Neuigkeiten

Rund um das Thema Kunst in Wolfsburg

Pressemitteilung vom 09.06.2020

Michael Müller - DEINE KUNST

Neupräsentation der Sammlung der Städtischen Galerie in mehreren Fassungen

Die Städtische Galerie Wolfsburg hat den in Berlin lebenden Künstler Michael Müller eingeladen, eine experimentelle Neupräsentation der Sammlung zu kuratieren. Der Künstler zeigt einen Ausstellungszyklus, der sich über den Zeitraum von zwei Jahren erstreckt und die Sammlung in mehreren aufeinanderfolgenden Fassungen vorstellt.

In seinem Wolfsburg Projekt "DEINE KUNST" beschäftigt sich Michael Müller intensiv mit der Sammlung und der Ausstellungssituation der Städtischen Galerie Wolfsburg und rückt in diesem Zusammenhang Original und Kopie in den Fokus: das Mit-, Neben- und Gegeneinander von Individuellem und Übernommenem, Originalität und Traditionsbezug, Stil und Zitat, Hommage und Plagiat. Er ordnet, sortiert und stellt ganz neue überraschende Bezüge her. Auch Leerstellen und Krisensituationen spielen dabei eine Rolle und laden zur Diskussion ein.

Die vierte Fassung der Ausstellungsreihe "DEINE KUNST" trägt den Titel "Informel, das / Stil, der - Das Schweigen der Bilder als stupide Zumutung oder Die Sprachlosigkeit". Der erste Teil des Titels "Informel, das / Stil, der" verweist auf eine formale Referenz: Die kunsthistorische Einordung von Stilen und Kunstrichtungen mittels Definitionen im Lexikon. Die informelle Kunst stellt eine wichtige Richtung in der bildenden Kunst nach 1945 dar und bildet einen Schwerpunkt im Sammlungsbestand der Städtischen Galerie Wolfsburg. Die Neupräsentation wird bis 9. August gezeigt.

Der Faschismus hatte progressive künstlerische Tendenzen in Europa zum Stillstand gebracht. Verfolgung, Verfemung, Vertreibung oder gar Ermordung von Künstler*innen erforderte eine radikale Neuorientierung. In der Abwendung von Form, Darstellung und Theorie standen nun Material, Zeichen und Geste im Mittelpunkt. Das gestische Malen und Zeichnen als Akt des Aufbruchs sowie der individuellen und künstlerischen Befreiung entwickelte sich zeitgleich in Europa und Amerika. Und so gibt es viele Überschneidungen innerhalb der Bewegung mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten für diese Stilrichtung, die ständig erweitert wurde: "Tachismus", "Abstrakter Expressionismus", "Action Painting", "Informel" oder einfach nur "Un art autre".

Bedeutende Vertreter und Wegbereiter dieser Kunstrichtung sind Künstler wie Peter Brüning, Karl Fred Dahmen, Karl Otto Götz, Fred Thieler, Hann Trier, Emil Schumacher und Bernard Schultze, die mit Grafiken und Gemälden in der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg vertreten sind.

In diesem Kontext hat Michael Müller mit einzelnen Vertretern des Informel Künstlerräume geschaffen. Doch auch dieses Mal ist die Präsentation nicht störungsfrei. Darauf weist der zweite Teil des Titels hin. Nachdem in der dritten Fassung "DEINE KUNST" die Themen Signatur, Original und Zitat im Mittelpunkt standen, fehlen nun in der daran anschließenden Fassung jegliche Hinweise und Verweise auf die Künstler: "Das Schweigen der Bilder als stupide Zumutung oder Die Sprachlosigkeit". Der Künstlerkurator Michael Müller lässt die Kunstwerke für sich sprechen und entzieht sie der didaktischen Beschreibung sowie der kunsthistorischen Zuordnung, eine stupide Zumutung!

In der Ausstellung sind Werke zu sehen von: Peter Brüning, Carl Buchheister, Emil Cimiotti, Karl Fred Dahmen, Jean Dubuffet, Karl Otto Goetz, Hans Hartung, Gerhard Hoehme, Henri Michaux, Emil Schumacher, K.R.H. Sonderborg, Pierre Soulage, Fred Thieler, Mark Tobey, Hann Trier, Fritz Winter, Wols aber auch von Michael Müller und Gerhard Richter.

Michael Müller hat die Werke der Sammlung noch durch Leihgaben aus der Sammlung Bergmeier sowie der Galerie Nothelfer Berlin ergänzt.


Pressemitteilung vom 14.05.2020

Städtische Galerie präsentiert besonderes Leitsystem im Schloss Wolfsburg 

Drei Künstler entwickeln „Wegeführungskontaktvermeidungsstrategie“, um Abstandsregeln einzuhalten

Für einen reibungslosen Besuch hat die Städtischen Galerie Wolfsburg im Rahmen des Gesundheitsschutzes für Gäste und Mitarbeitende ein besonderes Leitsystemsystem entwickelt. Die Künstler Till Terschüren; Dominik Kuschmieder und Torben Laib haben sich mit der komplexen Wegeführung im Schloss Wolfsburg auseinandergesetzt und das Soundsystem "Wegeführungskontaktvermeidungsstrategie" konzipiert.
 
