Strategiekonzept

Gesamtstädtische Strategie zur Bildung und Begleitung von Flüchtlingen bis 27 Jahre entlang der Bildungsbiografie

Bildung stärkt Menschen und ermöglicht Teilhabe. Unser Bildungssystem muss allen Kindern und Jugendlichen eine erfolgreiche Bildungsbiografie ermöglichen-unabhängig von der Herkunft und dem Bildungsabschluss der Eltern. Das ist eine Frage der Chancengerechtigkeit.  Die Flucht aus der Heimat, aus Kriegs- und Krisengebieten, ist gerade für Kinder und Jugendliche oft eine traumatische, mit vielen Entbehrungen verbundene Erfahrung. Diese Entbehrungen dürfen sich nicht im Zufluchtsstaat fortsetzen. Damit wird Bildung gerade für Kinder und Jugendliche, die aus anderen Ländern zu uns kommen zu einem zentralen Faktor gelungener Integration.

Wolfsburg hat gerade im zweiten Bildungsbericht gute Ergebnisse im Hinblick auf gelungene Integration attestiert bekommen. Allerdings sind auch nach wie vor Anstrengungen zu unternehmen, um Positives weiterzuentwickeln und Disparitäten zu minimieren. Bildung hat in der Stadt Wolfsburg einen hohen Stellenwert und durch die bereits getroffenen Entscheidungen zum Krippen- und Kitaausbau, zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten, zur Sprachbildung entlang der Bildungsbiografie, zum flächendeckenden Ganztag an Grundschulen und zur nachhaltigen Sicherung der Sozialarbeit an Schulen sind wichtige Weichenstellungen getroffen worden. Wolfsburg unternimmt – nicht zuletzt durch die Bereitstellung umfangreicher Finanzmittel – erhebliche Anstrengungen, mit attraktiven Bildungsangeboten die Chancen der nachwachsenden Generation auf berufliche Karrieren und Teilhabe am reichhaltigen städtischen Leben kontinuierlich zu verbessern.  
Mit diesem Ziel befindet sich die Stadt in guter Gesellschaft. Von John F. Kennedy ist der Satz überliefert: „Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“ Das war vor mehr als 50 Jahren eine weitsichtige Analyse, die später durch eine Vielzahl von Studien bestätigt wurde. Unstrittig ist inzwischen, dass ein hohes Bildungsniveau nicht nur ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor ist, sondern auch präventive Wirkung entfaltet. Gute Bildung verhindert die Abhängigkeit von sozialen Transferleistungen.

Flüchtlingskinder sind in erster Linie Kinder. Für ihre Aufnahme und Integration gelten deshalb die einschlägigen Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, der Europäischen Grundrechtecharta und des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Diese normieren eindeutig die Vorrangstellung des Kindeswohls bei allen Entscheidungen von Staat und Gesellschaft sowie das Recht der Kinder auf Förderung, Schutz und Beteiligung. Wir sollten die jetzt zu uns kommenden Flüchtlingskinder als dauerhafte Einwanderer und ihren Zuzug als Gewinn für unsere Gesellschaft begreifen. Damit stellt sich die Herausforderung Ihnen insbesondere durch den Zugang zu den Bildungsinstitutionen Kita und Schule den Zugang zur deutschen Sprache zu ermöglichen. Dabei gilt die Prämisse entlang der Bildungsbiografie die geeigneten Unterstützungsmöglichkeiten zu entwickeln, die jedem Kind, jedem Jugendlichen den Zugang zu Bildung und damit zu einem eigenständigen Leben ermöglichen. Notwendig ist dabei die Einbindung aller Akteure der Wolfsburger Bildungslandschaft über die Grenzen der Institutionen hinweg.