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Wissenswertes aus den Wolfsburger Museen

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M2K

… so heißt unser neues städtisches Institut, das sich aus den Städtischen Museen, dem Kulturwerk und den Kreativwerkstätten zusammensetzt. 



Unser Internetauftritt wird zurzeit aktualisiert und überarbeitet.
In dieser Bearbeitungsphase bitten wir um Verständnis, wenn einige Internetseiten nicht korrekt dargestellt werden.


Pressemitteilung vom 21.09.2020

Lust auf Schlossgarten

Stadtmuseum lädt zu einem geführten Spaziergang durch die Gärten von Schloss Wolfsburg ein

Zu einem geführten Spaziergang durch die herbstlichen Gärten von Schloss Wolfsburg mit Museumsleiterin Monika Kiekenap-Wilhelm lädt das Stadtmuseum im M2K am Sonntag, 4. Oktober, um 15 Uhr ein.

Im Herbst präsentieren sich der Schlosspark und das grüne Schlossumfeld zu besonders stimmungsvoll.  Allein der Park umfasst ein Areal von 26 Hektar.  Bei einem Ausflug dorthin gibt es nicht nur viel frische Luft in angenehmer Umgebung, sondern auch viel zu entdecken:  Der metallische Kreisgarten im englischen Landschaftspark an der Ostseite der Wolfsburg wurde eigens für die Landesgartenschau 2004 angelegt. Aber welche Veränderungen hat der Schlosspark im Laufe der Jahrhunderte sonst noch erfahren? Was ist das Typische des Englischen Landschaftsgartens, wie unterscheidet er sich vom ehemaligen Barockgarten an der Nordseite des Renaissancebaus und wo findet man den Mammutbaum? Diesen und weiteren Fragen geht Monika Kiekenap-Wilhelm vor Ort in seinem etwa anderthalbstündigen Rundgang nach.

Aufgrund der aktuellen Hygienevorschriften ist die Zahl der Teilnehmenden begrenzt. Deshalb kann eine Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 05361 28-1040 oder per E-Mail (stadtmuseum@stadt.wolfsburg.de) und mit Mund-Nasen-Bedeckung erfolgen. Treffpunkt ist das Stadtmuseum im M2K in den Remisen am Schloss Wolfsburg. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.


Pressemitteilung vom 10.09.2020

Offenes Atelier wieder geöffnet

Städtische Galerie Wolfsburg lädt ein

Die Städtische Galerie Wolfsburg lädt am Sonntag, 20.09. ins Schloss Wolfsburg ein. Von 14 bis 17 Uhr findet in Dein.Raum das Offene Atelier statt.
Anna Maria Meyer stellt einige Werke der Sammlungsausstellung "Deine Kunst" vor und dann können die Teilnehmer*innen mit Geodreieck, Pinsel und Farbe selbst kreativ werden.

Bitte Geodreieck und einen großen und kleinen Pinsel mitbringen. Aufgrund der Hygieneregeln kann das Offene Atelier leider nicht wirklich wieder uneingeschränkt offen sein, da nur eine begrenzte Zahl daran teilnehmen kann. Anmeldungen sind daher erforderlich unter marina.lachmann@stadt.wolfsburg.de.


Pressemitteilung vom 08.09.2020

Burgmuseum wieder geöffnet

Ausstellung zeigt Geschichte der Burg Neuhaus

Das Burgmuseum auf der Burg Neuhaus ist wieder geöffnet und lädt zum Besuch seiner Ausstellungsräume ein. Die Öffnungszeiten der Dependance des Stadtmuseums im M2K, immer sonntags von 14 bis 17 Uhr, werden von den Mitgliedern des Freundeskreises der Burg Neuhaus begleitet. Von November bis Februar schließt das Museum bereits um 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Bei einem Besuch sind die Hygienevorschriften für die Burg Neuhaus zu beachten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Die Burg Neuhaus, auf einem Felsmassiv oberhalb des Hehlinger Bachs gelegen, gilt als eine der am besten erhaltenen Wasserburgen Norddeutschlands. In der Ausstellung zur Burggeschichte lässt sich viel über die kriegerischen Umständen erfahren, die die Errichtung der mehr als 600 Jahre alten Festung begleiteten. Ihr erster  Burgherr war Herzog Magnus der Jüngere, der auch den Beinamen "der Raufbold" trug. Fast zwei Jahrhunderte später fand das Zeitalter der Ritter ein Ende und es begann die Umnutzung der Burg Neuhaus zum herzoglichen Amtssitz. Das heutige Leben auf der Burg ist von Kunst, Kultur und Kitakindern bestimmt. Über die Entwicklungen der Burg Neuhaus im 20. Jahrhundert und die regionale Pflanzen- und Tierwelt wird in einem zweiten Ausstellungsraum berichtet.


Pressemitteilung vom 02.09.2020

Stadtrundgang: Durch die Porschestraße mit Foto-Rückblicken

Zu einer Stadterkundung auf den Spuren historischer Fotomotive von Wilhelm Marschner lädt das Stadtmuseum im M2K am Dienstag, 8. September. Start ist um 18:30 Uhr vor dem Alvar-Aalto-Kulturhaus.

Der Weg führt durch die Porschestraße zum Nordkopf und macht einen Abstecher zum Rothenfelder Markt. Ausstellungskurator Dr. Arne Steinert wird dabei großformatige Drucke von Fotos zeigen, die der Wolfsburger Lehrer und engagierte Hobbyfotograf Wilhelm Marschner in den 1950er bis 1970er Jahren aufgenommen hat. Derzeit sind diese in der Stadtmuseums-Ausstellung "Diaschau" zu sehen, doch der direkte Vergleich der Fotos von einst mit dem Stadtbild von heute ist besonders reizvoll.

Wilhelm Marschner hat nicht nur den vierspurigen Verkehrsfluss auf der Porschestraße und eine vergangene Geschäftswelt von Haerder bis Hertie aufgenommen, sondern auch kleine Alltagsszenen wie Straßenbau oder Schaufensterbummel festgehalten. Eine unterhaltsame Führung zu Wolfsburgs Vergangenheit ist damit garantiert.

Der Stadtrundgang ist kostenlos, die Zahl der Teilnehmenden jedoch auf 10 Personen begrenzt. Die Anmeldung erfolgt im Stadtmuseum unter der Telefonnummer 05361  28-1040. Für alle Teilnehmenden sind während des Rundgangs das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und das Einhalten des 1,5-m-Mindestabstands verpflichtend.


Pressemitteilung vom 02.09.2020

Der Sommer vor der Schlosstreppe

Lieder von Hoffmann von Fallersleben beschließen Veranstaltungsreihe 

Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K geht mit seiner Veranstaltungsreihe "Der Sommer vor der Schlosstreppe" nach draußen und lädt das Publikum ein, auf der Wiese vor dem Schloss Fallersleben Musik zu lauschen. So kann sich das Publikum am Donnerstag, 3. September, beim Programm von Claudio Calandra wie im Italien-Urlaub fühlen. Der Wolfsburger Musiker spielt italienische Hits und dabei wird sicherlich so manches Tanzbein auf den bereits ausgebuchten Sitzplätzen mitgewippt und geschwungen.

