IZS - Veranstaltungsrückblick

Workshop : „Gestalterische Möglichkeiten zur Präsentation der Fundamentreste der Gefangenenbaracke 4 auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Laagberg“

Skizze "Vom Fund ausgehen - vom Ort zum Thema"Was zeichnet die Wolfsburger Erinnerungsorte in ihrer Gestaltung aus und wo liegen ihre Probleme hinsichtlich der Zugänglichkeit? Mit diesen Fragen eröffneten die beiden Ausstellungsgestalter Phillip Schwerdtfeger und Johannes Vogt am 25. April 2018 in den Räumen des Wolfsburger Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation den nunmehr 6. Workshop im Rahmen des Konzeptionierungsprozesses für den angedachten Gedenk- und Lernort auf dem Laagberg. War das „schwierige Exponat“ in Gestalt der Fundamentreste bereits häufig zentraler Bestandteil der geführten Diskussionen, so eröffneten sich im zweiten Teil des Workshops neue Perspektiven hinsichtlich einer möglichen Inszenierung derselben.


Lesen Sie hier die Dokumentation zum Workshop über gestalterische Möglichkeiten vom 25. April 2018 im IZS von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)



Lehrerinnen- und Lehrerworkshop „Die Bedeutung baulicher Überreste in Gedenkstätten“

Foto des Lehrerinnen- und LehrerworkshopsAm 15. Februar 2018 fand in den Räumen des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) in Wolfsburg ein Workshop speziell für Lehrerinnen und Lehrer statt. Auf diesem wurde das Konzept der KZ-Gedenkstätte als Erfahrungsraum diskutiert und eng damit verbunden die Frage, wie auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers auf dem Laagberg pädagogisch gearbeitet werden soll. Dafür hatte das IZS Dr. Christian Mehr eingeladen, der sich in seinen Forschungen mit den baulichen Überresten von KZ-Gedenkstätten und ihrer Funktion als außerschulische Lernorte auseinandergesetzt hat.

Lesen Sie hier die Dokumentation zum Lehrerinnen- und Lehrerworkshop vom 15. Februar 2018 im IZS von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)



Dokumentation zur Ideenwerkstatt „Raum der Möglichkeiten für Wolfsburg“ (Gedenk- und Bildungsort KZ-Außenlager Laagberg)

Teilnehmer am IdeenworkshopFoto: Lars LandmannAm Freitag dem 8. Dezember 2017 fand in den Hörsälen des Alvar-Aalto-Kulturhauses in der Wolfsburger Innenstadt der dritte inhaltliche Workshop zum Thema des anvisierten Gedenk- und Bildungsorts KZ-Außenlager Laagberg statt, der durch das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesses realisiert wurde. Im Fokus standen hierbei vor allem Konzeptideen, die in Kooperation mit Aleksandar Nedelkovski, dem Leiter der örtlichen Geschichtswerkstatt, durch Schülerinnen und Schüler der hiesigen Schulen sowie der Auszubildenden von Stadt und Volkswagenwerk über die vergangenen Wochen erarbeitet wurden. Ging es auf den ersten beiden Workshops zunächst noch darum, den »Blick zu öffnen« und sich einen Überblick über jüngste Entwicklungen in der niedersächsischen Gedenkstättenlandschaft zu verschaffen, aktuelle gedenkstättenpädagogische Vermittlungskonzepte zu diskutieren wie auch die Frage nach der „historischen Authentizität“ ehemaliger KZ-Standorte, imaginierten die Schülerinnen und Schüler wie auch die Azubis den konkreten zu schaffenden Lernort. Anschließend wurden nach dem „Walk & Talk“-Prinzip die präsentierten Ideen gemeinsam mit den Vorschlägen aus der Bürgerschaft an fünf thematischen Stationen diskutiert.