Es ist ein modulares Wegfindungssystem das – ausgelöst durch einen Bewegungsmelder – die Besucher und Besucherinnen akustisch und visuell durch die Wegeführung leitet. Mit Betreten der Wegstrecke wird über Soundsäulen eine Klangkette ausgelöst, die von Säule zu Säule läuft. Dazu kommen im Abstand von zwei Metern schwarze und weiße Rohre ohne Sound, die lediglich den Abstand markieren. Das Material der Rohre bildet einen starken Kontrast zur Ästhetik von Schloss Wolfsburg und die glänzend lackierten Soundsäulen heben sich von der Architektur ab. Trotz der reduzierten Farbigkeit sind die Säulen, die sich am Design der Industrieproduktion orientieren, sehr auffällig.
 
Die Installation führt und leitet, bringt aber auch die Besucher dazu, genau hinzuhören und hinzuschauen. Durch die akustische wie auch visuelle Führung gleichermaßen funktioniert das Leitsystem unabhängig voneinander auch nur über einzelne Sinne.
 
Dennis Weilmann, Dezernent für Kultur und Digitales der Stadt Wolfsburg, zur Installation "Wegeführungskontaktvermeidungsstrategie": "Dieses ungewöhnliche und komplexe Wegeleitsystem beindruckt mich auch deshalb, weil es das Hinhören und Hinschauen verbindet und gleichzeitig in Unabhängigkeit der beiden Sinne funktioniert. Ich freue mich, dass hier junge Künstler von der Hochschule in Braunschweig auftreten. Sie studieren und arbeiten bei einigen Professoren, die in der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg vertreten sind. Durch Kreativität und künstlerische Intervention erschließt sich in dieser kollektiven Arbeit eine Verbindung mit der Region und über Generationen hinweg."


Pressemitteilung vom 02.03.2020

Der Frühling ist da

Kunsthandwerker stellen im Schloss Fallersleben aus

Gemäß Hoffmanns Lied "Der Frühling ist da!" begrüßen das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum und die Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft am Samstag, 7. März, von 12 bis 18 Uhr und Sonntag, 8. März, 11 bis 18 Uhr, den Lenz mit ihrem traditionellen "Frühlingsbasar" im Schloss Fallersleben. Der Eintritt ist frei.

Kreatives Kunsthandwerk aus Wolfsburg und der Region ist im Gewölbekeller zu bewundern und zu erwerben. Die große Vielfalt reicht von Puppenkleidern und anderen Näharbeiten über Keramik, Frühlingskränze und Gartenstehlen bis zu individuellen Drechselarbeiten und Taschen sowie verschiedenen Marmeladen und Likören. Und wem der Frühlingsanfang noch weit entfernt scheint, schaut sich bei den ausgestellten Mützen und Schals um. Vom baldigen Osterfest künden die im März blühenden Narzissen vor dem Schloss Fallersleben und im Gewölbekeller Scherenschnitt-Ostereier sowie allerlei Deko.

Besucht werden kann auch die Dauerausstellung des Hoffmann-Museums im M2K, wo der Frühling ganzjährig mit dem fröhlichen Zwitschern von Amsel, Drossel, Fink und Star aus Hoffmanns bekanntem Kinderlied "Alle Vögel sind schon da" Einzug hält.

Auf dem ersten Frühlingsbasar im Schloss Fallersleben Mitte der 1990er-Jahre wurden Bücher verkauft, weil Literatur nun einmal zu Hoffmann von Fallersleben passt. Das Museum und die Hoffmann-Gesellschaft wollten auf diese unkonventionelle Weise mit den Wolfsburgerinnen und Wolfsburgern ins Gespräch kommen über "ihren" Hoffmann. Im Laufe der vergangenen gut 20 Jahre veränderte sich die Nachfrage und so sind heute die Aussteller genauso "bunt" wie der Frühling. Und wer sich vom vielen Schauen und Stöbern eine süße Auszeit gönnen mag, kann auch dies – bei Kuchen in einer gemütlichen Kaffeestube.


Pressemitteilung vom 11.02.2020

Wo bin ich?

Reanalogisierungsexperiment im Kunstprojekt WERK-STADT-SCHLOSS 2020

Wo leben wir eigentlich heutzutage vermehrt? Offline oder online? Und was hat das für Konsequenzen? Diesen Grundfragen werden die 40 TeilnehmerInnen im 28. WERK-STADT-SCHLOSS Projekt vom 09.03. bis 20.03. nachgehen.

An traditionellem Ort, den Bürgerwerkstätten im Schloss Wolfsburg, werden sich die SchülerInnen und Auszubildenen der Neuland Wohnungsbaugesellschaft mbH, von Schnellecke Logistics, von der Volkswagen Akademie, vom RegionalVerbund für Ausbildung, der Oskar-Kämmer-Schule, der Stadt Wolfsburg und der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg mit einem ungewöhnlichen künstlerischen Mittel auseinandersetzten: dem „Handeln“.

