsentiert. Im Abstand von vier Wochen wird jeweils ein Stück des Archivs mit einer Abbildung und einem kurzen erläuternden Text näher vorgestellt.

Lesen Sie hier nähere Informationen zu den Archivalien
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