Entwicklungspolitik

Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Mit dem Bereich „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ verfügt das Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen über ein neues und weiteres Standbein kommunaler internationaler Zusammenarbeit. 

Als „Kommunale Entwicklungspolitik“ gelten Mittel und Maßnahmen, die eine nachhaltige Entwicklung vor Ort und in Entwicklungsländern fördern. Aufgrund des fachlichen Know-hows und der Bürgernähe werden Kommunen zunehmend als entwicklungspolitische Akteure gefordert und aktiv. Auch, da sich globale Probleme immer deutlicher in den Städten und Gemeinden abbilden. Mit Hilfe des entwicklungspolitischen Engagements können Lernprozesse angestoßen werden, die das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln stärken und zur gemeinsamen Lösung globaler und lokaler Probleme einen Beitrag leisten. Damit knüpft das Vorhaben an die Grundsätze der Wolfsburger Agenda 21 und die Agenda 2030 an.

Manfred Hüller, Nora Mühling, Oberbürgermeister Klaus Mohrs

Seit dem 1. Januar 2017 verfügt die Stadt Wolfsburg über eine Personalstelle zugunsten des entwicklungspolitischen Engagements der Stadt. Diese wird gefördert durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des Programms „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Als Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit ist Nora Mühling seit Beginn des Jahres im Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen tätig. 

Zeichnung einer grünen Glühbirne

Weiterführende Informationen zur Initiative „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik: Initiative zur Förderung einer Personalstelle zur Koordination und Umsetzung entwicklungspolitischen Engagements in Kommunen“


Ankündigung

Fachaustausch mit Sarajevo im Januar 2018

Anfang Januar begrüßt die Stadt Wolfsburg drei VertreterInnen der Stadt Sarajevo, um bei einer Expertenentsendung im Rahmen der gemeinsamen kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft ihre Bildungsprojekte weiterzuentwickeln. Neben den Arbeitssitzungen werden Fachaustausche über die Agenda-Arbeit und Begegnungen mit lokalen Aktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung arrangiert. 


Aktuell

„Netzwerktreffen für deutsche Kommunalakteure mit Partnerschaften in die Region Nordafrika“ im phaeno

Entwicklungspartnerschaften im nordafrikanischen Raum im Fokus

Teilnehmer des Netzwerktreffens © Engagement Global/Martin Magunia

Im Rahmen des zweitägigen Netzwerktreffens für deutsche Kommunalakteure mit Partnerschaften in die Region Nordafrika kamen jetzt rund 30 kommunale Mitarbeiter aus ganz Deutschland in Wolfsburg zusammen. Die Veranstaltung richtete sich an alle deutschen Akteure, die im Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ zurzeit konkrete Projekte mit nordafrikanischen Städten durchführen sowie an alle Kommunalakteure, die im Rahmen von Städte- oder Projektpartnerschaften Beziehungen in die Region pflegen oder ausbauen möchten. Die Stadt Wolfsburg fungierte dabei als Kooperationspartner der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH. (…)

Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide wies zu Beginn der Veranstaltung auf die Bedeutung des Treffens hin: „Dieses Netzwerktreffen ist so besonders, weil alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland ein gemeinsames Interesse und Ziel verfolgen: Auf kommunaler Ebene internationale Austausche und Projektpartnerschaften im nordafrikanischen Raum zu ermöglichen. Der Mehrwert von Partnerschaften ist ganz eindeutig, dass Wissen fachübergreifend weitergegeben wird, dass Erfahrungsaustausche und grenzüberschreitende Kooperationen auf Augenhöhe aufgebaut und stets neue Erfahrungen gesammelt werden können.“ (…)

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie unter dem Reiter Presseberichte und Publikationen.


Kommunale Entwicklungszusammenarbeit im Erdkunde-Unterricht des THG

Teilnehmer des Netzwerktreffens

Auf Einladung von Frau Dybowski, Erdkundelehrerin des 12. Jahrgangs am Theodor-Heuss-Gymnasium Wolfsburg, stellten Referatsleiter Manfred Hüller und Nora Mühling (Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit) am 28. November 2017 das Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen der Stadt Wolfsburg und das dort angesiedelte Aufgabengebiet „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ vor. Anhand der Projektbeteiligung „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ zwischen Wolfsburg und Jendouba wurden Kooperationsfelder in Nordafrika und deren Hintergründe erläutert und den SchülerInnen als besonderes Tätigkeitsfeld näher gebracht. 

Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://www.thg-wob.de/faecher/erdkunde


Aktuell

Wolfsburger Forum Entwicklungszusammenarbeit ins Leben gerufen

Auftaktveranstaltung im Rathaus: 40 Interessenten nahmen teil

Gruppenbild vom ersten Forum Entwicklungszusammenarbeit

Zum ersten Forum Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Wolfsburg trafen sich jetzt rund 40 Interessenten im Rathaus. Oberbürgermeister Klaus Mohrs begrüßte die Teilnehmer im Rahmen der Auftaktveranstaltung im gut gefüllten Ratssitzungssaal. Das Forum bildete die Grundlage, um ein erstes Kennenlernen entwicklungspolitisch bereits aktiver und interessierter Wolfsburger zu ermöglichen.

Von den Teilnehmern wurde begrüßt, dass auf dieser Basis weitere Kontakte geknüpft, Erfahrungsaustausche angestoßen und Mitstreiter gewonnen werden können. „Das vielseitige und breit gestreute Engagement, das von Wolfsburg aus bereits in die Welt hinausstrahlt, ist keine Selbstverständlichkeit. Wir wollen mit diesem Forum Transparenz schaffen und gemeinsam ins Gespräch kommen“, fasste Manfred Hüller, Leiter des Referates Internationale Beziehungen zusammen.