Bevor der kalendarische Sommer sich dem Herbst zuneigt, geht Elke Schulz am Sonntag, 6. September mit Liedern Hoffmanns von Fallersleben auf eine musikalische Wanderung durch die vier Jahreszeiten. Der in Fallersleben geborene Dichter wanderte zeitlebens gern. Er beobachtete genau die Pflanzen- und Tierwelt und beschrieb seine Eindrücke in Liedern und Gedichten: Man sieht einem Blümchen beim Wachsen zu, hört die Mücken tanzen oder den Kuckuck mit dem Esel streiten und singen. Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter spielen in Hoffmanns Werk eine wichtige Rolle zur Beschreibung der gesellschaftlichen Situation im 19. Jahrhundert. Für Elke Schulz sind viele Hoffmann-Lieder inzwischen Volkslieder, die jeder kennt und mitsingen kann. Sie möchte mit ihrer Programm-Auswahl auf den Autor Hoffmann von Fallersleben verweisen, uns an die Schönheiten der Natur gerade durch die Vielfalt der Jahreszeiten erinnern und auf den Herbst mit seiner bunten Blätterpracht einstimmen.

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind erforderlich, telefonisch unter 05362-52623 oder per E-Mail an hoffmann-museum@stadt.wolfsburg. Es stehen nur beschränkt Sitzplätze auf der Schlosswiese zur Verfügung, eine Mund-Nasen-Bedeckung ist auf dem Veranstaltungsgelände und im Schloss Fallersleben zu tragen und kann auf den Sitzplätzen abgenommen werden. Bei Regen muss die Veranstaltung leider entfallen.


Pressemitteilung vom 31.08.2020

Phaenomenale - Smart Culture

Wolfsburger Digitalfestival für die Region

Vom 24.09. bis zum 01.10.2020 findet in Wolfsburg das Digitalfestival phaenomenale – smart culture unter der Schirmherrschaft von Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, statt. "Die Digitalisierung wird unser Land in den nächsten Jahren weiter stark verändern. Alle gesellschaftlichen Bereiche werden davon erfasst sein. Ich lade Sie herzlich ein, die Möglichkeiten, die die phaenomenale bietet, zu nutzen und den Prozess der Digitalisierung auf diese Weise zu begleiten" sagt Minister Thümler.

Das Projektteam aus Kulturwerk im M2K und dem Referat Digitalisierung der Stadt Wolfsburg, der Städtischen Galerie Wolfsburg, dem phaeno und dem Kunstverein Wolfsburg veranstaltet mit zahlreichen regionalen Netzwerkpartnern eine einzigartige Veranstaltungsreihe zum Thema Digitalisierung, Kunst, Kultur und Wissenschaft - digital und analog - im gesamten Stadtgebiet!

Die Eröffnung der phaenomenale am 24. September rückt näher und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, nicht nur beim Projektteam. "Denn neben der Digitalisierung und dem einhergehenden Gesellschaftswandel steht bei der phaenomenale besonders der Netzwerkcharakter im Vordergrund", erläutert Wolfsburgs Erster Stadtrat Dennis Weilmann. Am Wolfsburger Digitalfestival 2020 beteiligen sich 38 regionale Institutionen.
"Der Prozess, ein Netzwerk zu formen begann am 22.10.2019 mit einer KickOff-Veranstaltung. Unserer Einladung sind damals zahlreiche Akteur*innen der Stadt und darüber hinaus gefolgt", erinnert sich Monika Kiekenap-Wilhelm, Institutsleiterin des M2K der Stadt Wolfsburg. Für die Zukunft ist vorgesehen, dass die phaenonenale alle zwei Jahre stattfindet. "Das bietet perspektivisch viel Potential. Ich hoffe, dass sich 2022 noch mehr Institutionen unserem Netzwerk anschließen", ergänzt Kiekenap-Wilhelm.

Das aus dem KickOff resultierende Konzept und letztlich das Festivalprogramm kann sich sehen lassen. Das Konzept manifestiert sich in dem Herzstück der phaenomenale, dem sogenannten "metaball". "Als einzigartiges künstlerisches Gebilde bildet er unter phaenomenale.com in Echtzeit die thematische und emotionale Auseinandersetzung der Twitter-User mit der Digitalisierung und gesellschaftlichen Transformation ab. Dies geschieht mittels einer eigens entwickelten Software, die auf Basis eines Algorithmus Tweets nach digitalen Themen, der emotionalen Färbung und bestimmten Hashtags wie #phaenomenale oder #wolfsburgdigital durchforscht", erklärt Dennis Weilmann, der sich auch wegen des partizipativen Ansatzes persönlich für die phaenomenale stark gemacht hat und das Festival als Motor vorantreibt.

Das Programm trumpft mit Kreativität und Vielfalt auf! Von Ausstellungsformaten wie dem Projekt "Erneuerbare Medien" des Kunstvereins Wolfsburg, welches digitale Technologien, Ökologie und künstlerische Praxis zusammenbringt über die Deutschlandpremiere der Tanztheateraufführung "Centaur" im Scharoun-Theater mit Thema KI und Bewusstseinsentwicklung bis hin zu Vortrags-Events wie dem "phaeno slam" zum Thema Wissenschaft und Digitalisierung.
Auch Rätselfreunde kommen auf ihre Kosten. Das Planetarium Wolfsburg beteiligt sich unter anderem auf seiner Website mit dem digitalen "phiz – dem Quiz zur phaenomenale" bei dem alle Netzwerkpartner sich mit Fragen rund ums Festival, Digitalisierung und Wolfsburger Institutionen beteiligen und jeden Tag ein*e Gewinner*in ermittelt wird.

Das gesamte Programm der phaenomenale ist unter phaenomenale.com digital abrufbar. Die Programm-Map wird in den kommenden Wochen an vielen Orten der Stadt zu finden sein.
 
