Neuigkeiten

Wissenswertes aus den Wolfsburger Museen

Pressemitteilung vom 06.03.2019

Wanderausstellung im Stadtmuseum

Das Braunschweigische Land im Nationalsozialismus

Die nationalsozialistische Diktatur gehört zu den intensiv erforschten Abschnitten deutscher Geschichte. Und doch fällt es vielen, vor allem jüngeren Menschen schwer, die Geschehnisse mit ihrer engeren Heimat in Verbindung zu bringen. Hier setzt die Wanderausstellung »Das Braunschweigische Land im Nationalsozialismus« an, die vom 2. April bis 16. Juni bei freiem Eintritt im Stadtmuseum Wolfsburg zu sehen ist: Zum dritten Mal betrachtet die AG Heimatpfleger der Braunschweigischen Landschaft auf diese Weise eine historische Epoche aus konsequent regionalem Blickwinkel.

Die Ausstellung widmet sich auf 32 großformatigen Text-Bild-Tafeln den Themenbereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Infrastruktur. Sie nimmt dabei lokale Ereignisse, Bauwerke und Personen in den Fokus, die, einem Mosaik gleich, ein Bild des Landes während der NS-Zeit ergeben. Berücksichtigt werden alle aktuellen Mitglieder der Braunschweigischen Landschaft – die Städte Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter sowie die Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel und Peine – aber auch ehemalige Landesteile wie die Landkreise Holzminden oder Blankenburg.


Pressemitteilung vom 18.02.2019

„Willkommen, lieber Frühling“

Ein Kreativnachmittag für die ganze Familie zum Frühlingsanfang

Der Frühling weckt derzeit auf sonnige Weise die Vorfreude auf die blütenreiche und wärmende Jahreszeit. Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum schließt sich diesem Stelldichein des Lenzes an und heißt den Frühling am kommenden Sonntag, 24. Februar, um 15 Uhr mit einem Kreativnachmittag für die ganze Familie willkommen. Die Museumsmitarbeiterinnen Christina Dykan Andrés und Sofie Marx begleiten das Publikum auf einem Rundgang durch das Museum und die Sonderausstellung "Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben in bunten Stickbildern". Bei einer frühlingshaft bunten Kreativaktion für die ganze Familie entstehen als Willkommensgruß für den Frühling Lesezeichen, Fensterketten und allerlei mehr. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Hoffmann von Fallersleben selbst war ein ausgesprochener Fan des Frühlings. Der in Fallersleben am 2. April 1798 geborene Dichter sympathisierte allein schon durch sein Geburtsdatum mit den frühlingshaften Monaten März bis Juni. Für den singenden Freiheitskämpfer symbolisierte der Frühling in einer Epoche des fundamentalen gesellschaftlichen Wandels, ausgelöst durch die Französische Revolution, einen Aufbruch zu Veränderungen. So blühen in vielen seiner Texte die Freiheitsbäume, singen die Vögel von Amsel, Drossel Fink und Star in ihren je eigenen "Sprachen" miteinander und streifen die Menschen fröhlich durch Wald und Feld. Nach der gescheiterten Revolution 1848/49 in den deutschen Ländern knüpfte der inzwischen reifere Hoffmann all seine politischen Hoffnungen auf die zukünftige Verwirklichung von "Einigkeit und Recht und Freiheit" an die Jugend, die für ihn lyrisch die Blütezeit bildete.





Pressemitteilung vom 07.02.2019

Song Contest im Schloss Fallersleben

Schönste Stimme für Hoffmanns Kinderlieder gesucht

TV-Formate wie „The Voice of Germany“, „Deutschland sucht den Superstar“ oder der „Eurovision Song Contest“ zeigen, wie populär das Singen ist und wie viele Talente es gibt. Eines der beliebtesten Highlights in der Dauerausstellung zum Leben und Werk Hoffmanns von Fallersleben ist die Karaokestation mit Hits wie „Alle Vögel sind schon da“, „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ oder „Ein Männlein steht im Walde“. Mit viel Spaß geben Gäste hier ihre Vorstellung und die „Maschine“ aktualisiert regelmäßig die 100 besten Sänger.

