FAQ Verkehrskonzept Wolfsburg Südost


Im Zuge der Schaffung von Wohnbauflächen wurde der Geschäftsbereich Straßenbau und Projektkoordination Anfang 2013 von der Politik aufgefordert, den gesamten Raum Wolfsburg Südost in einer Verkehrsuntersuchung eingehend zu betrachten. Die Verwaltung kam der Aufforderung nach und beauftragte im April 2013 ein umfangreiches Gutachten, in dem sämtliche Knotenpunkte und Streckenabschnitte eingehend betrachtet wurden. Im Ergebnis hat sich herausgestellt, dass in der Prognose die gesamte Infrastruktur im Untersuchungsbereich zu den Spitzenstunden noch stärker als heute be- und zum Teil überlastet sein wird. Daher wurde aus fachlicher Sicht empfohlen und durch politische Beschlüsse bestätigt, den bereits vorhandenen Pendlerverkehr auf einer zentralen Achse zu bündeln,  um so eine stadtverträgliche Abwicklung der Neuverkehre aus den Baugebieten auf dem bestehenden Straßennetz zu gewährleisten. Unter dieser Zielsetzung wird es erforderlich, die Achse Dieselstraße-L 209 auszubauen.

Der Vorschlag aus der Bürgerinitiative Neuhaus, die Sandkrugkreuzung als Kreisverkehr auszubilden, wurde von der Verwaltung geprüft. Die dargestellte Lösung wäre vom Verkehrsablauf her jedoch nicht zu realisieren, da sich die Sandkrugstraße und die Zollstraße in einer Zufahrt überschneiden. Für die Berechnung wurde deshalb davon ausgegangen, dass der Kreisverkehr entsprechend modifiziert würde und dann insgesamt über 4 Zufahrten verfügt.

Für Kreisverkehre gilt grundsätzlich: Wenn sich der Verkehr gleichmäßig auf die Zufahrten verteilt, können mit einem Kreisverkehr, der über einen Fahrstreifen verfügt, bis zu 25.000 Kfz/Tag abgewickelt werden. Mit einem zweiten Fahrstreifen kann die Leistungsfähigkeit gesteigert werden, allerdings sind dann aus Gründen der Verkehrssicherheit solche großen Kreisverkehre nur in Verbindung mit einer Signalisierung (Ampeln) zu betreiben.

Am Kreuzungspunkt L290/Sandkrugstraße verteilen sich die Verkehre nicht gleichmäßig auf die Zufahrten. Die L290 ist deutlich höher belastet als die Sandkrugstraße. Insgesamt fließen in der Prognose aus allen vier Richtungen über 30.000 Kfz/Tag in den Kreisverkehr. Die Berechnungen haben ergeben, dass diese ungünstig verteilten Verkehrsmengen weder durch einen einstreifigen noch durch einen zweistreifigen Kreisverkehr abgewickelt werden können. 

Zur Umsetzung der hier geplanten Ausbau- und/oder Neubaumaßnahmen sind Baurechte entweder über Bebauungspläne oder über ein Planfeststellungsverfahren nach Straßengesetz zu schaffen. In diesen Verfahren muss u.a. auch das Thema „Lärmschutz“ detailliert abgearbeitet werden. Die Beurteilung und das Erfordernis von Lärmschutzmaßnahmen richten sich nach den aktuellen Bestimmungen des BIMSchG  (Bundes-Immissionsschutzgesetzes) sowie der RLS-90 (Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen). In den entsprechenden Verordnungen (Verkehrslärmschutzverordnung - 16. BImSchV) werden genaue Vorgaben gemacht, wann Lärmschutzeinrichtungen erforderlich sind, welche Grenzwerte bei welcher Bebauung und Nutzung einzuhalten sind und welche Lärmschutzeinrichtungen möglich sind.

Zum jetzigen Planungsstand (Machbarkeitsstudie) werden zunächst überschlägige Berechnungen vorgenommen, die aber im weiteren Planungsprozess und bei weiterer Einschränkung der Varianten ebenfalls weiter konkretisiert werden und in einem maßnahmenbezogenen Lärmgutachten mit gebäudescharfer Aussage zu erforderlichen Maßnahmen mündet.