Angeleitet durch die Hannoveraner Performancekünstlerin Ilka Theurich erkunden sie ihr eigenes Erleben im Internet. Was ist das eigentlich für ein Ort an dem wir uns mittlerweile so häufig aufhalten? Parallelen kann man zum Universum herstellen. Das Internet ist ebenso unendlich, nur schwer zu durchschauen, es ist eine bewegliche Struktur, jeder reist darin, orientiert sich an ganz unterschiedlichen „Fixsternen“ und treibt dabei durch Zeit- und Denkräume. Wer heutzutage seine Bildschirmzeit prüft, ist nicht selten überrascht, dass es mal wieder viele Stunden geworden sind. Abhilfe schafft WERK-STADT-SCHLOSS durch das Zurückholen der Interneterlebnisse in eine körperliche Erfahrung – Reanalogisieren. Dabei darf es gerne humoristisch zugehen.

Durch die langjährige Unterstützung der Neuland Wohnungsgesellschaft mbH, von Schnellecke Logistics und der IG Metall kann WERK-STADT-SCHLOSS immer wieder ermöglicht und zeitgemäß umgesetzt werden. Den Teilnehmenden wird eine einwöchige, intensive Erfahrung geboten, die alle weit über das Projekt hinaus begleiten wird.


Pressemitteilung vom 10.12.2019

Installationen, Transformationen und Skulpturen

Ausstellungen der Städtischen Galerie Wolfsburg im Jahre 2020 

Wechselausstellungen:

  • Ati Maier "Space Rider" Videoinstallation, bis 29. März 2020

Ati Maiers Arbeitsansatz ist von einer mutigen Interdisziplinarität geprägt. Ihr Werk erstreckt sich nicht nur über die Medien Zeichnung, Malerei, Fotografie und Animation, sondern umfasst ebenso Video und Film. Die 1962 in München geborene Künstlerin studierte in New York und Wien, sie lebt und arbeitet heute in New York. Für ihre Filme hat Ati Maier den Charakter Space Rider eingeführt. Es handelt sich dabei um eine humanoide Erscheinung, deren Kopf mit einem Helm bedeckt wird. Sie reitet stets auf einem Pferd mit ähnlicher Kopfbedeckung. Seit 2003 taucht diese Figur immer wieder in Maiers Werk auf.

In der Einzelausstellung wird die Künstlerin erstmals eine Vier-Kanal-Videoinstallation mit dem von ihr geschaffenen Space Rider präsentieren und diese damit einem breiten Publikum vorstellen. Der vier Videos umfassende Zyklus ist als raumgreifendes Gesamtwerk aufzufassen und bezieht die besonderen räumlichen Gegebenheiten im Schloss Wolfsburg ein.

  • Birgit Brenner "Promise Me" Kunstpreis der Stadt Wolfsburg "Junge Stadt sieht Junge Kunst" 2020, 24. Oktober 2020 bis 25. April 2021, Verleihung und Ausstellungseröffnung am 24. Oktober 2020

Der renommierte Wolfsburger Kunstpreis "Junge Stadt sieht Junge Kunst" geht 2020 an die Berliner Künstlerin Birgit Brenner. Begleitend zu der Preisvergabe wird in der Städtischen Galerie Wolfsburg eine Einzelausstellung der Künstlerin gezeigt. Zusätzlich gibt es einen Ankauf für die Sammlung der Städtischen Galerie.

In ihrer Begründung schreibt die Jury: "Birgit Brenner setzt sich in ihren Arbeiten gesellschaftskritisch mit dem Alltag auseinander. Sie hat eine ganz eigene Bildsprache entwickelt, die sich nicht auf ein Medium beschränkt. In der Gegenüberstellung von analogen und digitalen Sehmustern, von Perfektion und Do-it-yourself, von realem Leben und künstlicher Konstruktion formuliert die Künstlerin Kommentare und Fragen zu aktuell virulenten Themen."

Birgit Brenner wurde 1964 in Ulm geboren. Sie studierte bei Rebecca Horn an der damaligen Hochschule der Künste Berlin und machte dort 1996 ihren Meisterschülerabschluss. Seit 2007 ist sie Professorin für Installation an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Seit September 2019 ist sie für zehn Monate Stipendiatin der Villa Massimo in Rom.


Sammlungsausstellung:

Michael Müller "DEINE KUNST" Präsentation der Sammlung in acht Fassungen: 8. Februar 2019 bis 9. Februar 2021

Erste Fassung: DEINE KUNST: DIE KRISE DER STÄDTISCHEN GALERIE WOLFSBURG: Lösung oder Auflösung / DER LIQUIDATOR" vom 8. Februar bis 7. April 2019

Zweite Fassung: "The Art(ist) is Present / DER TOD DES AUTORS WIRD NICHT ZUGELASSEN" vom 18. Mai bis 6. Oktober 2019

Dritte Fassung: "The Conditions of Being Art (oder der Amateur)” vom 19. Oktober 2019 bis 23. Februar 2020

Das Werk von Michael Müller entwickelt sich entlang bestehender historischer Narrative, Methoden und gesellschaftlicher Normen: durch fiktionalisierende Modifikationen lotet er die Grenzen dieser Systeme aus. Seine Praxis setzt sich mit der Bildwerdung komplexer Gedankenprozesse auseinander. Transformationen, die durch unterschiedlichste Methoden eine langsame, aber stetige Aneignung bedeuten.