Sponsor*innen: Volkswagen AG, Volksbank BraWo, Vespermann Real Estate Group
Fördernde: Wolfsburg Digital, campus.metropolregion, Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser Hinzu kommen die phaenomenale-Netzwerkpartner*innen:
Künstler*innen: Ali Altschaffel, Aram Bartholl, Tim Dalhoff, Manja Ebert, Joaquin Fargas, Felix Fisgus, Andreas Greiner, Bettina Hackbarth, Christina Hemauer & Roman Keller, Martin Kaltwasser, Noisebird Media, Emanuel Mooner, Joshua Rizzo, Sebastian Roese, Niklas Roy, Ingo Schulz, Ilka Theurich, Philipp Valenta, Volker Veit, Walter Winter
Netzwerkpartner*innen: Bildungshaus, CreArte, Hallenbad, Haltestelle, Institut Heidersberger, Italienische Konsularagentur Wolfsburg, Jugend in der Galerie, Junge Kunst, Kreativwerkstätten im M2K, Kunstmuseum, Planetarium, Scharoun-Theater, Stadt Braunschweig Fachbereich Kultur & Wissenschaft, Kontaktstelle Musik, Tim Dalhoff, WMG, Wolfsburg AG Sponsor*innen & Fördernde: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Land Niedersachsen, Volkswagen, Volksbank BraWo, Vespermann, Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Campus Metropolregion, Wolfsburg Digital, Jugendförderung Stadt Wolfsburg, Deutsche Bahn, Bau Watch, Demokratie Leben, Stiftung Niedersachsen, Neuland Wohnungsgesellschaft mbH


Pressemitteilung vom 21.08.2020

Führungen durch die neue Sonderausstellung „Hoffmann & Hoffmann - Der Vater und der Sohn“

Hoffmann-Museum startet mit Führungen am 25. August und 01. September

Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K bietet Führungen mit Kuratorin Dr. Gabriele Henkel durch die neue Sonderausstellung "Hoffmann & Hoffmann - Der Vater und der Sohn" an - Coronabedingt im kleinen Kreis mit maximal fünf Besucher*innen und unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften. Die nächsten Termine für die Führungen sind: Dienstag, 25. August, um 15 Uhr und Dienstag, 1. September, um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Es wird vorab um Anmeldung für die Führungen gebeten unter der Telefonnummer 05362 52623 oder per E-Mail an hoffmann-museum@stadt.wolfsburg.de.

Die Ausstellung ergänzt die Dauerausstellung des Hoffmann-Museums und greift auch den familiären Aspekt auf. Sie beginnt mit verschiedenen Porträts Hoffmanns von Fallersleben, mit denen er auch das Bild der Zeitgenoss*innen über sich selbst beeinflusste. Der bekannte Dichter, Germanist und Befürworter von deutscher Einigkeit, Recht und Freiheit im 19. Jahrhundert gründet erst spät eine Familie. Franz ist das einzige Kind von Hoffmann und seiner Frau Ida. Nach ihrem frühen Tod erzieht der Vater allein seinen Sohn. Die Künstlerkarriere von Franz erlebt der alte Hoffmann nicht mehr, er stirbt 1874 im Beisein seines Sohnes. Franz Hoffmann-Fallersleben wird ein anerkannter und erfolgreicher Vertreter der Wirklichkeitsmalerei, in der sich die deutsche Landschaftsmalerei vom Naturalismus zum Impressionismus entwickelt hat. Die Eindrücke seiner Heimat, der Weserlandschaft, prägen ihn und sein künstlerisches Schaffen lebenslang. Nach 1900 erschließt sich Hoffmann-Fallersleben gewinnbringend in Höxter und Umgebung neue Käufer*innenschichten. Seine Bilder werden auch mit Erfolg auf Ausstellungen in Berlin, München, Dresden, Düsseldorf oder Hamburg ausgestellt. Eine Auswahl seiner Gemälde ist in der Sonderausstellung zu betrachten.

In den Fokus genommen wird aber auch das Vater/Sohn-Verhältnis anhand von Fotos persönlichen Dokumenten, die zugleich Einblicke in den damaligen Alltag geben. So können sich die Besucher*innen z. B. auf den Abdruck eines kleinen Briefes des dreizehnjährigen Franz an den Vater freuen, ein seltenes Dokument, denn Franz' Briefe an Hoffmann gelten mit Ausnahme dieses Briefchens (und nur eines weiteren) als verschollen. Eine Kostenaufstellung für den auswärts wohnenden Sohn weist wiederum auf die bürgerlichen Lebensumstände und die private Buchführung der Familie Hoffmann hin.


Pressemitteilung vom 13.07.2020

Ausstellungen, Skulpturen, Ferienspiele

Sommerprogramm der Städtischen Galerie Wolfsburg

Viele nutzen die Ferienzeit in der aktuellen Situation, um die kulturellen Angebote in der Umgebung und vor der eigenen Haustür zu erkunden oder sich innerhalb Deutschlands auf Reisen zu begeben. Die Städtische Galerie weist auch deshalb gerne noch einmal auf ihr aktuelles Sommerprogramm hin:
In der Städtischen Galerie Wolfsburg sind aktuell drei Wechselausstellungen sowie eine Dauerausstellung zu sehen, daneben lädt der Skulpturengarten im Schlosspark zum Spaziergang ein und wer mit der Bahn unterwegs ist, sollte einen Halt in der Kunst-Station am Bahnhof machen. Außerdem hat sich die Städtische Galerie für die Sommerferienspiele in diesem Jahr etwas Besonderes überlegt: Ab dem 17. Juli können Kinder sich die Ferienspiele in der Tüte im Schloss Wolfsburg abholen.

Wechselausstellungen
Noch bis zum 13. September ist die Sonderausstellung SpaceRider Cycle der deutsch-amerikanischen Künstlerin Ati Maier zu sehen, eine komplexe Vier-Kanal-Videoinstallation als raumgreifendes Gesamtkunstwerk, das die Betrachtenden in eine fantastische Welt entführt. Protagonist in Ati Maiers Film ist der der von ihr geschaffene Space Rider, eine Reiterfigur und Alter Ego der Künstlerin - das seit 2003 immer wieder in ihren Werken auftaucht. Ein Aspekt in Ati Maiers Werken ist ihre Liebe zu Science-Fiktion, vielmehr aber spielt der allgemeine gesellschaftliche Diskurs und eine Anregung zur Selbstreflexion eine Rolle in ihren Arbeiten.

Gleich zwei Ausstellungen, die sich mit der Sammlung der Städtischen Galerie beschäftigen, sind momentan im Schlossgebäude zu sehen:
Im Westflügel wird die vierte Fassung des Projektes DEINE KUNST von Michael Müller gezeigt: Informel, das / Stil, der - Das Schweigen der Bilder als stupide Zumutung oder Die Sprachlosigkeit. Der Künstler wurde für das Projekt eingeladen, über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg die Sammlung der Städtischen Galerie in mehreren Fassungen künstlerisch zu kuratieren und neu zu präsentieren. In der aktuellen Fassung, die noch bis zu Beginn des kommenden Jahres gezeigt wird, widmet sich Müller der informellen Kunst in der Sammlung, die eine wichtige Richtung in der bildenden Kunst nach 1945 darstellt und einen Schwerpunkt im Sammlungsbestand der Städtischen Galerie Wolfsburg bildet. Standen in der vorangegangenen dritten Fassung Signatur, Original und Zitat im Mittelpunkt, fehlt nun in der vierten Fassung jeder Hinweis zur Autorenschaft. Die/der Betrachter*in ist gefordert!