Da sich die Stadt Wolfsburg derzeit noch in der Planung und Prüfung möglicher Varianten befindet, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Auskunft zu konkreten Lärmschutzmaßnahmen gegeben werden. Allerdings ist zu sagen, dass die Vorgaben der Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen (RLS-90) sowie die des BIMSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetzes) unbedingt zu berücksichtigen sind.

Laut der RLS-90 gilt, dass schon beim Linienentwurf und der Voruntersuchung zur Straßenplanung Lärmschutzüberlegungen einsetzen müssen. Des Weiteren gilt grundsätzlich, dass zunächst aktive Lärmschutzeinrichtungen (Lärmschutzwälle und –wände, Führungen im Einschnitt oder im Tunnel) überlegt und bewertet werden müssen, bevor  passive Maßnahmen wie Lärmschutzfenster, Fassadenverstärkungen u.a. angedacht werden. Damit erfolgt eine Abwägung aller Belange in jedem Einzelfall.

In einem ersten Schritt wurden mehrere mögliche Varianten mit unterschiedlichen Streckenverläufen von der Stadt Wolfsburg geprüft, die Eingriffe in bestehende Bebauung möglichst minimiert vorsahen. Zwei Varianten kamen in die engere Auswahl. Im Falle eines Ausbaus im Bestand bliebe die Fläche des Sportplatzes unberührt. Die Variante der großen Verschwenkung würde den östlichen Teil des Sportgeländes und die Parkplatzanlage zum Teil in Anspruche nehmen und die Notwendigkeit zur Neuordnung und Neuanbindung der Parkplatzanlage mit sich bringen. 

Aktuell werden auf Anregung aus der Öffentlichkeit zwei weitere Varianten geprüft, die die Sportplatzflächen mehr oder weniger betreffen und mit einer Verlegung der Anlage in Gänze oder teilweise einhergehen würden. Die genaue Betroffenheit ist erst im weiteren Planungsprozess zu quantifizieren. 

Die Alternative Grüne Route (AGR) erhielt ihren Namen aufgrund der Überlegung, eine separate Trasse zu schaffen, auf der ein innovatives und umweltschonendes Verkehrssystem (z.B. Elektrobusse) zügig und ohne verkehrliche Behinderungen verkehrt. Die Trasse selber steht dabei allein diesem System zur Verfügung und soll auch bautechnisch, das heißt z.B. in Linienführung, Höhenlage und Versiegelungsgrad, diesem Gedanken  entsprechen.
Das Verkehrssystem für das ÖPNV-Angebot ist zunächst noch offen. In einer gesonderten Untersuchung wird derzeit als Entscheidungsgrundlage für den Systementscheid der Vergleich zwischen einem schnellen Bussystem und einer Stadtbahn durchgeführt. Der Variantenvergleich der Alternativen Grünen Route wurde vor diesem Hintergrund sowohl für ein Stadtbahnsystem, als auch für ein schnelles Bussystem durchgeführt. Die Untersuchung wird Ende des Jahres 2017 abgeschlossen sein.

Zur verstärkten Förderung des ÖPNV wurde eine Machbarkeitsstudie zur sog. „Alternativen Grünen Route“ (AGR) erarbeitet. Die Streckenführung bis zur Reislinger Straße wurde in der Vorlage V 1719/2015 vom Rat der Stadt Wolfsburg bereits beschlossen. Mit dieser vom Kfz-Verkehr unabhängigen ÖPNV Route sollen sowohl die neuen als auch die bestehenden Wohngebiete im Südosten schnell und komfortabel an die Innenstadt sowie an das VW-Werk angebunden werden. Der Nutzen daraus wäre eine Entlastung der Innenstadt vom Kfz-Verkehr und eine Minimierung von Staubildungen in der Stadt. Darüber hinaus besteht durch die AGR mit separater Spurführung ab Hehlingen ein Zeitvorteil gegenüber den Pkw. Zusammen mit einem qualitativ hochwertigen ÖPNV-System sollen hiermit weitere Potentiale zur Verkehrsverlagerung auf den ÖPNV mobilisiert werden. 

Langfristig gesehen verfolgt die Stadt Wolfsburg das Ziel, den ÖV-Anteil von heute 10% auf zukünftig etwa 15% zu erhöhen. Um dieses Ziel zu realisieren erscheint es sinnvoll, die AGR am Endpunkt im Bereich Nordsteimke/Hehlingen mit einer P+R-Anlage zu verknüpfen.