Das Vernetzungsangebot und Austauschformat wurde von den Teilnehmern sehr positiv angenommen und mit Anregungen versehen. Gemeinschaftlich wurden halbjährliche Zusammenkünfte beschlossen. Das nächste Forum wird im Frühjahr 2018 stattfinden. Aktuelle Informationen sind stets unter wolfsburg.de/entwicklungspolitik abrufbar.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie unter dem Reiter Presseberichte und Publikationen.


Zahlreiche Wolfsburger Akteure, Vereine, Einrichtungen und Unternehmen engagieren sich bereits weltweit zugunsten eines gerechten Zugangs zu Ressourcen, für Bildungschancen, den Wiederaufbau nach Katastrophen, im Gesundheitsbereich oder für grenzüberschreitende Austausche und Umweltbewusstsein. Die Bandbreite der Aktivitäten und des Engagements ist sehr groß und bewundernswert! 

Mit Ihrer Unterstützung können wir ein Forum ins Leben rufen, um Erfahrungsaustausche anzustoßen und gemeinsame Aktionen zu ermöglichen.

Das erste Netzwerk- und Kennenlerntreffen des Wolfsburger Forums Entwicklungszusammenarbeit fand am 10. Oktober 2017 im Ratssitzungssaal der Stadt Wolfsburg statt. Die Pressemitteilung dazu finden Sie unter dem Reiter "Presseberichte und Publiktationen".

Zukünftig wird das Forum halbjährlich zusammenfinden. Das zweite Treffen ist im Frühjahr 2018 geplant.

Sie haben Interesse an einem Netzwerktreffen, um Erfahrungen aus Ihren Projekten zu teilen oder möchten sich Tipps anderer Akteure holen? Oder würden Sie sich gern in einem der Wolfsburger Projekte engagieren? 

Wenden Sie sich bei Interesse jederzeit an:

Nora Mühling
Telefon: 05361 - 28 2851

Entwicklungspartnerschaften der Stadt Wolfsburg

Umrisse von Menschen vor einer Grünweißen Weltkarte

Neben den Städtepartnerschaften und -freundschaften nimmt die Bedeutung kommunaler Entwicklungspartnerschaften zu. Diese neue Kooperationsform kommunaler internationaler Beziehungen ermöglicht eine bedarfsorientierte und zeitlich begrenzte Zusammenarbeit. Die globalen Partnerschaften stehen für Austausche, Kooperationen und gegenseitige Lernprozesse auf Augenhöhe.

Bei allen Aktivitäten werden die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) der Agenda 2030 mitgedacht. Denn Entwicklungspartnerschaften verfolgen zugleich die Absicht, eine gemeinsame Herangehensweise für nachhaltige Entwicklung zu finden und Lösungen für globale und lokale Probleme zu erarbeiten. 

Mit der Kombination von lokalen und internationalen Aktivitäten sowie aufgrund der fachübergreifenden Zusammenarbeit handelt es sich bei den Projektpartnerschaften auch in Wolfsburg um eine Querschnittsaufgabe, die auf die Mitwirkung von Engagierten und Fachleuten angewiesen ist.

Bis zum Sommer 2018 kooperiert die Stadt Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt Jendouba innerhalb des Programms „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Dieses wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt und finanziert. Mit dem Ziel, den kommunalen Wissens- und Erfahrungsaustausch in Form von Entwicklungspartnerschaften zu fördern, werden bis zu 25 Kleinprojekte in Tunesien, Marokko und Algerien im Bereich der Kommunalentwicklung unterstützt, Maßnahmen gemeinsam konzeptualisiert und im Maghreb umgesetzt. 

Wolfsburg begleitet Jendouba innerhalb des insgesamt zweijährigen Vorhabens bei der Planung und Konstruktion eines Stadtteilparks unter Beteiligung der AnwohnerInnen. Die Projektidee und Kooperation wurde auf Eigeninitiative Jendoubas aufgrund mangelnder Jugendtreffpunkte und im Rahmen der kommunalen Reformprozesse angestoßen.

Seit einem gemeinsamen Treffen während der Auftaktkonferenz in Bamberg im September 2016 stehen beide Kommunen in Kontakt. Regelmäßige Projektgruppentreffen in Wolfsburg, unter Beteiligung der städtischen Fachbereiche, ermöglichen die Erfahrungsaustausche und Entwicklung des Vorhabens.

Hintergrund: „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“

Die tunesischen Kommunen befinden sich nach dem Arabischen Frühling im Aufbau kommunaler und demokratischer Strukturen. Mit Hilfe des Wissenstransfers können sie von den Erfahrungen der deutschen Kommunen in der Stadtentwicklung – zugunsten effizienter Dienstleistungen, verbesserter Lebensbedingungen, zusätzlicher Arbeitsplätze und neuer Strukturen, die eine Beteiligung der Zivilbevölkerung ermöglichen – profitieren. 

Bürgernahe integrative Ansätze werden verfolgt, um die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu steigern und Anreize für junge Menschen zu schaffen, ihre Zukunft im eigenen Land verantwortungsbewusst mitzugestalten. Auf diesem Weg kann dem hohen Urbanisierungsgrad ebenso wie Fluchtursachen und Kriminalisierungstendenzen entgegengewirkt werden. 