Ebenfalls mit der Sammlung der Städtischen Galerie beschäftigt sich die Ausstellungsreihe My Choice - Highlights aus der Sammlung, zu dem verschiedenste Personenkreise angesprochen und gebeten werden, ihren ganz eigenen Blick auf die Sammlung zu werfen und ihre persönlichen Highlights zu zeigen. Im zweiten Teil (21. Juni – 30. August) stellt die Pastorin der Nordstadtgemeinde, Uta Heine, ihre Lieblingswerke aus der Sammlung des Museums für zeitgenössische Kunst vor. Uta Heine hat den von ihr persönlich ausgewählten Werken Gedichte und Zitate beigefügt.

Als Ausstellungssatellit ist in der Kunst-Station am Hauptbahnhof noch bis zu 16. August die raumgreifende und ortsspezifische Arbeit driven by dreams von Astrid Busch zu sehen. In der Auseinandersetzung mit dem besonderen Charakter des Aufenthaltsbereiches und der Autostadt Wolfsburg realisierte Astrid Busch eine raumgreifende und ortsspezifische Arbeit. Durch vielschichtige Überlagerungen des vor Ort gesammelten und selbst fotografierten Materials erzeugt sie einen Schwebezustand zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen Zwei- und Dreidimensionalität sowie zwischen Statik und Bewegung.

Skulpturengarten
Eins der Highlights außerhalb der Ausstellungräume ist nicht nur im Sommer der Skulpturengarten im Schlosspark. Drei großformatige Skulpturen Würfel von Thomas Kiesewetter animieren die Besucher*innen mit Durchblicken und Formen dazu, ungewöhnliche Ausblicke einzunehmen und präsentieren ungewohnte Aussichten. Bernhard Martins Ode an die Vergesslichkeit ist als Skulptur und Irrgarten angelegt, kindgerecht konzipiert, dennoch ein Kunstwerk für Jung und Alt. Ein Ast und ein Schuh ragen aus einem Dach, darum herum der luftige Irrgarten. Alle sind eingeladen, sich um die surreale Skulptur herum, auf den Weg zu machen.

Ferienspiele in der Tüte: In diesem Jahr bietet die Städtische Galerie für Kinder die Ferienspiele in der Tüte an. Darin sind kreativen Ideen und Material zum Malen, Basteln und Experimentieren, die sie allein oder mit Freund*innen, drinnen und draußen, umsetzen können. Die Kinder können dabei mit Farben experimentieren und mit der Sonne malen. Figuren erfinden, kreativ Pop-Up Räume gestalten, geheime Briefe schreiben, zeichnen üben und anderes. Die Anleitungen sind einfach geschrieben und mit Fotos veranschaulicht. Die Ferienspiele in der Tüte richten sich an Kinder ab 6 Jahren und können zur Auswahl eigenständig oder in Begleitung einer/eines Erwachsenen mit einfachen Materialien umgesetzt werden. Ab dem 17. Juli können Kinder sich die Tüten direkt in der Städtischen Galerie Wolfsburg im Schloss Wolfsburg, Schlossstraße 8 abholen.


Pressemitteilung vom 08.07.2020

Yoga im Schlosspark

Stadtmuseum und MTV Vorsfelde verlängern Kooperation

Den persönlichen Akku aufladen, neue Eindrücke gewinnen und doch zur Ruhe kommen – das gelingt im Park von Schloss Wolfsburg auch in Zeiten der Corona-Pandemie – nicht nur für den Geist, sondern auch für den Körper. "Yoga im Schlosspark" heißt die Neuauflage des gemeinsamen Angebotes des Stadtmuseums im M2K und MTV Vorsfelde.

"Aktuell dürfen die Museen wieder kleinere Veranstaltungen mit eingeschränkter Personenzahl durchführen. Outdoor Veranstaltungen bieten sich hier geradezu an und mit den Gärten von Schloss Wolfsburg haben wir ein kulturhistorisches Kleinod direkt vor der Haustür des Stadtmuseums, bei dem es sich lohnt, genauer hinzuschauen", freut sich Museumsleiterin Monika Kiekenap-Wilhelm Hier knüpft das neue Programm an: "Die Kombination aus ungewöhnlichem Ort, Stadtgeschichte und Yoga verspricht Entspannung pur. Deshalb freue ich mich, dass wir unsere ungewöhnliche und erfolgreiche Kooperation von Sport und Kultur aus dem letzten Jahr, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, nun fortsetzen können", betont Lutz Hilsberg, Vorsitzender des MTV Vorsfelde.

An drei Terminen haben Yoga-Interessierte bald Gelegenheit, neue Erfahrungen in der bewegten Meditation zu sammeln. Am Beginn wird stets die Erläuterung eines besonderen Gartenteils durch Museumsleiterin Monika Kiekenap-Wilhelm stehen. Anschließend nimmt Manuela Utecht die Eindrücke auf und wird Yoga-Asanas anleiten, bei denen Atmung und Bewegung in Einklang gebracht werden. Die versierte Yoga-Lehrerin des MTV Vorsfelde hat schon an verschiedensten Orten praktiziert, der Schlosspark war bislang noch nicht darunter. Umso mehr freut sich Manuela Utecht auf die Premiere: "Ich bin sicher, dass uns die Ausstrahlung der Gartenanlagen inspirieren wird".

Wer dieses erneute Museums- und Yoga-Erlebnis genießen möchte, hat dazu jeweils donnerstags am 20.08., 27.08. und 03.09. ab 16:30 Uhr die Gelegenheit. Die Einheiten dauern 90 Minuten. Treffpunkt ist vor dem Eingang des Stadtmuseums in den Schlossremisen. Yoga-Erfahrung ist ausdrücklich nicht erforderlich, dafür ist in kleinem Kreis individuelle Betreuung gewährleistet. Teilnehmende sollten in lockerer Kleidung erscheinen und Matten oder Decken mitbringen. Der Mindestabstand von 1,50 m zur nächsten Person ist einzuhalten, sodass das Tragen eines Mundschutzes nach aktuellem Stand nicht erforderlich ist. Die Kosten für alle drei Termine betragen 33 Euro. Anmeldung im MTV-Center, telefonisch unter 0 53 63 / 7 13 46, oder per E-Mail unter info@mtv-vorsfelde.de sowie mit der MTV-App.


Pressemitteilung vom 06.07.2020

Hoffmann und Hoffmann

Vater und Sohn laden ins Hoffmann-von-Fallersleben-Museum

Das Hoffmann-Museum im M2K verlängert die Laufzeit seiner neuen Sonderausstellung "Hoffmann & Hoffmann – Der Vater und der Sohn" bis zum 18. Oktober 2020.
Die Ausstellung stellt den Dichter, Germanisten und Freiheitskämpfer August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) mit seinen Porträts und seinen Sohn, den zu seiner Zeit erfolgreichen Landschaftsmaler Franz Hoffmann-Fallersleben (1855-1927), mit seinen Gemälden in den Fokus.