Auch die derzeit im Obergeschoss des Schlosses Fallersleben zu sehende Sonderausstellung „Hoffmanns Kinderlieder in bunten Stickbildern“ gibt immer wieder Anlass zu vielen Gesangsrunden. Die Ausstellungen veranlassten das Museumsteam nun, in einem museumseigenen Song Contest am kommenden Sonntag, 17. Februar, um 14 Uhr die schönste Stimme für Hoffmanns Kinderlieder zu suchen. Die Jury aus Museumsmitarbeitern, den Pädagoginnen Christina Dykan Andrés und Elke Schulz sowie dem ehrenamtlichen Museumsfreund Peter Riewaldt, vergibt dabei Punkte und Preise für die musikalische Leidenschaft, die individuelle Liedinterpretation und die Live-Performance. Auf korrekte Töne und Melodieführung wird dagegen nicht so genau gehört.

Mitmachen können alle – Solo-Interpreten, Duos und Ensembles vom Kindergartenkind bis zum Schüler und Studenten, von jungen Erwachsenen bis zu Senioren. Die Teilnehmer können ein Hoffmann-Lied nach freier Wahl vorbereiten oder sich vor Ort für einen Song aus Hoffmanns reichhaltigem Repertoire entscheiden. Interessierte können sich bis zum 15. Februar zu den Museumsöffnungszeiten unter Telefon 05362-526 23 oder per Mail an hoffmann-museum@stadt.wolfsburg.de anmelden. Spontanes Vorsingen ist jedoch ebenso am Veranstaltungstag möglich.


Pressemitteilung vom 10.01.2019

Rendezvous mit Schlossgeistern

Gespensterführung durch Wolfsburgs Schlossgeschichte

Zu einer Gespensterführung durch Wolfsburgs Schlossgeschichte lädt das Stadtmuseum am Valentinstag, Donnerstag, 14. Februar, 20.15 Uhr auch (erwachsene) Verliebte ein. Treffpunkt im Foyer Stadtmuseum. Sobald das Dunkel der Nacht Einzug hält, werden sie wach, wandeln um Ecken und über Flure, erscheinen auf dem Schlossplatz oder in den Gartenanlagen – die Geister und Gespenster, die zu jedem Schloss gehören.

Die Besucher können sich auf ein schaurig-schönes Rendezvous mit der weißen Frau und dem Mönch mit der haarigen Hand freuen, den spukenden Bewohnern der Wolfsburg. Schlossführerin Gundula Zahr stellt bei einer fast nächtlichen Besichtigung dieses städtischen Wahrzeichens mit jahrhundertealter Tradition die historisch verbrieften Hintergründe dieser an Legenden reichen Wesen vor.

Gruselfreie Erholung gibt es abschließend bei "Gespensterblut" und süßem "Geisterallerlei". Eintritt: 8 Euro. Die Besucher bringen bitte Taschenlampen mit und können gerne gespenstisch kostümiert sein.


Pressemitteilung vom 04.01.2019

Ausgeschnitten

Offenes Atelier in der Städtischen Galerie

Zum ersten Offenen Atelier am 20. Januar geht es gleich in eine neue Ausstellung. Entdeckt werden kann das Werk der amerikanischen Künstlerin Lorraine O´Grady, die bereits 84 Jahre alt ist und zu den spannendsten Künstlerinnen unserer Zeit gehört. Mit Papiercollagen aus Zeitungen und Zeitschriften kann erstaunlich viel gefertigt und mithilfe von Kleber oder Wasser Verformungen geschaffen werden. Papier nicht nur als Flachware zu sehen, sondern auch als skulpturale Erscheinung wahrzunehmen, wird dabei im Mittelpunkt und die Kunstvermittlerin Anna-Maria Meyer mit Tipps zur Seite stehen.

Das Material steht bereit und wie immer beim Offenen Atelier kann natürlich auch frei gearbeitet werden. Ideen werden gemeinsam im Austausch oder individuell entwickelt und umgesetzt. An jedem dritten Sonntag im Monat treffen sich all Diejenigen die etwas ganz Neues und Unbekanntes kennen lernen wollen oder Bekanntes wiedersehen möchten. Einfach mal reinschauen und mitmachen!

Die Veranstaltung findet von 14 bis 17 Uhr in der Städtischen Galerie statt und ist kostenfrei sowie offen für alle Altersgruppen. Treffpunkt ist im Südflügel des Schlosses Wolfsburg und anschließend in der Bürgerwerkstatt.