In seinem Wolfsburg Projekt "DEINE KUNST" beschäftigt sich Michael Müller zwei Jahre lang intensiv mit der Sammlung und der Ausstellungssituation der Städtischen Galerie Wolfsburg und rückt in diesem Zusammenhang Original und Kopie in den Fokus: das Mit-, Neben- und Gegeneinander von Individuellem und Übernommenem, Originalität und Traditions-bezug, Stil und Zitat, Hommage und Plagiat. Er ordnet, sortiert und stellt ganz neue überraschende Bezüge her. Auch Leerstellen und Krisensituationen spielen dabei eine Rolle und laden zur Diskussion ein.

Michael Müller (geb. 1970 in Ingelheim am Rhein, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Bildhauerei bei Magdalena Jetelová an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2015 bis 2018 lehrte er als Professor an der Universität der Künste Berlin (UdK).
 

KUNST-STATION im Hauptbahnhof Wolfsburg: bis 15. März 2020 - Sinta Werner "RETURN / ENTER" Wand-Kachelarbeit

Sinta Werners Kunst spielt mit der Beziehung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, Realität und Abbild, physischer Präsenz und Projektion und der Verzahnung von virtuellem und realem Raum. Die Künstlerin erforscht die Mechanismen der Wahrnehmung durch bewusste Täuschungsmanöver im Raum. Das Spiel mit den Dimensionen, aber auch der Architektur an sich steht bei ihren Installationen im Mittelpunkt. Dabei beschäftigt sie sich in ihren Fotocollagen, Installationen und Skulpturen auch mit der Frage, welchen Einfluss neue Technologien auf unser Gefühl von Räumlichkeit haben. Wo sind wir, wenn wir im Netz sind?

Für die KUNST-STATION realisierte Sinta Werner zum ersten Mal eine Wand-Kachelarbeit und auf jeweils einer Seite des Aufenthaltsbereiches befinden sich die Begriffe Return und Enter in pixeliger Kachelästhetik. Das Begriffspaar "RETURN / ENTER" ist einerseits von der Computertastatur bekannt, kann aber auch synonym für den Vorgang des Reisens gelesen werden: zu einem Ort zurückkehren, einen anderen Ort betreten.

Sinta Werner (*1977 in Hattingen) studierte am Goldsmiths College, London, an der Hochschule der Künste, Berlin und an der Universität der Künste, Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist mit ihren Ausstellungskonzepten in inter-nationalen Projekten vertreten.
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und der Neuland Wohnungsgesellschaft.


Dauerausstellungen:

  • Olaf Nicolai "Die Flamme der Revolution, liegend (in Wolfsburg)" Rauminstallation.
  • Thomas Kiesewetter "Würfel" Skulpturen im Schlosspark.
  • Bernhard Martin "Ode an die Vergesslichkeit" Skulptur und Irrgarten im Skulpturenpark

Mehr Informationen unter: www.staedtische-galerie-wolfsburg.de


Pressemitteilung vom 17.10.2019

Städtischen Galerie Wolfsburg zeigt Michael Müller

Neupräsentation der Sammlung anlässlich des 45-jährigen Bestehens

Die Städtische Galerie Wolfsburg wurde am 20. Oktober 1974 eröffnet. Aus Anlass des 45-jährigen Jubiläums wurde der in Berlin lebende Künstler Michael Müller eingeladen, eine experimentelle Neupräsentation der Sammlung zu kuratieren. Der Künstler zeigt einen Ausstellungszyklus, der sich über den Zeitraum von zwei Jahren erstreckt und die Sammlung in mehreren aufeinanderfolgenden Fassungen vorstellt.

Kulturdezernent Dennis Weilmann: "Der Städtischen Galerie ist es durch eine intensive Arbeit mit der eigenen Sammlung nachhaltig gelungen, sich der Versuchung flüchtiger Ausstellungsevents zu entziehen und bewusst einen Gegenpol zu den Massenmedien und der Eventkultur zu bilden. Sie hat mit ihrem dichten Programm einen kontinuierlichen Prozess der Auseinandersetzung initiiert, der die Kunst im Museum und die Besucherinnen und Besucher zusammenführt. Für dieses Stehvermögen gilt der Institution unsere Anerkennung."

Susanne Pfleger, Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg: "Zur Präsentation unserer Jubiläumsausstellung ist es uns gelungen, den Berliner Künstler Michael Müller zu gewinnen. Er ist internationalen Ausstellungsprojekten vertreten und ich freue mich sehr darüber, dass er sich über diesen langen Zeitraum so intensiv und dynamisch mit der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg auseinandersetzt und damit seine Wertschätzung ausdrückt. Durch seinen Blick und seine Auswahl wird sie dem Publikum völlig neuartig und ungewohnt präsentiert. Es wird immer wieder überraschende kuratorische Eingriffe geben."

In seinem Wolfsburg Projekt "DEINE KUNST" beschäftigt sich Michael Müller intensiv mit der Sammlung und der Ausstellungssituation der Städtischen Galerie Wolfsburg und rückt in diesem Zusammenhang Original und Kopie in den Fokus: das Mit-, Neben- und Gegeneinander von Individuellem und Übernommenem, Originalität und Traditionsbezug, Stil und Zitat, Hommage und Plagiat. Er ordnet, sortiert und stellt ganz neue überraschende Bezüge her. Auch Leerstellen und Krisensituationen spielen dabei eine Rolle und laden zur Diskussion ein.