Ergänzend zur Dauerausstellung des Museums greift die von Dr. Gabriele Henkel kuratierte Präsentation auch den familiären Aspekt auf und beleuchtet das Vater/Sohn-Verhältnis. Alltagszeugnisse und Fotos dokumentieren die Beziehung des alleinerziehenden Vaters und seines einzigen Sohnes. So können sich die Besucher*innen z. B. auf einen kleinen Brief des dreizehnjährigen Sohnes an den Vater freuen, ein seltenes Dokument, denn Franz' Briefe an Hoffmann gelten mit Ausnahme dieses Briefchens (und nur eines weiteren) als verschollen. Ein Zeugnis aus dem Jahr 1871 offenbart die nur mäßigen Schulleistungen des schon früh zeichnerisch begabten Jungen. Ein weiteres besonderes Exponat ist ein Schreiben des ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik Friedrich Ebert an Franz Hoffmann-Fallersleben zum Gedenken an den 50. Todestag des Vaters.

Franz Hoffmann-Fallersleben wird später ein anerkannter und erfolgreicher Vertreter der Wirklichkeitsmalerei am Ausgang des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ausgewählte Bilder seines umfangreichen Werkes sind in den Ausstellungsräumen im Schloss Fallersleben zu sehen und dokumentieren, wie der Sohn aus dem Schatten seines berühmten Vaters tritt. Dokumente, die das engagierte Wirken von Franz Hoffmann-Fallersleben für das Andenken seines verstorbenen Vaters zeigen, runden die Sonderausstellung ab. Der Eintritt zur Ausstellung im Schloss Fallersleben ist frei.


Pressemitteilung vom 25.06.2020

Erfolgreiche Diaschau verlängert

Stadtmuseum zeigt historische Wolfsburg-Farbfotos  

Schon viele Wolfsburger*innen hat die aktuelle Ausstellung "Diaschau" des Stadtmuseums im M2K begeistert. Großformatige Farbfotos des engagierten Hobbyfotografen Wilhelm Marschner führen zurück in die Jahre des stürmischen Stadtaufbaus. Nun wird die erfolgreiche "Diaschau" bis zum 13. September verlängert.

Wilhelm Marschner (1907-1984) kam 1951 nach Wolfsburg und dokumentierte fortan die Entwicklung seiner neuen Heimat. Mit sicherem Blick und großem fotografischen Können gelangen ihm außergewöhnliche Bilder der Neubauten im Zentrum und in den Stadtteilen, aber auch vom Alltagsleben mit seinen kleinen Kuriositäten, von Farbspielen und Lichtstimmungen. Auch in den Abendstunden war er mit seiner Leica oder Rollei unterwegs und fotografierte etwa die Porschestraße im Licht der Neon-Reklamen und Autoscheinwerfer. Da Wilhelm Marschner fast ausschließlich Farb-Diafilm nutzte, bringen die über 70 oft erstmals gezeigten Bilder Stadtgeschichte und Zeitgeist so nah wie nie. Immer wieder laden sie zum Vergleich mit Wolfsburger Fotomotiven von heute ein.

Die Ausstellung "Diaschau. Wilhelm Marschners Wolfsburg-Fotos" ist im Stadtmuseum im M2K in den Schlossremisen bei freiem Eintritt und unter Wahrung aller coronabedingten Hygienerfordernisse bis zum 13. September zu sehen.


Pressemitteilung vom 12.06.2020

Phaenomenale 2020

Virtueller Auftakt des Wolfsburger Digitalfestivals mit dem metaball

Dreieinhalb Monate vor dem Start des Phaenomenale-Festivals stellen die Veranstalter ein exklusives Highlight vor: Der "metaball", das Wahrzeichen und Herzstück des Digitalfestivals, geht am 12. Juni gemeinsam mit der Internetseite des Festivals online. Damit setzen die Veranstalter ein digitales Ausrufezeichen und machen deutlich: Die Phaenomenale, unter der Schirmherrschaft von Kulturminister Björn Thümler, findet trotz Corona statt.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung hat sich das Team aus Kulturwerk im M2K, Referat für Digitalisierung und Wirtschaft der Stadt Wolfsburg, Städtischer Galerie, phaeno und Kunstverein Wolfsburg e.V. gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Dennis Weilmann (Dezernent für Wirtschaft, Digitalisierung und Kultur) entschieden, das Digitalfestival sowohl in analoger, als auch in digitaler Form auszurichten. Bürger*innen der Stadt und Region können sich in der Woche vom 24.09. bis 01.10. auf zahlreiche spannende Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung, Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft freuen.

Mit dem Launch der Website www.phaenomenale.com startet auch ein ganz besonderes Experiment, bei dem Nutzer*innen der Social Media-Plattform Twitter direkt mitwirken können.

Der sogenannte "metaball" ist das Herzstück der phaenomenale und bildet als künstlerisches Gebilde in Echtzeit die thematische und emotionale Auseinandersetzung der Online-Community mit der Digitalisierung und gesellschaftlichen Transformation ab. Dies geschieht mittels einer eigens entwickelten Software, die auf Basis eines Algorithmus Tweets nach digitalen Themen und der emotionalen Färbung durchforscht.

"Die phaenomenale macht digitale Themen für alle greifbar. Als smart city ist Wolfsburg dabei, die Zukunft aktiv zu gestalten und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Dabei wollen wir die Bürger*innen mitnehmen, ihre Bedenken ernstnehmen und gleichzeitig Perspektiven aufzeigen. Der metaball bietet dabei eine optimale Gesprächsgrundlage", ist sich Wolfsburgs Erster Stadtrat Dennis Weilmann sicher.

Monika Kiekenap-Wilhelm, Institutsleitung M2K ergänzt: "Bei der phaenomenale steht der Netzwerkgedanke im Fokus: ein Netzwerk von Wolfsburger Institutionen aus Kultur und Wirtschaft, aber auch die Vernetzung der Menschen im analogen und digitalen Raum. Es ist interessant, wie die Digitalisierung unsere Gesellschaft und unsere Beziehungen verändert. Mit unserem Digitalfestival und dem metaball machen wir diesen Prozess sichtbar und erfahrbar."

Die Website www.phaenomenale.com mit dem metaball und ersten Programminformationen ist für alle Interessierten ab sofort abrufbar.


Pressemitteilung vom 09.06.2020

Was bleibt von Corona?

Stadtmuseum sammelt Objekte, Bilder, Erinnerungen

Masken und Kunstwerke, ein Hundefell-Trimmer und ein Geisterspiel-Ticket – das Stadtmuseum im M2K zieht eine erste Bilanz nach seinem Sammlungsaufruf Ende April. Gesucht wurden Corona-Objekte, und mehr als 20 Rückmeldungen haben Sammlungskurator Dr. Arne Steinert bislang erreicht. "Wir möchten einen Fundus von Objekten, Bildern und Erinnerungen anlegen, um im Museum einmal anschaulich auf die Zeit der Corona-Krise in Wolfsburg zurückblicken zu können", beschreibt Museumsleiterin Monika Kiekenap-Wilhelm das Ziel der Aktion.