Gleichzeitig ist der Lerneffekt auf deutscher Seite sehr groß. Die internationale Zusammenarbeit, die Fortbildung durch länderspezifische Workshops und Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure kommen den Integrationsmaßnahmen vor Ort und der Stärkung interkultureller Kompetenzen aller Beteiligten zugute.


Frühjahr 2017: Fachaustausch in Wolfsburg

Projektgruppe der Stadt Wolfsburg mit den Mitarbeitenden der Stadt Jendouba

Vom 14. bis 17. März wurden zwei Mitarbeitende aus der Stadtverwaltung Jendouba im Rathaus willkommen geheißen. Die tunesischen KollegInnen erhielten im Rahmen der Projektarbeit zum Bau des Stadtteilparks in Jendouba einen Einblick in die Wolfsburger Verwaltungsstrukturen. Der Fachaustausch in Wolfsburg wurde durch die Projektkoordinatoren von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Tunesien (GIZ) und der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt (SKEW) begleitet. 
In Form von Hospitationen lernten sie die Aufgaben und Prozesse der Abteilungen Grün/Flächenplanung, Integration, Internationale Beziehungen, Bürger- und Jugendbeteiligung kennen. Bei dem Besuch zahlreicher Spielflächen und Jugendorte sowie der Wolfsburg AG mit dem Allerpark konnten viele Eindrücke gewonnen und Ideen gesammelt werden. Kulturell wurde das Besuchsprogramm durch den Internationalen Freundeskreises Wolfsburg e.V. mit dem Tunesischen Kultur- und Jugendverein e.V. gestaltet. (...)


Die gesamte Pressemitteilung zum Fachaustausch finden Sie unter dem Reiter Presseberichte und Publikationen.

Zeichnung einer grünen Glühbirne



Aktuell

Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland

Wolfsburger Fachexperten besuchen Jendouba im Rahmen einer technischen Projektreise

Anwohner nehmen am Graffiti Workshop im entstehenden Stadtteilpark Ennour in Jendouba teil

Nachdem im Frühjahr 2017 zwei Mitarbeitende aus der Stadtverwaltung Jendouba einen Einblick in die Wolfsburger Verwaltungsstrukturen erhielten und sich mit den am Projekt beteiligten Abteilungen Grün und Flächenplanung, Integration, Internationale Beziehungen, Bürger- und Jugendbeteiligung austauschten, besuchten Mitarbeiter aus den Geschäftsbereichen Grün, Jugend und Internationale Beziehungen der Stadt Wolfsburg im Rahmen des Programms „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ die Freundschaftsstadt Jendouba vom 25. bis 29. Oktober 2017 während einer technischen Projektreise.

Die Fachaustausche zur Planung und Konstruktion eines Stadtteilparks in Jendouba unter Beteiligung der Anwohner wurde von den Projektkoordinatoren der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Tunesien und Deutschland (GIZ) begleitet. 

Vor Ort besichtigte die Delegation den Platz im Stadtviertel „Ennour“, überarbeitete in mehreren Sitzungen mit den tunesischen Kollegen die Baupläne und tauschte sich mit Vertretern von Bürgerinitiativen und Vereinen zu den Vorhaben aus. Gemeinsam wurde ein Konzept entwickelt, das alle Zielgruppen im Stadtviertel berücksichtigt. Neben einer Ballspielfläche, einem Skate- sowie kleinen Fitnessbereich werden Spielplatz- und Aufenthaltselemente integriert. Die Bauarbeiten am Platz sollen im Frühjahr 2018 beginnen. Den Höhepunkt des Besuches bildete ein Graffiti-Workshop, den die Stadt Jendouba für die Anwohner organisierte.

Die gesamte Pressemitteilung zum Fachaustausch finden Sie unter dem Reiter Presseberichte und Publikationen.

Gruppenbild der Auftaktkonferenz Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften in Gelsenkirchen © Barbara Frommann

Eine weitere Entwicklungspartnerschaft entsteht mit der Freundschaftsstadt Sarajevo. Als eine von aktuell zwölf Projektpartnerschaften zwischen deutschen Kommunen und Kommunen aus Südosteuropa (Bosnien und Herzegowina, Serbien und Kosovo) engagiert sich die Stadt Wolfsburg innerhalb des Pilotprojektes „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“, das von Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt und gefördert wird. Innerhalb einer zweijährigen Projektlaufzeit setzen sich die Partnerkommunen systematisch mit den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030 auseinander, um diese innerhalb der kommunalen Prozesse zu verankern. 

Sowohl Austausche und Entsendungen als auch die Umsetzung einer Projektmaßnahme im Sinne der SDGs in beiden Städten werden gemeinsam verfolgt. Jede Projektpartnerschaft definiert eigene Schwerpunkte und konzentriert sich neben den Nachhaltigkeitszielen Nr. 17 „Globale Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ sowie Ziel Nr. 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ auf ein weiteres Nachhaltigkeitsziel: Wolfsburg und Sarajevo haben sich für Ziel Nr. 4 „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ entschieden. Als Projektmaßnahmen soll bis Ende 2018 ein Bildungsangebot zum Thema „Nachhaltigkeit“ in beiden Städten entwickelt werden.


Auftaktkonferenz „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“ in Gelsenkirchen

Vertreter aus Wolfsburg und Sarajevo auf der Auftaktkonferenz in Gelsenkirchen © Barbara Frommann

Erste bilaterale Gespräche zwischen den Projektverantwortlichen der Internationalen Beziehungen von Wolfsburg und Sarajevo konnten während der zweitägigen Auftaktkonferenz geführt werden. Die SKEW begrüßte rund 100 kommunale VertreterInnen aus Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Kosovo im Januar 2017 im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen. 