Michael Müller, Künstler und Kurator: "So recht `beim Alten´ bleibt wenig in der Neupräsentation der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg. Es stehen zahllose Fragen im Raum. Steckt die Sammlung in einer `Krise´? Wann wird ein Ausstellungskontext zum Kunstwerk? Was wird gezeigt, wenn fast nichts gezeigt wird? Kurz: Fast alles wird auseinandergenommen. Neu zusammengesetzt wird es später. Die Werke werden (so viel sei verraten) auch in dieser Fassung nicht störungsfrei präsentiert. Gerade die Störungen zeigen, was sonst funktioniert. Die Ausnahmen zeigen die Regeln."

Die dritte Fassung der Ausstellungsreihe "DEINE KUNST" trägt den Titel "The Conditions of Being Art (oder der Amateur)" und nimmt ausgewählte Werke aus den Beständen der hauseigenen Sammlung zum Anlass, mit den Bedingungen und Möglichkeiten des Ausstellens zu experimentieren, einzelne Parameter zu isolieren, zu untersuchen und zu variieren. Wie werden Kunstwerke präsentiert? Wie beeinflussen der Raum und das Umfeld die Werke? Gibt es ein "Gesetz der guten Nachbarschaft" (Warburg) oder sind alle Werke "der Todfeind" aller anderen (Adorno)? "The Conditions of Being Art (oder der Amateur)" stellt damit – wie der Ausstellungszyklus im Ganzen – die Frage nach dem ebenso komplizierten wie faszinierenden Zusammenhang der Werke untereinander sowie nach dem Verhältnis von Werk und Künstler, Künstler und Kurator, Kurator und Publikum, die sich in vielfältiger Form in den Räumen der Ausstellung begegnen. Den Künstler repräsentieren u. a. die Signatur und das Selbstportrait, also Mittel der Authentifizierung, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In den Fokus rückt demgegenüber eine selten beachtete Form der Grenzziehung: der Rahmen, der die Werke umgibt und die Autorschaft beschränkt. Wo hört das Werk auf? Wo fängt der Rahmen an? Was passiert, wenn der Rahmen zum Werk wird? Die besondere Bedeutung der Nachbarschaft für die Wirkung der einzelnen Arbeiten (ihr Mit-, Neben- und Gegeneinander auf der Wand oder im Raum) bildet den letzten großen Schwerpunkt, der in der Ausstellung untersucht wird und zeigt, wie die Werke einander beeinflussen, ja ineinander diffundieren können. Präsentiert werden jene Werke, die in der zweiten Fassung des Zyklus in Form eines Audioguides zur Sprache kamen, also nur zu hören und nicht zu sehen waren. Sie werden (so viel sei verraten) auch diesmal nicht störungsfrei kuratiert. Gerade die Störungen zeigen, was sonst funktioniert. Die Ausnahmen zeigen die Regeln.

Die Ausstellung wird am Samstag, 19. Oktober, 19 Uhr in der Städtischen Galerie Wolfsburg eröffnet. Laufzeit der dritten Fassung bis 23. Februar 2020.


Pressemitteilung vom 11.10.2019

Birgit Brenner erhält Kunstpreis der Stadt Wolfsburg 

Der renommierte Wolfsburger Kunstpreis „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ geht 2020 an die Berliner Künstlerin Birgit Brenner.
Begleitend zu der Preisvergabe im Oktober 2020 wird in der Städtischen Galerie Wolfsburg eine Einzelausstellung der Künstlerin gezeigt. Zusätzlich gibt es einen Ankauf für die Sammlung der Städtischen Galerie.

In ihrer Begründung schreibt die Jury: „Birgit Brenner setzt sich in ihren Arbeiten gesellschaftskritisch mit dem Alltag auseinander. Sie hat eine ganz eigene Bildsprache entwickelt, die sich nicht auf ein Medium beschränkt. In der Gegenüberstellung von analogen und digitalen Sehmustern, von Perfektion und Do-it-yourself, von realem Leben und künstlicher Konstruktion formuliert die Künstlerin Kommentare und Fragen zu aktuell virulenten Themen.“

1959 wurde der Kunstpreis der Stadt Wolfsburg erstmals verliehen und versteht sich als eine fördernde Initiative für Künstlerinnen und Künstler, die sich in der Mitte ihrer Laufbahn befinden. Idealerweise kann er als Katalysator für Rückschau und Weiterentwicklung wirken. In den vergangenen Jahren ging der Kunstpreis u. a. an Thomas Schütte, Katharina Fritsch, Olaf Nicolai, Jörg Herold, Angela Bulloch, Bernhard Martin, Bettina Pousttchi und Julius von Bismarck.

Birgit Brenner wurde 1964 in Ulm geboren. Sie studierte bei Rebecca Horn an der damaligen Hochschule der Künste Berlin und machte dort 1996 ihren Meisterschülerabschluss. Seit 2007 ist sie Professorin für Installation an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Seit September 2019 ist sie für zehn Monate Stipendiatin der Villa Massimo in Rom.