Lesen Sie hier die Dokumentation zur Ideenwerkstatt vom 8. Dezember 2017 im Alvar-Aalto-Kulturhaus von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Titelseite der Konzeption „Gedenk- und Bildungsort KZ-Außenlager Laagberg“.Konzeption „Gedenk- und Bildungsort KZ-Außenlager Laagberg“: Themenworkshop 2: „Gedenkstättenpädagogik, Vermittlungskonzepte und die Frage der Authentizität ehemaliger KZ-Standorte“

Der „authentische Ort“ oder das „Authentische“ – am 10. November 2017 fand im Zuge der Erarbeitung eines Konzepts für den zukünftigen Lern- und Gedenkort auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslager auf dem Laagberg in den Räumlichkeiten der Wolfsburger Goetheschule ein themenbezogener Workshop zu dieser Thematik statt. Da der Begriff des Authentischen bereits im April 2017 und damit zu Beginn der Diskussionen über den weiteren Umgang mit den Barackenüberresten auf dem Laagberg zu einer Art „Kampfbegriff“ avancierte, ging es in den ersten beiden Vorträgen um eine wissenschaftliche Einordnung. Sodann wurde mit dem „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ ein Beispiel für eine aktuelle Realisierung einer Gedenkstätte präsentiert, ehe die Figur des museualisierten Zeitzeugen zentral gestellt wurde. In der Diskussion zeigte sich, dass es in der Erinnerungsarbeit nicht vordergründig der vermeintlich authentische Ort ist, der im Fokus stehen sollte. Anstatt ideologisch aufgeladener oder instrumentalisierter Räume sind es vielmehr die Individuen, die es in Gedenkstätten oder am historischen Ort aus der homogenisierten Opfermasse hervorzuheben gelte – als eine Chance, verlorengegangene Identitäten zurückzuerhalten.

Lesen Sie hier die Dokumentation zum Workshop vom 10. November 2017 in der Goetheschule von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)



Der Bau eines Bildungs- und Gedenkorts auf dem Gelände des Außenlagers Laagberg des KZ Neuengamme: „Den Blick öffnen – Welche Lösungen haben andere Gedenkstätten gefunden?“

Teilnehmer am WorkshopFoto: Lars LandmannIm Rahmen der konzeptionellen Ausarbeitung des Gedenk- und Bildungsorts KZ-Außenlager Laagberg veranstaltet das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg (IZS) eine Reihe von Themenworkshops, um mit breiter Beteiligung der engagierten Bürgerinnen und Bürger sowie Vertretern der Opfer- und Interessensverbände sowie der politischen Gremien den gestalterischen und inhaltlichen Rahmen des zu schaffenden Orts näher zu skizzieren. Am 20. Oktober 2017 ging es daher zunächst darum, den „Blick zu öffnen“ und sich einen Überblick über jüngste Entwicklungen in der niedersächsischen Gedenkstättenlandschaft zu verschaffen. Daneben sollte grundsätzlich diskutiert werden, welchen didaktischen Nutzen die Barackenfundamentreste als anvisiertes zentrales Exponat des Gedenk- und Lernorts haben und was sie über die NS-Gewaltherrschaft aussagen. Und wie könnte der zu beschreitende Weg von einem konzeptuellen Gedankenspiel zum betretbaren Gedenk- und Lernort konkret aussehen? Zur Erläuterung dieser und weiterer Fragen lud das IZS neben Dr. Jens-Christian Wagner, dem Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, auch die freie Kulturwissenschaftlerin Dr. Andrea Hauser sowie mit Andreas Ehresmann den Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel zum Fachgespräch ein.

Lesen Sie hier die Dokumentation zum Workshop vom 20. Oktober 2017 in der Goetheschule von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Erhalten – Bergen –Ausstellen. Die Fundamentreste der Gefangenenbaracke 4 des Außenlagers Laagberg des KZ Neuengamme

Teilnehmer begutachten die Fundamentreste am LaagbergIm Frühjahr 2017 wurden im Zuge von Bauarbeiten auf dem Laagberg Bodenfundamente der ehemaligen Gefangenenbaracke 4 des KZ-Außenlagers Laagberg nahe der Breslauerstraße freigelegt. Über den Umgang mit diesen steinernen Zeugnissen der NS-Gewaltherrschaft entspann sich in der Stadt eine intensive Diskussion, die auch überregional wahrgenommen und kommentiert wurde. Wie soll mit jenen Fundamentteilen verfahren respektive umgegangen werden? 