Die greifbarsten neuen Museumsstücke sind sicher die Mund-Nasen-Bedeckungen, die in verschiedensten Ausführungen eingereicht wurden. Eine Wolfsburgerin beschriftete ihre Maske mit einem großen "GRINS", was, wie von ihr erhofft, zu erheiterten Reaktionen und zahlreichen freundlichen Gesprächen im Alltag führte. Einen anderen Weg wählte Musiker Maurizio Menendez: Das Multifunktionstuch aus seiner "Sandkamper"-Merchandising-Kollektion ist mit einem Totenkopf-Motiv bedruckt, um den Ernst der Situation aufzuzeigen. Auch Masken für eine Trauung in Corona-Zeiten, die mit "Mr." und "Mrs." bestickt sind, oder solche, die aus Stoff mit einem VW-Bulli-Motiv genäht wurden, kamen in die Sammlung. Immerhin noch als Foto existieren zwei liebevoll mit kleinen Masken ausgestattete aber schon verspeiste Schoko-Osterhasen. Dass die Mund-Nasen-Bedeckung für manche Wolfsburgerinnen und Wolfsburger nichts Neues ist, belegen chinesische Masken, die von einem berufsbedingten Shanghai-Aufenthalt während der SARS-Pandemie im Jahr 2003 aufbewahrt wurden.

Großen Eindruck hat das heruntergefahrene Alltagsleben hinterlassen, denn gleich mehrfach wurden dem Museum eindrucksvolle Fotos der beinahe menschenleeren Stadt zugesandt oder zur Nutzung angeboten. Auch neue Schilder in Geschäften, die auf Abstands- und Einkaufswagenpflicht hinweisen, wurden dokumentiert.
Ein anderes Museumsstück steht für das Problem des Haarschnitts angesichts geschlossener Friseursalons: Mit dem zuvor ausgiebig desinfizierten Haarschneider, der eigentlich nur zur Fellpflege des Hundes ihrer Tochter verwendet wurde, hat sich eine Schenkerin zum ersten Mal in langer, sorgfältiger Arbeit selbst frisiert. Bei der Kurzhaarfrisur werde sie auch künftig bleiben, erzählte sie bei der Übergabe des Haarschneiders ans Museum. Außerdem habe sie bei der Gelegenheit noch gelernt, wie man Selfies macht, denn natürlich habe sie Freunden und Verwandten den neuen Schnitt gleich zeigen müssen.

Kinderzeichnungen mit dem Regenbogen-Motiv, das schnell zum Symbol der Hoffnung wurde, sind ebenso neu in der Sammlung des Stadtmuseums wie ein in spezieller Wachsmaltechnik angefertigtes abstraktes Gemälde einer Wolfsburger Künstlerin. Es entstand zu Beginn des "Lockdowns" und entfaltet eine suggestiv-bedrohlich Wirkung. In einer WhatsApp-Gruppe wurden dagegen von Ende März bis Anfang Mai täglich selbst gefertigte, heiter-naive Tierzeichnungen verschickt, die intern bald den Namen "Gute-Laune-Zeichnungen" erhielten. Und eine F-Jugend-Fußballmannschaft verbreitete eine Foto-Collage, in der die jungen Kicker Schrifttafeln in die Kamera hielten und gemeinsam unter anderem bekräftigten "Wir bleiben zuhause!"

In einem ausführlichen Text mit dem ironischen Titel "Die Uroma schreibt wieder ohne Punkt und Komma" hält eine Wolfsburgerin ihre Beobachtungen und Empfindungen in der Krisenzeit fest. Das gebundene Manuskript ist einmal fürs Museum bestimmt. Stellvertretend für die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise steht eine Kurzarbeits-Gehaltsabrechnung, deren Überlassung dem Museum ebenfalls angekündigt wurde. Und wie schnell die Pandemie das Alltagsleben veränderte, zeigt die Eintrittskarte vom Europa-League-Spiel des VfL gegen Donezk: Als sie gekauft wurde, ahnte noch niemand, dass die Partie am 12. März als Geisterspiel vor leeren Rängen ausgetragen werden musste und der Kartenpreis erstattet wurde.

Die Vielfalt der eingereichten "Corona-Objekte" und die mit ihnen verbundenen Geschichten beeindrucken Sammlungskurator Dr. Arne Steinert schon jetzt: "Die Schenkungen dokumentieren eine Ausnahmesituation. Manche bringen Ängste zum Ausdruck, andere zeigen aber auch, dass selbst in der Krise Humor und Zuversicht nicht verloren gehen müssen." Wann und in welchem Rahmen die Neueingänge im Stadtmuseum präsentiert werden, steht noch nicht fest. "Die Pandemie greift ja weiter in unseren Alltag ein", so Steinert. Daher sind auch weiterhin "Corona-Objekte" im Stadtmuseum willkommen. Kontakt: stadtmuseum@stadt.wolfsburg.de

Pressemitteilung vom 07.05.2020

Museen im M2K ab Samstag wieder geöffnet

Nach sieben Wochen öffnen das Stadtmuseum und das Hoffmann Museum des städtischen M2K am Samstag, 9. Mai 2020, wieder ihre Türen für Einzelbesucher. Neben den Dauerausstellungen zur Wolfsburger Stadtgeschichte und zu Leben und Wirken Hoffmann von Fallerslebens sind in beiden Häusern auch die Sonderausstellungen zugänglich.
 
Ein besonderes Highlight ist die neue Sonderausstellung des Hoffmann-Museums "Hoffmann & Hoffmann. Der Vater und der Sohn". Diese präsentiert den Dichter, Germanisten und Freiheitskämpfer August Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit seinen Porträts und seinen Sohn, den zu seiner Zeit erfolgreichen Landschaftsmaler Franz Hoffmann-Fallersleben, mit seinen Gemälden. Auf Grund der von der Corona-Pandemie verursachten Schließung konnte die Ausstellung nicht mehr offiziell eröffnet werden. Die Ausstellung ist nun erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich.
 
Im Stadtmuseum lädt die aktuelle Sonderausstellung "Diaschau. Wilhelm Marschners Wolfsburg-Fotos" zu einem Besuch im Wolfsburg der 50er bis 70er Jahre ein. Mit der Aktion "Stadtgeschichte vom Sofa" auf Facebook hat das Stadtmuseum während der Schließungsphase in regem Kontakt mit seinen Besuchern gestanden, in dem es täglich ein Motiv der Ausstellung veröffentlichte und die Wolfsburger bat, ihre Gedanken und Erinnerungen im Kommentar mitzuteilen. "Die Aktion wurde sehr gut angenommen. Teilweise gab es lebhafte Diskussionen, aber auch wunderbare Kindheitserinnerungen. Schön, dass wir jetzt nicht nur virtuell, sondern auch wieder persönlich mit unseren Besuchern in Kontakt treten können", freut sich Museumsleiterin Monika Kiekenap-Wilhelm.
 
Auf Grund der Corona-bedingten Schutzmaßnahmen gibt es Einschränkungen beim Besuch der beiden Häuser. So kann sich nur eine bestimmte Personenzahl zeitgleich in den Häusern aufhalten. Eine Besucherführung mit Trennung von Ein- und Ausgängen sowie entsprechenden Markierungen auf dem Fußboden leitet die Besucher*innen durch die Räumlichkeiten und hilft, den Mindestabstand zu wahren. Darüber hinaus gibt es eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.
 