Pressemitteilung vom 07.10.2019

Das Bild des Italieners

Podiumsdiskussion zur Ausstellung Punti de vista. Benno Wundshammer

Der Fotojournalist Benno Wundshammer hat nicht nur zahlreiche Fotografien von Italienern in der Volkswagenstadt hinterlassen, er hat in ihnen und über sie auch mindestens ein Bild des Italieners vermittelt: das des erfolgreichen Arbeiters, des Charmeurs, des von der Sehnsucht nach seiner Heimat Gezeichneten, des zu plötzlichen Reichtum Gekommenen.

Doch wie sich Migration und Integration vor Ort konkret entwickelt und über die Jahre verändert haben, wird, während sie sich vollzieht, durch die Akteure unterschiedlich wahrgenommen und in der Retrospektive ebenso verschieden erinnert. Mit diesem Thema beschäftigen sich die Podiumsdiskussion am Dienstag, 15. Oktober, ab 18 Uhr in der Städtischen Galerie Wolfsburg.

Daniela Cavallo (stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei der Volkswagen AG), Hans Karweik (Journalist), Marlies Ottimofiore (ehemalige Mitarbeiterin der Italienischen Konsularagentur), Eleonora Marrone (Geschäftsführerin des Vini D’Italia), Rocco Artale (einer der ersten "Gastarbeiter" in Wolfsburg, ehemaliger Gewerkschaftssekretär und Stadtrat, Mitbegründer des Wolfsburger Ausländerbeirats und Ehrenbürger der Stadt Wolfsburg) diskutieren ausgehend von der Fotoreportage Wundshammers auf dem Podium ihre jeweiligen Perspektiven – als erfolgreiche Frau im Beruf, als Italiener in Wolfsburg, als Kulturschaffende und Kulturprägende.

Wie wurde das Bild des Italieners als das Unbekannte und Fremde damals rezipiert und wie überträgt sich dies in heutigen gesellschaftlichen Debatten? Wie gestaltete sich das Zusammenleben und welche Potentiale und Chancen haben sich daraus entwickelt? Durch diese Themenfelder moderieren Dora Balistreri (Italienische Konsularagentur Wolfsburg) und Alexander Kraus (Institut Zeitgeschichte und Stadtpräsentation-IZS).

Die Ausstellung ist bis zum 1. Dezember in der Städtischen Galerie Wolfsburg zu sehen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.


Pressemitteilung vom 01.10.2019

Ode an die Vergesslichkeit

Beim Herbstspaziergang Kunst entdecken

Schloss Wolfsburg wird von einem englischen Landschaftspark im Osten sowie einem Barockgarten auf der Nordseite umgeben der auch im Herbst zum Spaziergang einlädt. In den Parkanlagen verbinden sich traditionellerweise Natur und Kunst. Im Park ist die Skulptur "Ode an die Vergesslichkeit" von Bernhard Martin entstanden, die Jung und Alt gleichermaßen ansprechen soll.
Der 1966 in Hannover geborene Künstler hat eine Gartenlaube entworfen, die in die Erde versunken scheint, gerade das Dach lugt noch heraus. Keck wächst aus dem Dach ein Ast, der gekrönt wird von einem unerwarteten Element, einem modischen Schuh. Und um diese surreal anmutende Skulptur herum wurde ein kleines Labyrinth angelegt.


Pressemitteilung vom 04.09.2019

100 Prozent digital

Phaenomenale wird zum Digitalfestival

Aus dem seit 2007 biennal in Wolfsburg stattfindenden Science-and-Art Festival Phaenomenale wird 2020 ein Digitalfestival unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler.

Motor dieser digitalen Weiterentwicklung des Festivals ist Kultur- und Digitaldezernent Dennis Weilmann: "Die Stadt Wolfsburg generiert und unterstützt ausdrücklich Initiativen, die sich mit den Entwicklungen und Fragen der Digitalisierung auseinandersetzen. Die neue Phaenomenale hat genau dies zum Ziel. Sie ist aber nicht nur ein Festival. Die Phaenomenale ist gleichzeitig ein Netzwerk von Akteuren aus Kultur, Technik und Wirtschaft, die ihre Kräfte bündeln und so mehr Strahlkraft nach innen und nach außen erlangen", so Weilmann.

Um das Festival voran zu treiben hat sich eine Projektgruppe bestehend aus Kunstverein, phaeno und Stadt Wolfsburg (Städtische Galerie, Referat für Digitalisierung und Wirtschaft sowie Kulturwerk) gebildet. "Die Phaenomenale 2020 wird neue Möglichkeiten zum (kritischen) Austausch und zum Ausprobieren bieten; sie wird Schaufenster, Marktplatz und Bühne der Digitalisierung sein; sie arbeitet mit Bürgerbeteiligung und Partizipation, sie wird Fragen aufwerfen und diskutieren, " so Monika Kiekenap-Wilhelm vom städtischen Kulturwerk.

Im Oktober 2019 startet eine Kick-Off-Phase mit einem von der Städtischen Galerie Wolfsburg organisierten BarCamp. Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern aus unterschiedlichen Bereichen, werden zunächst Inhalte, Formate und Projekte des Festivals diskutiert und verfeinert. Hierzu konnte die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg als weiterer Partner gewonnen werden. In einem zweiten Schritt werden dann die Kulturschaffenden und die Bürger in die Konzeption des Festivals mit einbezogen.