Die engagierte und interessierte Wolfsburger Bevölkerung, Politik und verschiedene lokale als auch nationale und internationale Opfer- und Interessensverbände fanden bezüglich der Frage, ob die Barackenfundamente vor Ort erhalten oder transloziert werden sollen, bislang keinen Konsens, präferierten oftmals unterschiedliche Ansätze. Im politischen Entscheidungsprozess über den Ortsrat Mitte-West, den Kulturausschuss, Verwaltungsausschuss und den Rat der Stadt Wolfsburg ist gerade die angedachte Translozierung der Überreste von „Baracke 4“ Thema Nummer eins geblieben. Mit der Hoffnung, eine gemeinsame Basis zu schaffen, insbesondere aber auch, um einen offenen Dialog mit allen Interessens- und Opferverbänden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu führen, sowie den Informations- und Wissensstand bezüglich aktueller Erwägungen und aller zukünftigen Planungen zu reflektieren, initiierte die Stadt Wolfsburg am 14. August 2017 um 14 Uhr in den Räumen der Goetheschule eine entsprechende Informationsveranstaltung.

Lesen Sie hier einen Bericht über die Informationsveranstaltung am 14. August 2017 in der Goetheschule und am Laagberg von Maik Ullmann (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Spurensuche in der „Stadt des KdF-Wagens“ – Ein Dokumentartheaterprojekt

Mitglieder des Dokumentartheaterprojekts SpurensucheFoto: Helge LandmannIn Anlehnung an Theodor W. Adornos Diktum „Gedichte schreiben nach Auschwitz ist barbarisch“ stellte sich der Oberstufenkurs „Darstellendes Spiel“ des Theodor-Heuss-Gymnasiums Wolfsburg der Herausforderung, „Theater 

Mitglieder des Dokumentartheaterprojekts SpurensucheFoto: Helge Landmann

nach Auschwitz“ zu spielen. Gleichwohl es in der ehemaligen „Stadt des KdF-Wagens“ kein Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau gab, ging  es dem Kurs darum, das Unvorstellbare darzustellen. Denn die Geschichte der Stadt Wolfsburg ist unweigerlich mit dem Schicksal der Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge verbunden, die während der nationalsozialistischen Diktatur in die „Stadt des KdF-Wagens“ deportiertwurden, um für die Rüstungsproduktion im Volkswagenwerk zu arbeiten. Die Ausbeutung und 

Mitglieder des Dokumentartheaterprojekts SpurensucheFoto: Helge Landmann

erfahrenen Repressionen, das Leid und das Leben der Zwangsarbeiter sind Gegenstand des Dokumentartheaterprojekts. Dieses Projekt, eine Kooperation des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg, des Theodor-Heuss-Gymnasiums Wolfsburg und des Theaterpädagogischen Zentrums Braunschweig, war eine prozesshafte Suche nach Spuren der Wolfsburger Geschichte und zugleich eine Konfrontation mit den Bildern der Vergangenheit. Entstanden ist ein performatives Theaterstück, das diese Auseinandersetzung zeigt. Das Stück wurde unter dem Titel „Spurensuche in der ‚Stadt des KdF-Wagens‘“ am 27. und 28. Mai 2017 in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums uraufgeführt. 




„Das Ergebnis an sich ist von niemanden erwartet worden…“ Die Kommunalwahlen in Wolfsburg 1946, 1948 und 2016 und der steinige Weg der Demokratie

Collage mit alten Beiträgen zum Thema örtliche Wahlen

Die Stadt Wolfsburg stand nach dem Untergang des NS-Regimes vor einer großen Herausforderung, denn die 1938 als „nationalsozialistischen Musterstadt“ geplante „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ verfügte über keinerlei kommunalpolitische Tradition, auf die die Stadt nach dem Ende des Krieges zum Aufbau einer neuen, demokratischen Verwaltung hätte zurückgreifen können. Die schwierige Situation vor Ort spiegelt sich auch in den ersten Kommunalwahlen, bei denen die SPD 1946 einen überraschend deutlichen Wahlsieg feierte. Nur zwei Jahre später aber sorgte der Wahlsieg der rechtsextremen Deutschen Rechts Partei (DRP) in Wolfsburg in ganz Deutschland für Aufsehen. Siebzig Jahre nach der ersten und nur drei Tage nach der diesjährigen Kommunalwahl hat das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation Wolfsburg (IZS) am 14. September im Alvar-Aalto-Kulturhaus eine Informationsveranstaltung zur Geschichte der Kommunalwahlen in Wolfsburg veranstaltet.