Die Auftaktkonferenz fungierte als Grundlage für die gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Sinne der Agenda 2030 mit den SDGs –  für eine nachhaltige Kommunalentwicklung. Mit Blick auf die Nachhaltigkeitsziele wurde der Dialogprozess zwischen den Partnerkommunen angestoßen und nach Ansatzpunkten zur Umsetzung der SDGs auf kommunaler Ebene gesucht. Wolfsburg und Sarajevo einigten sich auf die Erarbeitung eines Bildungsangebotes zum Thema „Nachhaltigkeit“ als Pilotmaßnahme in beiden Städten. In Workshops und Entsendungen werden Austausche zur Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahme folgen.

Dialogworkshop in Wolfsburg

Schaubild der Projektbedingungen aus dem Dialogworkshop in Wolfsburg

Bürgerinnen und Bürger sowie Interessenten aus Politik und Verwaltung waren am 13. Juli 2017 zu einem Dialogworkshop eingeladen, um sich über die Städtefreundschaft sowie Agenda-Aktivitäten der Stadt zu informieren und das Pilotprojekt kennenzulernen. Ideen für Austausche und die Entwicklung eines Bildungsangebotes zum Thema „Nachhaltigkeit“ in Wolfsburg und Sarajevo wurden bei dieser Gelegenheit eingebracht und anhand der vorgegebenen Rahmenbedingungen diskutiert! 
Neben dem Vorschlag in Wolfsburg eine LernBox „Kreislaufführung von Ressourcen“ entsprechend des Ansatzes von „Cradle to Cradle“ zu entwickeln, wurde u.a. die Vernetzung von Reparaturangeboten und -akteuren angeregt. Weitere Ansätze fanden sich z.B. im Bereich Papierrecycling, Wasserkreislaufwirtschaft und Müll. 
Zeitgleich werden in Sarajevo Maßnahmen für eine Projektarbeit geprüft, die den dortigen Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechen. Beide Projektmaßnahmen werden dann aufeinander abgestimmt und zeitgleich umgesetzt. Dabei nehmen die Städte gegenseitig eine beratende Rolle ein und können von den Erfahrungen und Ideen zur nachhaltigen Entwicklung profitieren.

Die Pressemitteilung zum Dialogworkshop finden Sie unter dem Reiter "Presseberichte und Publikationen"


Ankündigung

Fachaustausch mit Sarajevo im Januar 2018

Anfang Januar begrüßt die Stadt Wolfsburg drei VertreterInnen der Stadt Sarajevo, um bei einer Expertenentsendung im Rahmen der gemeinsamen kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft ihre Bildungsprojekte weiterzuentwickeln. Neben den Arbeitssitzungen werden Fachaustausche über die Agenda-Arbeit und Begegnungen mit lokalen Aktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung arrangiert. 


Aktuell

Netzwerktreffen „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“ in Offenbach am Main

Teilnehmer des Netzwerktreffens © Hans-Jürgen Herrmann

Ende September 2017 nahmen drei Mitarbeiterinnen der Stadt Wolfsburg am Netzwerktreffen der deutschen Kommunen innerhalb des Programms „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“ in Offenbach am Main teil. Während der zweitägigen Veranstaltung erfolgten Beratungen sowie Fachaustausche zur lokalen und internationalen Agenda-Arbeit der Städte sowie bezüglich der weiteren Ausgestaltung der Partnerschaftsprojekte mit den Kommunen aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und Kosovo. Allen deutschen Kommunen stellt sich nun die Herausforderung der Antragstellung zur Mittelbewilligung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsprojekte. Das Netzwerktreffen der südosteuropäischen Kommunalakteure findet Ende November in Sarajevo statt.

Erste Gespräche werden geführt, um eine Projektpartnerschaft in Südafrika ins Leben zu rufen.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Hier finden Sie Pressemitteilungen, Publikationen und weiterführende Informationen:

Publikationen:


Pressemitteilungen:

Pressemitteilung vom 01.12.2017

Netzwerktreffen im Phaeno

Entwicklungspartnerschaften im nordafrikanischen Raum im Fokus

Teilnehmer des Netzwerktreffens © Engagement Global/Martin MaguniaIm Rahmen des zweitägigen Netzwerktreffens für deutsche Kommunalakteure mit Partnerschaften in die Region Nordafrika kamen jetzt rund 30 kommunale Mitarbeiter aus ganz Deutschland in Wolfsburg zusammen. Die Veranstaltung richtete sich an alle deutschen Akteure, die im Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ zurzeit konkrete Projekte mit nordafrikanischen Städten durchführen sowie an alle Kommunalakteure, die im Rahmen von Städte- oder Projektpartnerschaften Beziehungen in die Region pflegen oder ausbauen möchten. Die Stadt Wolfsburg fungiert dabei als Kooperationspartner der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH, um Austauschen über aktuelle Herausforderungen und Chancen in der Projekt- und Partnerschaftsarbeit mit Kommunen in Nordafrika ein Forum zu bieten. Neben der Vernetzung und Partnerschaftsarbeit werden während des Netzwerktreffens aktuelle regionale Informationen sowie Förderinstrumente vorgestellt.

Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide wies zu Beginn der Veranstaltung auf die Bedeutung des Treffens hin: „Dieses Netzwerktreffen ist so besonders, weil alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland ein gemeinsames Interesse und Ziel verfolgen: Auf kommunaler Ebene internationale Austausche und Projektpartnerschaften im nordafrikanischen Raum zu ermöglichen. Der Mehrwert von Partnerschaften ist ganz eindeutig, dass Wissen fachübergreifend weitergegeben wird, dass Erfahrungsaustausche und grenzüberschreitende Kooperationen auf Augenhöhe aufgebaut und stets neue Erfahrungen gesammelt werden können.“

Der Blick über die kommunalen und nationalen Grenzen hinweg ermöglicht es dabei, globale Zusammenhänge und Herausforderungen nicht nur besser verstehen, sondern auch im alltäglichen Handeln mitdenken zu können. Gerade auf lokaler Ebene besteht die Chance, die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitzunehmen. Der weitere Ausbau der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit bedarf dabei Unterstützungsinstrumente personeller und finanzieller Art. Um das Thema auch als Querschnittsaufgabe in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft zu tragen, Bewusstsein zu bilden und lokal aktiv zu werden, bedarf es ebenfalls umfangreicher Förderung. Mit der Initiative wird genau an diesem Punkt angesetzt.

Bis zum Herbst 2018 kooperiert die Stadt Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt Jendouba innerhalb der Initiative „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Diese wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Hilfe der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt und finanziert. Mit dem Ziel, den kommunalen Wissens- und Erfahrungsaustausch in Form von Entwicklungspartnerschaften zu fördern, werden Kleinprojekte in Tunesien, Marokko und Algerien im Bereich der Kommunalentwicklung unterstützt, Maßnahmen gemeinsam konzeptualisiert und im Maghreb umgesetzt.

Zuletzt waren Fachexperten aus Wolfsburg in Jendouba, um den weiteren Projektfortschritt zur Gestaltung eines Stadtteilparks mit Bürgerbeteiligung während einer technischen Reise mit den tunesischen Kollegen zu besprechen. „Wir sind sehr stolz darauf, gemeinsam mit unserer Freundschaftsstadt Jendouba in Tunesien Teil dieses Programms zu sein und die Themen „Stadtentwicklung“ und „Bürgerbeteiligung“ aus beiden Perspektiven und mit unterschiedlichen Fachbereichen kennenlernen und weiterentwickeln zu können. Die Vernetzung in Wolfsburg, in Deutschland und darüber hinaus nimmt für uns einen hohen Stellenwert ein“, so Hirschheide.


Pressemitteilung vom 02.11.2017

Wolfsburger Fachexperten für Entwicklungsprojekt zu Gast in Jendouba

Empfang durch den Gouverneur von Jendouba, Herrn Akram Sebri, zum Stadtfest in Jendouba

Vom 25. bis 29. Oktober besuchten Mitarbeiter der Stadt Wolfsburg im Rahmen des Programms „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ die tunesische Stadt Jendouba. Die Fachexperten aus den Geschäftsbereichen Grün und Jugend sowie aus dem Referat Repräsentation und Internationale Beziehungen nahmen an der technischen Reise zur Planung und Konstruktion eines Stadtteilparks in Jendouba unter Beteiligung der Anwohner teil. 

Die Projektidee zum Bau eines Stadtteilparks unter Bürgerbeteiligung wurde auf Eigeninitiative Jendoubas aufgrund mangelnder Jugendtreffpunkte und im Rahmen der kommunalen Reformprozesse angestoßen. Der Fachaustausch vor Ort wurde durch die Projektkoordinatoren von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Tunesien und Deutschland (GIZ) begleitet. 

Vor Ort besichtigte die Wolfsburger Delegation den Platz im Stadtviertel „Ennour“, überarbeitete in mehreren Sitzungen und unter Anwesenheit einer Architektin mit den tunesischen Kollegen die Baupläne und tauschte sich mit Vertretern von Bürgerinitiativen und Vereinen zu den Vorhaben aus. Gemeinsam wurde ein Konzept entwickelt, das alle Zielgruppen im Stadtviertel berücksichtigt. Neben einer Ballspielfläche, einem Skate- sowie kleinen Fitnessbereich werden Spielplatz- und Aufenthaltselemente integriert. Die Bauarbeiten am Platz sollen im Frühjahr 2018 beginnen. Den Höhepunkt des Besuches bildete ein Graffiti-Workshop, den die Stadt Jendouba für die Anwohner organisierte. Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligten sich an der kreativen Aktion an einem Trafohaus auf der Anlage. 

Im Rathaus der Stadt Jendouba hieß Interims-Bürgermeister Ghodhbeni die Wolfsburger Delegation herzlich willkommen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 130. Jahrestag der Kommune Jendouba begrüßte auch Gouverneur Sebri die Gäste und unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der Zusammenarbeit beider Kommunen mit Hilfe der Entwicklungspartnerschaft. 

Des Weiteren konnten kommunale Einrichtungen, wie das im Vorjahr geschaffene Bürgerbüro, der städtische Bauhof, das Sportstadion sowie das am Stadtrand gelegene Industriegebiet ‘Ertiah’ besichtigt werden. Kulturell wurde das Programm mit einem Besuch der antiken römischen Ausgrabungsstätte „Bella Regia“ abgerundet. 

Nachdem im Frühjahr 2017 zwei Mitarbeitende aus der Stadtverwaltung Jendouba einen Einblick in die Wolfsburger Verwaltungsstrukturen erhielten und sich mit den am Projekt beteiligten Abteilungen Grün und Flächenplanung, Integration, Internationale Beziehungen, Bürger- und Jugendbeteiligung austauschten, stellte die aktuelle Reise nach Tunesien den Gegenbesuch dar. 