Das Festival selbst startet im Herbst 2020 unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler, in einem Zeitraum von 10 Tagen. Geplant ist unter anderem eine Aktion auf der Porschestraße, bei der Schaufenster von Kulturschaffenden und Netzwerkpartnern mit digitalen Themen bespielt werden.


Pressemitteilung vom 20.08.2019

Blickpunkte

Kunstgespräch in der Mittagspause

Die Städtische Galerie bietet jeden ersten Donnerstag im Monat ein Kunstgespräch in der Mittagspause an.

Am Donnerstag, 5. September, 12:30 Uhr ist es wieder soweit. Nach einer kurzen Führung durch die aktuelle Ausstellung -  Benno Wundshammer und die ersten "Gastarbeiter" in der Volkswagenstadt (1962) -  besteht die Möglichkeit, ein leichtes Mittagessen einzunehmen.

Kosten für die Veranstaltung und das Mittagessen: 8 Euro, Jahresabonnenten: einmalig 65 Euro.

Anmeldung bis Dienstag vor der Veranstaltung unter Telefon: 05361 28-1012.


Pressemitteilung vom 14.08.2019

Sommerfest und Ausstellungseröffnung

Sinta Werner zeigt ihre Kunst im Hauptbahnhof Wolfsburg

Die neue Ausstellung Return / Enter in der KUNST-STATION im Hauptbahnhof Wolfsburg wird am Mittwoch, 28. August, um 18 Uhr im Beisein der Künstlerin Sinta Werner eröffnet. Im Anschluss daran laden die Veranstalter zum Sommerfest an den Mittellandkanal ein.

Return / Enter ist eine Wand-Kachelarbeit und auf jeweils einer Seite des Aufenthaltsbereiches im Bahnhofsgebäude befinden sich die Begriffe Return und Enter in pixeliger Kachelästhetik. Das Begriffspaar Return / Enter ist einerseits von der Computertastatur bekannt, kann aber auch synonym für den Vorgang des Reisens gelesen werden: zu einem Ort zurückkehren, einen anderen Ort betreten.

Eine Ausstellung der Städtischen Galerie Wolfsburg in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und der Neuland Wohnungsgesellschaft. Weitere Infos unter: www.staedtische-galerie-wolfsburg.de.

Pressemitteilung vom 24.07.2019

Christian Schiebe erhält Auszeichnung

Druckwerkstattstipendium „ABDRUCK“ 2019 vergeben

Nach Hanna Nitsch, Lucie Mercadal und Christoph Mascher hat nun Christian Schiebe das Stipendium "ABDRUCK" für die Druckwerkstatt der Städtischen Galerie im Schloss Wolfsburg erhalten.

Bereits zum vierten Mal hat die Braunschweigische Stiftung Stipendien in ihrem Projektfeld "Bildende Kunst" an Künstlerinnen und Künstler der Region vergeben. Das Stipendienprogramm umfasst zwei Stipendien: Das Vorhabenstipendium "IDEE" und das Werkstipendium "ABDRUCK".

Das Vorhabenstipendium "IDEE" wird im Jahr 2019 an den Künstler Steve Luxembourg vergeben. Das Werkstipendium "ABDRUCK" in Kooperation mit der Städtischen Galerie Wolfsburg geht an Christian Schiebe. Die Stipendiaten werden zur Eröffnung der Malte Sartorius Ausstellung im Rahmen vom Wochenende der Graphik am 9. November in der Villa von Amsberg (Friedrich-Wilhelm-Platz, 38100 Braunschweig) ihr Vorhaben der Öffentlichkeit vorstellen. Und zum Abschluss der Stipendienzeit, im Sommer 2020, werden die Ergebnisse der Künstler im Rahmen einer Ausstellung präsentiert.

Die geförderten Künstler erhalten ein Forum, um ihre Werke zu präsentieren. Sie werden dabei von dem Kunstwissenschaftler Marcus Körber begleitet, um eine reflektierte und kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen künstlerischen Werk während der Stipendienzeit zu ermöglichen.

Der Stipendiat in der Druckwerkstatt der Städtischen Galerie Wolfsburg, Christian Schiebe, lebt und arbeitet als Bildender Künstler in Braunschweig. Er stammt aus Neubrandenburg, wo er 1985 geboren wurde. Schiebe studierte an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin und an der Kunsthochschule in Kassel. Er war zunächst Lehrbeauftragter an der Kunsthochschule Weißensee und ist nun Lehrbeauftragter für Bildnerisches Gestalten an der FH Anhalt in Dessau.

Seit seinem Meisterschülerabschluss 2014 bei Prof. Nanne Meyer arbeitet er ausschließlich prozessorientiert mit dem Medium Zeichnung und zu den Themen "Erfindung, Erscheinung und Erfahrung". Sein Interesse richtet sich auf Prozesse und Phänomene, die sich außerhalb von wortsprachlicher Fassbarkeit befinden. Statt Dinge zu bezeichnen, fasst der sie in Zeichnungen und Zeichnungsinstallationen. Die Faszination von Sehen und Nicht-Sehen, von Anwesenheit und Abwesenheit drückt sich in seinen Werken aus. Seit seiner Arbeit als Zeichner bei einer Ausgrabung in Ägypten entwickelt sich sein Werkzyklus "Feldzeichnungen" und nun möchte der Künstler mithilfe des Stipendiums "ABDRUCK" seine Bildsprache mit druckgrafischen Mitteln in der Druckwerkstatt im Schloss Wolfsburg erweitern.