Bericht über die Podiumsdiskussion am 14. September 2016 im Alvar-Aalto-Kulturhaus Wolfsburg von Marcel Glaser (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Stadtplan Detmerodes von 1963, IZS, HA 8944 Band 2Foto: Stadtplan Detmerodes von 1963, IZS, HA 8944 Band 2

Eine fragwürdige Ehrung? Informationsveranstaltung zur Diskussion um die Hinrich-Kopf-Straße in Detmerode

Die Berichterstattung über die NS-Vergangenheit des ersten niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf erschütterte 2009 die Landeshauptstadt Hannover. Die durch sie ausgelöste Debatte fand ihr vorläufiges Ende in der am 2. April 2015 vollzogenen Umbenennung des vor dem Landtag gelegenen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes in Hannah-Arendt-Platz.

Die Frage, wie Städte mit Straßennamen umgehen sollen, die nach „belasteten“ Persönlichkeiten wie Kopf benannt sind, stellte sich 2015 einmal mehr auch in Wolfsburg. Hier hatte der Detmeroder Ortsbeirat im Sommer des Jahres einstimmig für eine Umbenennung in Horst-Weiß-Straße votiert – und damit eine Diskussion unter den Anwohnerinnen und Anwohnern ausgelöst. Im Zuge dessen veranstaltete das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) eine Informationsveranstaltung vor Ort, die am 2. November 2015 in der Bürgerbegegnungsstätte in Detmerode stattfand. 

Dr. Alexander Kraus (IZS) führte in einem kurzen Vortrag in die Veranstaltung ein und schilderte dabei die in den Geschichtswissenschaften diskutierten unterschiedlichen Positionen zu Straßenumbenennungen. Sodann erklärte Martin Müller (1. Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Wolfsburg–Gifhorn e.V.), warum die Deutsch-Polnische-Gesellschaft eine Umbenennung der Hinrich-Kopf-Straße in Horst-Weiß-Straße anstrebe. Über die Person Hinrich Wilhelm Kopf und die in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover geführte Diskussion berichtete Dr. Karljosef Kreter (Leiter Städtische Erinnerungskultur Hannover/Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen). Thomas Großbölting, Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, berichtete anschließend über die in Münster ebenso intensiv wie kreativ geführte Debatte zur Umbenennung des Hindenburgplatzes in Schlossplatz.

Stadtplan Detmerodes von 1963 (Ausschnitt), IZS, HA 8944 Band 2  Vergrößerte Darstellung des Stadtplanes Detmerode (öffnet sich in einem neuen Fenster)

Dokumentation der Informationsveranstaltung von Marcel Glaser als PDF-Dokument (öffnet sich in einem neuen Fenster)



Das Geheimnis

Das Logo der PhaenomenalePhaenomenale 2015 
Science & Art Festival
17.09.–27.09.2015

Link zur Internetseite  www.phaenomenale.com (öffnet sich in einem neuen Fenster)

Awards



Stein „Deutschland ist unteilbar“ – Herbert RolkeFoto: Stein „Deutschland ist unteilbar“ – Herbert Rolke

Leben und Arbeiten im Schatten der Grenze. Die Auswirkungen der deutschen Teilung auf die Stadt Wolfsburg und das Volkswagenwerk

Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls luden das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) und die Historische Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft am 3. November 2014 zu zwei Veranstaltungen ein, die sich mit den Auswirkungen der deutschen Teilung auf die Stadt Wolfsburg und das Volkswagenwerk beschäftigen.