Bis zum Sommer 2018 kooperiert die Stadt Wolfsburg im Rahmen des Programms „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ mit Jendouba. Das Programm wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und der GIZ durchgeführt. Mit dem Ziel, den kommunalen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu fördern, werden ca. 30 Kleinprojekte in Form von Entwicklungspartnerschaften in Tunesien, Marokko und Algerien im Bereich der Kommunalentwicklung unterstützt. 

Bürgernahe integrative Ansätze werden dabei verfolgt, um die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu steigern und Anreize für junge Menschen zu schaffen, ihre Zukunft im eigenen Land verantwortungsbewusst mitzugestalten. Zugleich profitieren die deutschen Mitwirkenden von den Maßnahmen: Durch die internationale Zusammenarbeit zu Fachthemen, die Wahrnehmung landesspezifischer Qualifizierungsangebote und vor allem beidseitige Entsendungen wird das interkulturelle Verständnis geschult. Die Eindrücke und Erfahrungen kommen lokalen Prozessen und Integrationsmaßnahmen zugute. 

Ende November 2017 findet das „Netzwerktreffen für deutsche Kommunalakteure mit Partnerschaften in die Region Nordafrika“ der SKEW statt. Während der zweitägigen Veranstaltung fungiert die Stadt Wolfsburg als Kooperationspartner und Ausrichtungsort, um mit kommunalen Vertretern aus ganz Deutschland zu Herausforderungen und Chancen in der Projekt- und Partnerschaftsarbeit in Austausch zu treten.


Pressemitteilung vom 12.10.2017

Erstes Forum Entwicklungszusammenarbeit

Auftaktveranstaltung im Rathaus: 40 Interessenten nahmen teil

Zum ersten Forum Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Wolfsburg trafen sich jetzt rund 40 Interessenten im Rathaus. Oberbürgermeister Klaus Mohrs begrüßte die Teilnehmer im Rahmen der Auftaktveranstaltung im gut gefüllten Ratssitzungssaal. Das Forum bildete die Grundlage, um ein erstes Kennenlernen entwicklungspolitisch bereits aktiver und interessierter Wolfsburger zu ermöglichen.

Von den Teilnehmern wurde begrüßt, dass auf dieser Basis weitere Kontakte geknüpft, Erfahrungsaustausche angestoßen und Mitstreiter gewonnen werden können. „Das vielseitige und breit gestreute Engagement, das von Wolfsburg aus bereits in die Welt hinausstrahlt, ist keine Selbstverständlichkeit. Wir wollen mit diesem Forum Transparenz schaffen und gemeinsam ins Gespräch kommen“, fasste Manfred Hüller, Leiter des Referates Internationale Beziehungen zusammen.

Innerhalb des Themenfeldes der Entwicklungszusammenarbeit ist die Stadt Wolfsburg seit Beginn des Jahres verstärkt tätig. Mit einer Entwicklungspartnerschaft im tunesischen Jendouba und einer Nachhaltigkeitspartnerschaft mit Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) werden bereits kommunale Entwicklungsprojekte verwirklicht. Zugleich wird das Ziel verfolgt, innerhalb der Stadtgesellschaft eine Vernetzungsmöglichkeit durch regelmäßige Treffen zu bieten.

„Zahlreiche Initiativen, Vereinsaktivitäten und Benefizveranstaltungen teilen das gleiche Interesse, in Wolfsburg und von Wolfsburg aus Verantwortung für diese eine Welt zu übernehmen. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die meisten Akteure wenig voneinander wissen. Dabei haben sie so viele Schnittpunkte und Erfahrungswerte zu teilen“, erklärte Nora Mühling, Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit.

Das Vernetzungsangebot und Austauschformat wurde von den Teilnehmern sehr positiv angenommen und mit Anregungen versehen. Gemeinschaftlich wurden halbjährliche Zusammenkünfte beschlossen. Das nächste Forum wird im Frühjahr 2018 stattfinden. Aktuelle Informationen sind stets unter wolfsburg.de/entwicklungspolitik abrufbar.


Pressemitteilung vom 14.07.2017

Dialogworkshop

Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft Wolfsburg-Sarajevo

Bild aus dem Dialogworkshop Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft Wolfsburg-SarajevoAm Donnerstag begrüßten Oberbürgermeister Klaus Mohrs und Referatsleiter Manfred Hüller ca. 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung zu einem Dialogworkshop. Mit dem Pilotprojekt „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“, welches Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt, engagiert sich Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) seit Beginn des Jahres als eine von insgesamt zwölf Entwicklungspartnerschaften. Ziel der zweijährigen Kooperationen zwischen deutschen Kommunen und Kommunen in Serbien, Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina ist es, lokale und interkommunale Dialoge und Maßnahmen zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) der Agenda 2030 zu etablieren. Dazu können die Städte auf gegenseitige Entsendungen, Erfahrungsaustausche, Vernetzungstreffen und Qualifizierungsangebote zurückgreifen, um letztlich in jeder Stadt eine geförderte Projektmaßnahme im Sinne der SDGs zu entwickeln. Während des Dialogworkshops in Wolfsburg berichteten die Verantwortlichen aus dem Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen und dem Umweltamt anfangs über die Aktivitäten im Bereich der Partnerschaft- und Agenda-Arbeit der Stadt.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs verdeutlichte: „Wir haben uns ganz bewusst für diese zweijährige Entwicklungspartnerschaft mit unserer Freundschaftsstadt Sarajevo entschieden. Wir erhoffen uns davon, die Beziehung zu Sarajevo zu vertiefen und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln in beiden Städten zu stärken.“ Neben der Teilnahme der Projektverantwortlichen aus Wolfsburg und Sarajevo an der Auftaktkonferenz in Gelsenkirchen erfolgte in beiden Städten im Frühjahr bereits die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zur Zusammenarbeit. Darüber hinaus konnten die Wolfsburger Mitarbeiterinnen bereits von der Qualifizierungsmaßnahme „Partnerschaftliche Zusammenarbeit im interkulturellen Kontext (Südosteuropa)“ an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit profitieren. Gemeinsam mit den Projektkoordinatorinnen der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) aus Bonn konnten schließlich Vorschläge und Ideen für die Entwicklung einer Projektmaßnahme unter Berücksichtigung der SDGs eingebracht werden. Wolfsburg und Sarajevo richten ihren Fokus auf das Nachhaltigkeitsziel Nr. 4: In jeder Stadt soll ein Bildungsangebot zum Thema „Nachhaltigkeit“ geschaffen werden.