Lorraine O´Gradys eigenwilliges künstlerisches Werk zeichnet sich durch große Vielfalt und die Nutzung verschiedenster Medien aus. Einem breiten Publikum ist sie durch die Performancereihe "Mlle Bourgeoise Noire" bekannt geworden, mit der O’Grady in der Rolle einer wütenden Schönheitskönigin gegen die Rassendiskriminierung in der Kunstwelt der 1980er Jahre und die fehlende Aufmerksamkeit der feministischen Bewegung für Fragen der Klassenungerechtigkeit protestierte. Diskriminierung, Feminismus, Selbstbehauptung und die Probleme von Minderheiten sind Themen, die Lorraine O‘Grady im Laufe ihres langen künstlerischen Werdegangs immer wieder neu bearbeitet und hinterfragt. Die Städtische Galerie Wolfsburg präsentiert mit der Edition "Cutting Out CONYT" (1977/2017) die Wiederaufnahme einer Serie von Collagen, in der O’Grady Ausschnitte aus aufeinanderfolgenden Sonntagsausgaben der New York Times vom 5. Juni bis 20. November 1977 zu Gedichten zusammenstellte. In der neuen Zueinanderordnung der 26 Blätter als "Haiku-Diptychen" entsteht eine Brücke zwischen dem Früh- und Spätwerk. Es ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in einem Museum außerhalb der USA.

Lorraine O’Grady wurde in Boston als Tochter karibischer Einwanderer geboren und kam erst spät zur bildenden Kunst. Nachdem sie 1956 ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften und der spanischen Literatur am Wellesley College abgeschlossen hatte, arbeitete sie als Geheimdienstanalystin für die Regierung der Vereinigten Staaten. Im Rahmen dieser Tätigkeit musste sie täglich zehn nationale und internationale Zeitungen lesen und während der Kuba-Krise zusätzlich drei Tagesmitschriften kubanischer Radiosender sowie die Nachrichten verschiedener Agenten. O‘Grady berichtet, dass in dieser Zeit die Sprache für sie "kollabierte" und zu einem großen Brei zusammenfloss. Sie gab die Tätigkeit auf. Bevor sie sich dann allerdings Ende der 1970er Jahre ganz der bildenden Kunst widmete, war sie Übersetzerin für Literatur und Wirtschaft und schrieb Rockkritiken für "The Village Voice" und "Rolling Stone". Der breite Erfahrungshorizont ermöglichte der Künstlerin eine distanzierte und kritische Sicht auf die Kunstwelt. Lorraine O’Grady wurde zu einer aktiven Stimme in der damaligen alternativen New Yorker Kunstwelt.


Pressemitteilung vom 08.11.2018

Bunte Stickereien

Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben

Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum zeigt ab Dienstag, 13. November, Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben in bunten Stickereien der Künstlerin Gudrun Cohnen-Nussbaum aus Holzminde.

Kulturdezernent Dennis Weilmann: "Die Ausstellung von Gudrun Cohnen-Nussbaum bietet die schöne Gelegenheit, mehr als die bisher bekannten Kinderlieder Hoffmanns-von-Fallersleben auf eine kreative Art und Weise zu entdecken. Ich lade alle Besucherinnen und Besucher ein, Hoffmann als Kinder-Freund und Familien-Vater kennenzulernen und selbst in Kindheitserinnerungen zu schwelgen, aber auch über die gesellschaftskritischen Botschaften in den Texten nachzudenken."

Die studierte Grafikerin Gudrun Cohnen-Nussbaum lebt seit 1973 mit ihrer Familie in Holzminden im Weserbergland, unweit von Corvey, der letzten Lebensstation Hoffmanns von Fallersleben. Hier besuchte die Künstlerin oft des Dichters Arbeitszimmer im Schloss und auch sein Grab. Nachdem Gudrun Cohnen-Nussbaum ein Buch mit mehr als 550 Kinderliedern aus der Feder Hoffmanns entdeckte, entflammte sie geradezu für diese Texte und Melodien. Begeistert ist sie von der thematischen Vielfalt, in die sich die Werke einordnen lassen: Jahreszeiten, Spiele, Feste und Tiere und Pflanzen. Beim wiederholten Lesen erinnerte sich die gebürtige Aachenerin an ihre eigene Kindheit, in der sich die Motive der Hoffmann’schen Dichtung widerspiegelten. Kulturhistorisch wurden im bürgerlichen 19. Jahrhundert, in der Zeit Hoffmanns, Kinder erstmals als eigenständige Persönlichkeiten mit Geist und Gefühlen wertgeschätzt, die Kindheit als Idee und Lebenskonzept beschrieben. In diesem Zusammenhang sind auch Hoffmanns Kinderlieder zu verstehen. Zugleich wurden diese Dichtungen sehr schnell und den gesellschaftlichen Entwicklungen folgend zur Volkskunst – gesungen, ohne dass die Autorenschaft bekannt war. Und daran hat sich bis heute wenig geändert.