Am Nachmittag fand ein öffentlicher Workshop statt, bei dem Dr. Günter Riederer (IZS) die wechselhafte Geschichte des „Ortskuratoriums Unteilbares Deutschland“ von seiner Gründung 1956 bis zur Auflösung 1969 erläuterte. Dr. Manfred Grieger (Historische Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft) sprach über die DDR-Geschäfte von Volkswagen, und der Kasseler Historiker Marcel Glaser berichtete über die noch in den letzten Wochen der DDR am 24. Oktober 1989 geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Wolfsburg und Halberstadt.

Am Abend las Jens Bisky (Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung) im großen Saal des Alvar-Aalto-Kulturhauses aus seiner Neuerscheinung "1989. Die letzte Revolution, die noch nichts von Facebook wusste“. Anschließend diskutierte er mit dem Publikum über die Erfahrungen seit dem Umbruch von 1989.

Ehrenmal in Vorsfelde – Andrea FeilFoto: Ehrenmal in Vorsfelde – Andrea Feil

Undemokratische Heldenverehrung oder mahnendes Gedenken gegen den Krieg? – Über den gegenwärtigen Umgang mit Kriegerdenkmalen am Beispiel des Ehrenmals in Vorsfelde

Westeuropa hat seit fast 70 Jahren keine größeren kriegerischen Auseinandersetzungen mehr erlebt. Gleichwohl stehen in unseren Städten und Gemeinden zahlreiche Erinnerungszeichen an die Kriege des 19. Jahrhunderts und an die beiden Weltkriege. Wie wollen wir gegenwärtig mit diesen Denkmalen umgehen? Was können beispielsweise jungen Leuten heute die Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen noch sagen? Welchen Platz haben Kriegerdenkmale in unserer Lebenswelt? Lassen sich ihre steinernen Botschaften heute noch „lesen“ und verstehen?

Am konkreten Beispiel des Denkmals auf dem Ehrenfriedhof in Vorsfelde wurde am 9. Oktober 2014 im Phoenix Gymnasium Wolfsburg-Vorsfelde über zeitgemäßes Erinnern an die Kriege früherer Zeiten diskutiert. 
Zu Beginn der Veranstaltung stellten Schülerinnen und Schüler des Phoenix Gymnasiums die Zwischenergebnisse einer Projektarbeit vor, die sich mit der Bedeutung des Ehrenmals im Alltagsleben der Vorsfelder beschäftigt hat. 
Dr. Günter Riederer (IZS) berichtete über die Geschichte des Ehrenmals und ging dabei auf die Inschrift („Die Treue ist das Mark der Ehre“) ein. Prof. Dr. Matthias Steinbach, Geschichtsdidaktiker an der TU Braunschweig, sprach über die heutigen Möglichkeiten, Kriegerdenkmale als Lernorte der außerschulischen Bildung einzusetzen. Prof. Dr. Corinna Tomberger von der Universität der Künste in Berlin stellte Strategien des kritischen Umgangs mit Kriegerdenkmalen vor.

Bericht über die Veranstaltung von Marcel Glaser als PDF-Dokument (öffnet sich in einem neuen Fenster)


Grabplatte des amerikanischen Soldaten Sidney BensonFoto: Picasa

Luftkrieg und Heimatfront. Ein vergessener Fliegerlynchmord in der ‚Stadt des KdF-Wagens‘

Am 29. Juni 1944 wurde bei einem amerikanischen Luftangriff auf das Volkswagenwerk von der deutschen Luftabwehr eine Maschine abgeschossen, von deren zehnköpfiger Besatzung sich nur Kopilot Sidney A. Benson retten konnte. Er ging mit einem Fallschirm am Westrand des heutigen Stadtteils Windberg nieder, wurde von einem deutschen Soldaten gefangen genommen und kurze Zeit später einem HJ-Führer übergeben. Dieser führte den Piloten in Richtung Stadt und schoss Benson nach einem angeblichen Fluchtversuch dreimal in den Rücken. Der Amerikaner lief noch weiter bis vor das Stadtkrankenhaus, wo er von einigen Luftschutzwarten verprügelt wurde, bis er bewusstlos mit einem Schädelbruch liegen blieb und wenige Stunden später im Stadtkrankenhaus verstarb.