Das Stadtmuseum ist dienstags bis freitags von 10:00 bis 17:00 Uhr, samstags von 13:00 bis 18:00 Uhr und sonntags von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum schließt sonntags bereits um 17:00 Uhr.


Pressemitteilung vom 03.03.2020

Hoffmann & Hoffmann – Der Vater und der Sohn

Neue Sonderausstellung im Hoffmann von Fallersleben Museum

Die neue Sonderausstellung des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums stellt den Dichter, Germanisten und Freiheitskämpfer August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) mit seinen Porträts und seinen Sohn, den zu seiner Zeit erfolgreichen Landschaftsmaler Franz Hoffmann-Fallersleben (1855-1927), mit seinen Gemälden in den Fokus.

Die Porträts des Vaters aus fünf Jahrzehnten beschreiben die Veränderungen des Hoffmann-Bildes, an denen der Dichter auch selbst "mitgewirkt" hat. Ergänzend zur Dauerausstellung des Museums greift die Sonderausstellung den familiären Aspekt auf und beleuchtet das Vater/Sohn-Verhältnis. Lebenszeugnisse und Fotos dokumentieren die Beziehung des allein erziehenden Vaters und seines einzigen Sohnes. Franz Hoffmann-Fallersleben wird ein anerkannter und erfolgreicher Vertreter der Wirklichkeitsmalerei am Ausgang des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ausgewählte Bilder seines umfangreichen Werkes werden in den Ausstellungsräumen im Schloss Fallersleben präsentiert. Dokumente, die sein engagiertes Wirken für das Andenken seines verstorbenen Vaters zeigen, runden die Sonderausstellung ab.

Die Ausstellung ist vom 27. März bis 30. August im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K zu sehen. Eintritt frei.

Die Exponate stammen aus dem Bestand der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft e. V. und des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums der Stadt Wolfsburg.


Pressemitteilung vom 27.02.2020

Finissage CONFRONTIER. Mauern 1989 – 2019

Ausstellungsrundgang mit dem Fotografen Kai Wiedenhöfer

Die Sonderausstellung "CONFRONTIER. Mauern 1989 – 2019" im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K endet am Sonntag, 1. März um 15 Uhr mit einem letzten Besichtigungsrundgang. Dabei sein wird Kai Wiedenhöfer, der in seinen großformatigen Bildern "Grenzmauern" aus verschiedenen Baumaterialien weltweit dokumentiert. Der Fotograf und zweifache Gewinner des World Press Photo Awards spricht über seine Motivation und Motivauswahl, die Arbeitsbedingungen beispielsweise in Bagdad, ästhetische Komponenten und seine internationalen Ausstellungsprojekte. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, im Gespräch ihre Fragen zu stellen und über eigene Erfahrungen und Positionen zu berichten. Ein weiteres Highlight bei dieser Finissage bilden zwei Fotografien von den Grenzen in Nordirland und im französischen Calais, die erstmals in der Ausstellung im Schloss Fallersleben gezeigt werden. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K erinnert mit dieser Sonderausstellung seit November vergangenen Jahres einerseits an den Mauerfall vor 30 Jahren und richtet andererseits den Blick bis in die Gegenwart: "Die Mauer muss  weg!", das forderten die demonstrierenden DDR-Bürger im Herbst ’89. Heute, 30 Jahre später, sichern rund 70 Staaten ihre Grenzen mittels Sperrwälle. Die Hälfte dieser Absperrungen entstand im noch jungen 21. Jahrhundert. Diese Entwicklung dokumentiert der aus Schwenningen stammende und seit vielen Jahren in Berlin lebende Fotograf Kai Wiedenhöfer. Als die Mauer fiel, studierte er das Fach Fotojournalismus an der Essener Folkwangschule. Die historischen Ereignisse in Berlin führten ihn damals spontan in die geteilte Stadt und prägen ihn bis heute. Seit den 2010er Jahren fotografiert er immer wieder Grenz-Mauern, ob  in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea, zwischen den USA und Mexiko, an den europäischen Außengrenzen wie im spanischen Ceuta und Melilla an der nordafrikanischen Küste oder mitten in der Europa, so auf Zypern oder die sogenannten Peace-Lines in Belfast. Kai Wiedenhöfer möchte zeigen, dass Mauern keine Lösung für politische und wirtschaftliche Probleme bieten: "Hinter Grenzmauern gedeihen Feindbilder und Klischees ohne Bezug zur Realität. Wenn jede Kommunikation abbricht, wird die Lösung von Konflikten unmöglich. Ich möchte den Konflikt aufzeigen, der Grenzen innewohnt." So erklärt sich auch der Titel "CONFRONTIER" als Mischung aus den Wörtern confrontation/Konfrontation und frontier/Grenze.


Pressemitteilung vom 05.02.2020

Alltag hinter der Mauer

Ost- und Westgeschichte(n) im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum

Die Präsidentin der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft Christina Dykan Andrés und Nicole Trnka vom Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K stellen am Sonntag, 9. Februar um 15 Uhr deutsch-deutsche Geschichte(n) anhand ihrer West- und Ost-Biografien vor. Der Eintritt zu diesem Programm ist frei.

Ausgangspunkt für den interaktiven Museumsrundgang ist die Ausstellung "CONFRONTIER. Mauern 1989 – 2019". Der Fotograf Kai Wiedenhöfer möchte mit seinen großformatigen Bildern internationaler Mauern der Gegenwart darauf aufmerksam machen, dass gesicherte Grenzanlagen keine politischen und gesellschaftlichen Konflikte lösen. Sein Intro in die Ausstellung zeigt einen DDR-Grenzsoldaten mitten im Niemandsland des Potsdamer Platzes in Berlin und vor dem sich öffnenden "antifaschistischen Schutzwall" am 11. November 1989. Die Mauer war das Symbol des Kalten Krieges, der ideologischen Teilung der Welt, Europas und Deutschlands in Ost und West und wurde durch die politische "Wende" das Markenzeichen des Wandels und eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses. Wie aber lebte es sich im Schatten der Mauer – auf der einen und der andere Seite – und wie erlebten die Menschen den Einigungsprozess? Diese Fragen leiten die Historikerin Christina Dykan Andrés und die Kultur- und Politikwissenschaftlerin Nicole Trnka bei ihren Betrachtungen zu Alltagsgeschichte(n) in Ost und West.