Gudrun Cohnen-Nussbaum begab sich mit Hoffmanns-Kinderliedern auf eine Erinnerungsreise in die eigene Kindheit und zugleich auf eine Reise durch die Kulturgeschichte des Kreuzstichs in der Stickerei. Denn neben dem Zeichnen ist die Textilbearbeitung ihre bevorzugte künstlerische Ausdrucksform. Und so wie sie Hoffmanns Kinderlieder recherchierte, ermittelte sie vielfältige, internationale und teils jahrhundertealte Muster, die nach dem Kreuzstichverfahren entstanden und gleichfalls zur traditionellen Volkskunst gezählt werden. Diese Motive kombinierte die Künstlerin mit den Kinderlied-Texten Hoffmanns. In fünf Jahren entstanden so 138 gestickte Bilder und zwei Bücher.

Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum freut sich, diese Ausstellung in seinen Sonderausstellungsräumen im Obergeschoss des Schlosses Fallersleben zu zeigen und mit den Besucherinnen und Besuchern über Kindheit damals und heute ins Gespräch zu kommen sowie viele Hoffmann-Lieder für Kinder gemeinsam zu singen. Freier Eintritt. Bis Ostermontag, 22. April 2019 ist die Ausstellung zu sehen.


Pressemitteilung vom 25.10.2018

Soundtrack WOB

Ausstellung im Stadtmuseum eröffnet

Das Stadtmuseum spult zurück. Musik und Jugendkultur sind die Themen der neuen Ausstellung "Soundtrack WOB". Doch weniger Musikstile und Bands stehen im Mittelpunkt als vielmehr die Schauplätze des Musik-Machens und -Konsumierens in und um Wolfsburg: Wo fanden Konzerte und Open-Air-Festivals statt? Wo tanzte man durch Disco-Nächte? Wo kaufte man Schallplatten? Und welche Dörfer der Umgebung boten Ziele für Musiker und Fans? Kulturdezernent Dennis Weilmann: "Die Ausstellung gibt einen schönen Überblick wie vielfältig Wolfsburgs Musikszene war und ist. Von den Beat-Bands der Sechziger bis zu den Rappern von heute, von der Stadthalle und den Jugendfreizeitheimen bis zum Hallenbad am Schachtweg. Ich kann die Ausstellung jedem Musikfan wärmstens empfehlen."

Die Namen mancher Orte führen weit in die Vergangenheit: der »Mehrzwecksaal« im »Kulturzentrum« zum Beispiel oder der Saal der »Schmiede« im alten Gewerkschaftshaus. Wer kennt noch die Jugendzentren im »Hotel Noack« oder »Onkel Max«? Eine wichtige Konzertbühne jenseits des Mainstream bietet weiterhin das selbstverwaltete Jugendhaus Ost, das so gar nicht ins glatt-moderne Wolfsburg-Bild passen will. Und das Hallenbad am Schachtweg hat seine Wurzeln im Kaschpa-Zentrum. Fast vergessen ist der Star-Club in Ahnebeck, zu seiner Zeit mindestens so angesagt wie später der Jembker Hof – eine »Dorfdisco« mit eigener Revival-Party-Reihe. Und spielten nicht die Rolling Stones auf dem VW-Parkplatz Ost? Und die Trottelkacker auf der Schweineweide bei Rümmer?

Alle diese Schauplätze waren und sind Orte der Kreativität, des Sich-Ausprobierens und Sich-Auslebens, Grenzüberschreitungen inklusive. In jedem Ausstellungsstück steckt somit ganz viel Lebensgefühl. Zum Glück sind Musiker und Fans oft auch Sammler. Für die Ausstellung haben viele von ihnen wahre Schätze zur Verfügung gestellt: die Siegergitarre vom Beatfestival, Konzertplakate aus dem Wolfsburger Underground, an Pinnwänden verblichene Eintrittskarten, seltene Tapes und wertvolles Vinyl. Viele historische Fotos sind zu sehen, mal kunstvoll komponiert, mal authentisch-rau. Hörstationen mit Interviews und Musikbeispielen dürfen natürlich nicht fehlen. Spätestens vor dem großen Stadtplan mit den vielen Schauplätzen der Wolfsburger Musikszene entsteht er dann, der Soundtrack WOB.
Das Stadtmuseum Schloss Wolfsburg zeigt die Ausstellung vom 24. Oktober 2018 bis 3. März 2019. Eintritt frei!