70 Jahre nach den Ereignissen erinnerte die Veranstaltung am 5. Juni 2014 im Alvar-Aalto-Kulturhaus an diesen Fall und versuchte die Geschehnisse dieses Tages zu rekonstruieren. 
Als Gastredner war dazu Dr. Ralf Blank eingeladen (Historisches Centrum Hagen), der sich in mehreren Publikationen mit der Ermordung alliierter Flieger in der Endphase des Zweiten Weltkriegs beschäftigt hat. Dr. Manfred Grieger (Historische Kommunikation der Volkswagen AG) sprach über die Luftangriffe auf das Volkswagenwerk im Jahr 1944, Roland Beilner (Wolfsburg) rekonstruierte den Ereignisablauf am 29. Juni 1944 und Dr. Günter Riederer (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation) widmete sich der juristischen Aufarbeitung des Falles nach 1945.


Bild der Tagung "Soziallabor oder Sonderfall"Soziallabor oder Sonderfall? Die Stadt Wolfsburg in der deutschen Nachkriegsgeschichte 

Tagung am 28. und 29. November 2013 in Wolfsburg

Die Stadt Wolfsburg stand seit 1945 unter einer ständigen Beobachtung. Immer wieder widmeten sich Soziologen, Architekten, Stadtplaner und Historiker der Erforschung der Stadt. Was weckte das Interesse der Wissenschaft an der „Volkswagenstadt“? Welche Besonderheiten zeichnen die Geschichte Wolfsburgs aus? Inwieweit ist und war die Stadt Vorbild für bundesweite Trends?

Aus Anlass des 75. Stadtjubiläums im Jahr 2013 veranstaltete das am IZS angesiedelte Forschungsprojekt "Wolfsburg auf dem Weg zur Demokratie" am 28. und 29. November 2013 eine internationale wissenschaftliche Konferenz. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Entwicklung der Stadt Wolfsburg. Die Vorträge ausgewiesener Fachleute zu ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten wurden von "lokalen Interventionen" begleitet, die sich den einzelnen Themen aus Wolfsburger Sicht näherten. 


Weitere Informationen 

Bild vom Workshop im Alvar-Aalto-KulturhausGut gehütete Geheimnisse oder stillschweigend akzeptierte Gewissheiten? – NSDAP-Mitgliedschaft und NS-Kontinuitäten im Volkswagenwerk und in der Stadt Wolfsburg nach 1945

Bericht über den Workshop im Alvar-Aalto-Kulturhaus, 29.11.2012
Foto: Wolfsburger Nachrichten (www.wolfsburger-nachrichten.de)

Am 29. November 2012 fand im Alvar-Aalto-Kulturhaus in Wolfsburg eine Veranstaltung statt, die sich dem Umgang mit der Mitgliedschaft in der NSDAP nach 1945 widmete. Am Beispiel verschiedener Fälle aus dem Volkswagenwerk und aus der Verwaltung der Stadt.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht über die Tagung (PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)


Tagung „Autostädte“ – Günter PoleyFoto: Tagung „Autostädte“ – Günter Poley

Autostädte. Wachstums- und Schrumpfungsprozesse in globaler Perspektive

Tagung vom 27. bis 29. Juni 2012 in Wolfsburg

Die "Motor Town" Detroit, einst Mythos und Symbol amerikanischen Fortschritts, ist inzwischen Inbegriff der Krise und Stadtschrumpfung. Nicht alle Geschichten von Autostädten sind dermaßen spektakulär und deprimierend. Doch stehen auch westliche Autostädte wie Birmingham, Rüsselsheim, Turin oder Wolfsburg vor neuen Herausforderungen im Hinblick auf ihre Zukunft. Einige befinden sich in Krisen, einige in Transformationsprozessen. Asiatische Städte wie Changchun oder Toyota-Stadt gehören dagegen derzeit zu den wachsenden Autostädten. 


Bei der Tagung wurden Autostädte in globaler Perspektive verglichen und nach den städtischen Strategien des Wachstums- bzw. Krisenmanagements gefragt.

Die Autostädtetagung fand in Kooperation zwischen Martina Heßler (Professur für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) und dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) der Stadt Wolfsburg statt. 

Weitere Informationen 

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Stadtplan Detmerodes (Ausschnitt)

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