Großen Anklang fand der Vorschlag gemeinsam mit der Wolfsburger NaturErkundungsSTation eine LernBox zum Thema „Kreislaufführung von Ressourcen“ entwickeln, die an die Bedarfe von Schulen angepasst wird und auch für Projektarbeiten ausgeliehen werden könnte. Vorschläge, dieses Projekt an das Konzept von „Cradle to Cradle“ anzuknüpfen, die jeweiligen Zielgruppen partizipativ in die Projektentwicklung einzubinden und zusätzlich ggf. digital Informationsmaterial bereitzustellen, wurden von der Gruppe eingebracht. Als weitere Projektidee wurde Bedarf bei der Vernetzung von Reparaturangeboten (Repair Cafés) gesehen, um gegenseitig Knowhow z.B. zur Reparatur von Alltagsgegenständen weiterzugeben. Von Seiten der SKEW wurde weiterhin darauf hingewiesen, dass bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt werden müssen, um die Finanzierung sicherzustellen. Unter anderem ist die Förderung rein investiver Maßnahmen schwierig während die Vermittlung von Wissen und Bildung für nachhaltige Entwicklung unter Einbindung kommunalspezifischen Fachwissens sehr vielversprechend ist.

In einem nächsten Schritt werden die Ergebnisse des Dialogworkshops in Wolfsburg mit den Projektideen in Sarajevo abgeglichen, um eine Maßnahme in jeder Stadt festzulegen, die im weiteren Verlauf der kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft gemeinsam weiterentwickelt und umgesetzt wird. Nora Mühling, Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Wolfsburg, resümiert: „Es ist sehr schön zu sehen, dass sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dialogworkshops weiterhin in die Projektarbeit einbringen möchten und dabei großen Wert auf die Berücksichtigung der unterschiedlichen Grundvoraussetzungen und Bedürfnisse in Wolfsburg und Sarajevo legen. Das ist eine ganz wichtige Basis für die weitere Partnerschaftsarbeit, um gewinnbringende Erfahrungsaustausche und nachhaltige Maßnahmen auf beiden Seiten zu verwirklichen.“


Pressemitteilung vom 07.04.2017

Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Erweiterung der internationalen Aktivitäten

Manfred Hüller, Nora Mühling, Oberbürgermeister Klaus Mohrs

Seit dem 1. Januar 2017 verfügt die Stadt Wolfsburg über eine Personalstelle zugunsten des entwicklungspolitischen Engagements der Stadt. Diese wird gefördert durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des Programms der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Als Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit ist Nora Mühling seit Beginn des Jahres im Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen tätig. Innerhalb des Bewilligungszeitraumes von zwei Jahren wird das Ziel verfolgt im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 die kommunalen internationalen Beziehungen in Form von Entwicklungspartnerschaften und entwicklungspolitischen Aktivitäten zu erweitern. Mit dem Ausbau des entwicklungspolitischen Engagements leistet die Stadt zugleich einen Beitrag entsprechend des Ratsbeschlusses zur Wolfsburger Agenda 21.

Als Kommunale Entwicklungspolitik werden Maßnahmen der Kommunalverwaltung und -politik verstanden, die sowohl die nachhaltige Entwicklung vor Ort als auch in Entwicklungsländern fördern. Wichtig ist dabei, dass erst die spezifische Kombination von Inlands- und Auslandsarbeit die kommunale Entwicklungspolitik wirksam werden lässt. Dazu zählen lokale Aktivitäten wie Informations- und Bildungsarbeit ebenso wie international ausgerichtet Projektpartnerschaften mit Fachaustauschen.

Zunehmend werden Kommunen als Akteure in der Entwicklungspolitik aktiv und gefordert. Neben der Agenda 2030, die mit dem globalen Nachhaltigkeitsziel Nr. 17 „Globale Partnerschaften zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele“ für  einen „neuen Geist internationaler Zusammenarbeit“ und gemeinsames Handelns wirbt, rufen Bund und Länder durch Initiativen und Beschlüsse vermehrt zu kommunalem entwicklungspolitischen Engagement auf. Denn Kommunen, wie Wolfsburg, haben die Möglichkeit ihren Bürgerinnen und Bürgern globale Prozesse und deren Folgen näherzubringen. Herausforderungen wie Flüchtlingsbewegungen, der Klimawandel, Ressourcenmangel oder auch soziale Ungerechtigkeit betreffen die gesamte Weltgemeinschaft. Oberbürgermeister Klaus Mohrs erläutert: „Zunehmend erfahren wir spürbar, dass globale Probleme weder vor kontinentalen noch kommunalen Grenzen halt machen. Deshalb müssen wir einen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten – gemeinsam. Mehr denn je wird uns heute bewusst, dass unser Verhalten – gegenüber der Umwelt oder beispielsweise unser Konsumverhalten – globale Entwicklungen auch beeinflusst. Dieses Bewusstsein müssen wir stärken und mit Solidarität und Verantwortung reagieren. Entwicklungspartnerschaften können dazu einen grundlegenden Beitrag leisten.“ Als neue, fortschrittliche Art kommunaler, projektbezogener Kooperationen handelt es sich bei Entwicklungspartnerschaften im Gegensatz zur ursprünglichen Entwicklungshilfe um eine Kooperation auf Augenhöhe. 