Die Förderung von jungen Künstlern und Künstlerinnen, auch im regionalen Verbund, ist ein wichtiger Baustein der Städtischen Galerie Wolfsburg und so wurde im Jahr 2015 erstmals und in Kooperation mit der Braunschweigischen Stiftung das Druckwerkstattstipendium "ABDRUCK" ins Leben gerufen. Denn mit der im Schloss angesiedelten Druckwerkstatt verfügt die Städtische Galerie Wolfsburg, als Museum für Gegenwartskunst, zusätzlich über einen einmaligen Ort zeitgenössischer Kunstproduktion. Seit über 50 Jahren bietet die Werkstatt Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit des künstlerischen Experiments, der Aneignung von Wissen und des Austauschs zwischen Kunstschaffenden und der Bevölkerung.

Das Werkstipendium "ABDRUCK" ist eine Kooperation der Braunschweigischen Stiftung mit der Druckwerkstatt der Städtischen Galerie Wolfsburg. Es ist kein finanzielles Stipendium, sondern bietet dem Stipendiaten / der Stipendiatin die Möglichkeit, in der gut ausgestatteten Druckwerkstatt zu arbeiten und Neues zu erproben. Anleitung und Hilfestellung durch einen erfahrenen Druckgrafiker geben auch und vor allem Künstlern und Künstlerinnen, die bisher nicht mit Druckmedien gearbeitet haben, Gelegenheit zu neuen Arbeitsimpulsen. Ziel dieser Künstlerförderung, die sich an Künstler und Künstlerinnen, die im Braunschweigischen wohnen, richtet, ist die Entwicklung neuer, experimenteller Grafikarbeiten und dadurch die Setzung weiterer Akzente in der Kunstlandschaft des Braunschweigischen Landes.


Pressemitteilung vom 17.06.2019

Mensch Macht Maschine

Städtische Galerie zeigt zweite Fassung von Nik Nowaks Ausstellungsreihe „DELETHE“

Das Langzeitprojekt DELETHE wurde 2012 als Projekt des Künstlers Nik Nowak, des Rechtsanwalts Philipp Brandt und des Kurators Peter Lang (✝) gegründet. 2014 kamen die Kommunikationsdesigner VERBALVISUAL als Kollaborateure hinzu. DELETHE befasst sich mit der Frage nach dem Umgang und der Löschung von Daten nach dem Tod. Die Städtische Galerie zeigt die zweite Fassung der Ausstellungsreihe vom 25. Juni bis 27. Oktober.

Das Projekt ist Forum, Selbstversuch und Service zugleich und möchte den aktuellen Stand der Rechtslage mit der praktischen Umsetzbarkeit von Löschung persönlicher Daten nach dem Tod abgleichen. Mit dem Tod eines Menschen ergeben sich persönliche und rechtliche Fragen zum Umgang mit den Daten in der virtuellen Realität. Profile in den sozialen Netzwerken, Avatare, Accounts bestehen weiter. Die Ausstellung stellt unter anderem die Fragen, wem die Daten nach dem Ableben gehören; ob es einen Rechtsanspruch auf Löschung gibt; was der Kontrollverlust über die Daten bedeutet und ob es ein Recht auf das Vergessen werden gibt.

In der begehbaren Installation DELETHE spielen künstlerische Reflektionen zum Wandel unserer Zeit sowie das Verhältnis konkreter zu virtueller Realität in Bezug auf die Speicherung und Löschung von Daten, Vergessen und Archivieren eine Rolle.

Nik Nowak ist Künstler, Musiker und Kurator. Seine medienübergreifende künstlerische Arbeit befasst sich häufig mit der Wirkung von Sound, so wie mit der Rolle von Soundsystemen als kulturelle Transmitter oder akustische Waffen. Soundobjekte wie "Mobile Booster", "Panzer" und die "Echodrohnen" verschafften ihm weltweite Aufmerksamkeit.

Neben seiner Ausstellungstätigkeit geht er dem Phänomen der mobilen Soundsysteme seit Jahren auch wissenschaftlich nach und hält Vorträge zu diesem Thema. Außerdem tritt er regelmäßig mit Live- und DJ-Sets alleine oder mit seiner Band Schockglatze als Musiker auf.

Nowak studierte von 2002 bis 2007 Kunst an der Universität der Künste, Berlin, war Meisterschüler von Prof. Lothar Baumgarten und besuchte 2007 die Bildhauerklasse von Xiang Jing an der Shanghai Normal University. 2007 wurde ihm das Georg-Meistermann-Stipendium verliehen. 2014 kuratierte er in Zusammenarbeit mit dem Museum Marta die internationale Ausstellung "BOOSTER Kunst Sound Maschine" und wurde mit dem Gasag Kunstpreis ausgezeichnet, der herausragende künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik ehrt.