Ziel ist es, die Alternative Grüne Route (AGR) auf separaten Fahrstreifen zu führen. Dies kann auf freigeführten Strecken sein, ebenso auf z.B. richtungsbezogenen Busspuren. Welche Ausführungsform zum Tragen kommt, ist von den jeweiligen Verkehrs- und Straßenverhältnissen abhängig und wird im weiteren Planungsprozess zu prüfen sein.

Für eine stadtverträgliche Abwicklung vorrangig der hohen Pendlerströme aus der südlichen und östlichen Umgebung Wolfsburgs erscheint es zielführend, im Bereich der Ortsteile Norsteimke/Hehlingen eine P+R-Anlage entstehen zu lassen, die gleichzeitig den End-/Anfangspunkt der AGR darstellen soll. Vor diesem Hintergrund wurde eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Standort einer solchen Anlage im Bereich Hehlingen erarbeitet. 

Der Nutzen der P+R-Anlage besteht zum einen darin, die Aktivierung des Nachfragepotentials durch die Schaffung eines qualitativ hochwertigen ÖPNV-Systems voranzutreiben. Zum anderen bietet die P+R-Anlage die Möglichkeit, einen Teil des Kfz-Verkehrs vor der Innenstadt abzufangen, da die Fahrzeuge auf einer zentralen Stellplatzfläche abgestellt werden und der Umstieg auf den ÖPNV an dieser Stelle erfolgt. 

Aufgrund konstruktiver Diskussionen mit den Bürgern und bereits vorhandener Vorüberlegungen der Stadt Wolfsburg wurde die Planung dahingehend erweitert, den Ortsteil Neuhaus über zwei mögliche Anschlussrouten an die neuen Rad- und Fußwegeverbindungen anzubinden. Eine der möglichen Anschlussrouten ist Bestandteil der Komfortradwegerschließung (gelbe Route) im nordöstlichen Bereich des BG Nordsteimke. 

Kartenausschnitt Fahrradroute Kartenausschnitt Fahrradroute

Eine weitere Möglichkeit zur Anbindung von Neuhaus besteht über das Ergänzungsnetz (grüne Route). Die jeweiligen Kreuzungspunkte mit der L290 und die genaue Führungen zwischen den Ortsteilen müssen im Planungsprozess noch genauer definiert und ausgeplant werden.

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1 Kommentare

Reinhold Schultz 31.07.2017 17:22:41
Es wird also keinen Ausbau für den Radverkehr entlang der Nordsteimker Straße, dem kürzesten Weg in die Stadt, geben? Wer soll die Umwege fahren?
Mark 10.11.2017 09:31:28
Ich würde im Bezug auf die grüne Route der Idee Zuspruch geben .in China wurde eine sbahn auf Rädern vorgestellt wenn zb auf einer grünen Route eine Räder geführte sbahn fahren würde sehr sinnvoll die auch auf normalen Straßen fährt durch entsprechende Leitung Systeme wären die Kosten auch über schaubar. Vom Land auf einer extra Trasse in die stadt über die Haupt einfallen Straßen dän kann sie über die bereits bestehenden Straßen weiter fahren für Arbeits Fußball Eishockey an und Abreise in einer sinnvollen Takt Zeit sehr sinnvoll
Stadt Wolfsburg 01.08.2017 14:02:45

Hallo Herr Schultz,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Auf der Internetseite finden Sie unter der Rubrik „Rad/Fuß“ ausführliche Informationen zum geplanten Radwegekonzept im Wolfsburger Südosten. Die in blau dargestellte Radwegeverbindung (Schnelle Route) stellt künftig die wichtigste Radverkehrsbeziehung in die Wolfsburger Innenstadt dar und führt kontinuierlich entlang der gesamten Nordsteimker Straße. Auch können Sie der Internetseite den aktuellen Planungstand zur Schnellen Route entnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Team der Onlinekommunikation

Eine grüne und eine blaue Pylone

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Pylonen auf Straße und blauer Himmel

Verkehrskonzept Wolfsburg Südost

Video gibt kurze Einführung in die Thematik

Erklärvideo rund um das Thema Verkehrskonzept Wolfsburg Südost nun online.