In Wolfsburg liegt der Schwerpunkt auf dem Aufbau von Projektpartnerschaften mit Sarajevo und Südafrika. Außerdem soll u.a. Netzwerk entwicklungspolitisch interessierter und aktiver Akteure entstehen, um bestehende Aktivitäten transparent zu machen und Beratungs- sowie Unterstützungsleistungen für Entwicklungsprojekte auszutauschen.


Pressemitteilung vom 17.03.2017

Fachaustausch zwischen Wolfsburg und Jendouba

Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“

v.l.: Manfred Hüller (Leiter Internationale Beziehungen), Christin Eckstein (Referat Internationale Beziehungen), Oberbürgermeister Klaus Mohrs, Nadja Bonarius (SKEW), Aida Ghazouani (Stadt Jendouba), Amine Khazri (Stadt Jendouba), Jerome Kuchejda (GIZ), Nora Mühling (Referat Internationale Beziehungen)

Die Stadt Wolfsburg beteiligt sich mit der Freundschaftsstadt Jendouba am entwicklungspolitischen Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Vom 14. bis 17. März sind zwei Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung Jendouba zu Gast im Rathaus. Die Hospitanten erhalten im Rahmen der Projektarbeit zum Bau einer Parkanlage für Jugendliche unter Bürgerbeteiligung in Jendouba einen Einblick in die Verwaltungsstrukturen der Stadt und lernen die Aufgaben der Abteilungen Flächenplanung, Integration, Bürger- und Jugendbeteiligung kennen. 

Oberbürgermeister Klaus Mohrs begrüßte die Gäste Aida Ghazouani, Projektverantwortliche zur Gestaltung öffentlicher Räume und Amine Khazri, Ingenieur im Bereich der Bau- und Stadtplanung, aus der Stadt Jendouba im Rathaus. Begleitet werden die Hospitanten von den Projektkoordinatoren Jerome Kuchejda von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Tunesien (GIZ) und Nadja Bonarius von der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt (SKEW). 

Bis zum Sommer 2018 kooperiert die Stadt Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt innerhalb der Entwicklungspartnerschaft „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Diese wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt und finanziert. Mit dem Ziel, den kommunalen Wissens- und Erfahrungsaustausch in Form von Entwicklungspartnerschaften zu fördern, werden bis zu 25 Kleinprojekte in Tunesien, Marokko und Algerien im Bereich der Kommunalentwicklung unterstützt, Maßnahmen gemeinsam konzeptualisiert und im Maghreb umgesetzt. 

Die tunesischen Kommunen befinden sich nach dem Arabischen Frühling im Aufbau kommunaler und demokratischer Strukturen. Mit Hilfe des Wissenstransfers können Sie von den Erfahrungen der deutschen Kommunen in der Stadtentwicklung – zugunsten effizienter Dienstleistungen, verbesserter Lebensbedingungen, zusätzlicher Arbeitsplätze und neuer Strukturen, die eine Beteiligung der Zivilbevölkerung ermöglichen – profitieren. 

Wolfsburg unterstützt seine Freundschaftsstadt Jendouba bei der Planung und Konstruktion einer Parkanlage für Jugendliche unter Beteiligung der AnwohnerInnen des Stadtteils. Das gemeinsame Projektvorhaben in Jendouba basiert auf einem Mangel an Jugendtreffpunkten, die für die Freizeitgestaltung Jugendlicher von großer Bedeutung sind.

Bürgernahe integrative Ansätze werden verfolgt, um die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu steigern und Anreize für junge Menschen zu schaffen, ihre Zukunft im eigenen Land verantwortungsbewusst mitzugestalten. Auf diesem Weg kann dem hohen  Urbanisierungsgrad ebenso wie Fluchtursachen und Kriminalisierungstendenzen entgegengewirkt werden. 

Seit Oktober 2016 begleitet eine Projektgruppe, bestehend aus MitarbeiterInnen der beteiligten Fachbereiche der Stadt Wolfsburg, das Vorhaben. Das Kennenlernen der Projektbeteiligten sowie der Erfahrungsaustausch stehen während des Aufenthalts der tunesischen Fachkräfte in Wolfsburg im Mittelpunkt. Kulturell wird das Besuchsprogramm durch einen gemeinsamen Abend des Internationalen Freundeskreises Wolfsburg e.V. mit dem Tunesischen Kultur- und Jugendverein e.V. gestaltet.

Langfristig leisten die Kleinprojekte einen Beitrag für den sozialen Frieden und tragen zur Stabilisierung im Maghreb bei. Oberbürgermeister Mohrs unterstreicht: „Parallel können sich die deutschen Beteiligten Wissen über Strukturen, Ressourcen und Herausforderungen im Maghreb aneignen und ihre Erfahrungen in Wolfsburger Vorhaben anwenden.“ Damit leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zugunsten der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Agenda 2030.