Nicole Trnka wuchs in Potsdam auf und bekam dort, in unmittelbarer Nähe zu West-Berlin eine Ahnung von der Unfreiheit – eine eigene, auch politische Meinung offen zu sagen, sich nach individuellem Geschmack zu kleiden, die Lieblingsmusik zu hören oder unbegrenzt zu reisen. Christina Dykan Andrés hatte in ihrer Kindheit in Ostwestfalen-Lippe kaum Berührungspunkte zur DDR. Als Jugendliche reiste sie zwar in die wiedervereinigte Bundeshauptstadt, doch lagen die Ziele der Familien- und ersten alleinigen Reisen im Westen – Deutschlands und Europas. Im Kleidungsstil und bei den Musik-Hits unterschieden sich Ost und West kaum und doch verbanden die Menschen hüben und drüben damit unterschiedliche Vorstellungen: Ging es zum Beispiel beim Parka-Tragen den einen auch darum, die Westorientierung auszustellen, brachten die anderen mit dieser Jacke ihre Kritik am bürgerlichen Lebensentwurf in der freiheitlichen Welt zum Ausdruck. Oder der Voll-Bart – ein modisches Accessoire und doch stets ein politisches Bekenntnis zu einer anderen als der opportunen Meinung.

Schon zu Hoffmanns Zeiten zu Beginn des 19. Jahrhunderts positionierten sich Studenten mittels Mode-, Bart- und Haartrends gegen die obrigkeitsstaatliche Ständegesellschaft und deutsche Kleinstaaterei. Anhand solcher Alltagsphänomene erzählen Christina Dykan Andrés und Nicole Trnka die politische Geschichte Deutschlands von der Zeit der Teilung nach 1945 bis in die Nachwende-Jahre. Zugleich nehmen sie Bezug auf historische Traditionen und blicken auf die aktuelle Weltpolitik.


Pressemitteilung vom 30.01.2020

Bandbreite fällt aus

Die Veranstaltung "Große Bandbreite" im Stadtmuseum Schloss Wolfsburg im M2K fällt am Dienstag, 4. Februar krankheitsbedingt aus.

Die nächste Ausgabe findet am Dienstag, 3. März um 18.30 Uhr statt. Dann stellt Sammlungskurator Dr. Arne Steinert wieder ein besonders originelles oder aussagekräftiges Museumsstück aus der weit über 10.000 Objekte umfassenden Sammlung des Stadtmuseums vor.


Pressemitteilung vom 10.01.2020

Über die DDR, die Generation Mauer und umkämpfte Zonen

Lesung und Gespräch mit Ines Geipel im Hoffmann-Museum im M2K

Aus ihrem neuen Buch „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ liest Ines Geipel am Donnerstag, 16. Januar, um 19 Uhr im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im M2K.

Die ehemalige DDR-Spitzensportlerin und frühere Vorsitzende des Dopingopfer-Hilfevereins setzt sich als Autorin kritisch mit der DDR und dem Umgang mit deren Erbe in Ost und West auseinander. Ines Geipel, Kind überzeugter Kommunisten, überwand im Sommer 1989 den Eisernen Vorhang und floh über Ungarn in den Westen. In „Umkämpfte Zone“ verknüpft sie ihre besondere und für sie doch „symptomatische“ Familiengeschichte mit der Geschichte der DDR und zieht den Bogen bis in die Gegenwart: In der Nachwendezeit wurde gerade die Verdrängung der nationalsozialistischen Schuldfrage durch Partei und Familien in der DDR selten tiefgründig aufgearbeitet. In der Folge finden rechte und rechtsextreme Parolen in den ostdeutschen Bundesländern aktuell mehr Akzeptanz.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „CONFRONTIER. Mauern 1989 – 2019. Fotografien von Kai Wiedenhöfer“, die an diesem Abend ebenso besucht werden kann. Der Eintritt ist frei.

Ines Geipel, 1960 in Dresden geboren, erlebte in ihrem kommunistischen Elternhaus, wie über die SS-Vergangenheit der Großväter Schweigen herrschte. Der Vater, ein Pionierpalast-Leiter, war zu Hause gegen die eigenen Kinder gewalttätig. Die Autorin sieht zwischen der Täterschaft des Vaters und seiner – und ihr bis 2004 unbekannten – Stasitätigkeit einen Zusammenhang. Zwischen den Geschwistern bestand eine innige Beziehung. Anders als Ines Geipel erinnerte sich der Bruder als Erwachsener allerdings weniger der erlebten Traumata. Sie dagegen trug sich schon als junge Frau mit Fluchtgedanken. Doch von den Plänen der damaligen DDR-Staffel-Läuferin über 4x100 Meter erfuhr auch die Stasi. Die sportliche Karriere der Athletin war endgültig vorbei, nachdem ihr bei einer Blinddarm-Operation die Bauchmuskeln zerschnitten wurden. Auch als Germanistik-Studentin in Jena eckte Ines Geipel politisch an. Die Flucht in den Westen und der 9. November 1989 bedeuteten für sie ein großes Glückserlebnis. Seither engagiert sie sich unter anderem schreibend gegen das „Vergessen“ von systematischem Staatsdoping, der Diktatur- und Gewaltrealität sowie der Angsterfahrungen der DDR-Bürger und gegen Versuche zur Umdeutung der DDR-Geschichte.

In „Generation Mauer“ fragte sie nach dem Lebensgefühl ihrer Generation, der um den Mauerbau geborenen Ostdeutschen, für die der Mauerfall eine zweite Chance bedeuten konnte. Mit der Vergangenheit des SED-Staates geht diese Generation ganz unterschiedlich um: Während die einen eine wirkliche Aufarbeitung des Unrechts, der Widersprüche und Verbrechen wollen, vergessen und verdrängen die anderen diese historische Realität. Schon die DDR-Gründerväter erhoben das „Vergessen“ zum Ziel des Staats-Sozialismus, um die in den Nationalsozialismus verstrickten Menschen in das neue Deutschland zu integrieren. Nur so konnte der von der kommunistischen Führung konstruierte Mythos von der antifaschistischen und daher besseren Gesellschaft durchgesetzt werden. Jegliches Hinterfragen der vorgegebenen „Wahrheit“ wurde mit staatlichem Druck begegnet. Auf diese Gewalt aus Schweigen, psychischer und physischer Machtausübung reagierten die Menschen mit Angst, desillusioniert und in innerer Emigration. Zugleich trug die Geschichtslüge laut Ines Geipel bei zur Bewahrung des „inneren Hitlers“, der sich heute immer stärker Bahn bricht, beispielsweise in fremdenfeindlichen und antisemitischen Attacken. Andererseits verschwand 1990 die DDR, doch die Logik ihres Systems blieb durchaus erhalten und spiegelt sich in Erzählungen einer „Pittiplatsch-Variante“ der DDR. Populismus und gesellschaftliche Spaltungstendenzen sind die Folgen. Diese Entwicklungen sind auch deshalb möglich, weil in den 30 Jahren nach Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung eine tiefgründige Aufarbeitung der erlebten zwei Diktaturen, so die These der studierten Germanistin, Philosophin und Soziologin und langjährigen Professorin für Deutsche Verssprache an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, ausblieb. Für die Bewältigung braucht es Zeit und das Ansprechen der Themen, so am kommenden Donnerstag im Hoffmann-Museum im M2K im Schloss Fallersleben.