Denkmalschutz

Schutz von Kulturdenkmalen und historischen Gebäuden

Was wäre Wolfsburg ohne das Alvar-Aalto-Kulturhaus, sein Schloss, das VW-Werk, Wohnsiedlungen wie den Steimker Berg oder die Fachwerkbauten in den Ortsteilen? Diese Denkmale zählen zu einer Liste von mehr als 1600 geschützten Bauwerken, die wesentlich das Bild der Stadt prägen und ihre facettenreiche Geschichte erzählen.

Ebenso zeugen über 200 archäologische Fundstellen von einer Besiedlungsgeschichte über viele Jahrtausende.

Theater WolfsburgFoto: Lars Landmann 2014


Ziel des Denkmalschutzes ist es, originale Bausubstanz, das Erscheinungsbild von Kulturdenkmalen und archäologische Fundstellen zu erhalten. Ein Bauwerk oder ein Bodenfund ist dann ein Kulturdenkmal, wenn es beispielsweise aus geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Gründen von öffentlichem Interesse ist. Das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz bewahrt Baudenkmale, Bodendenkmale, bewegliche Denkmale und Denkmale der Erdgeschichte und erklärt sie zu schützenswertem Kulturgut... mehr

All diese Denkmale werden in einem Verzeichnis geführt, das bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt einsehbar ist.

Soll an einem Kulturdenkmal eine Veränderung vorgenommen werden, die in die Substanz eingreift oder das Erscheinungsbild verändert, muss dies vor Beginn der Maßnahme von der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde genehmigt werden. Das gilt auch für das Innere eines Denkmals. Die Antragspflicht besteht grundsätzlich und unabhängig davon, ob das Vorhaben einer baurechtlichen Genehmigung bedarf oder nicht. Auch bauliche Maßnahmen in der Umgebung eines Denkmals, Ausgrabungen und die Suche nach Kulturdenkmalen mit technischen Hilfsmitteln sowie Erdarbeiten an einer Stelle, an der die bloße Vermutung auf archäologische Denkmale besteht, sind genehmigungspflichtig.

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Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege hat seit seiner Gründung 1979 den Auftrag, die Kulturdenkmale des Landes zu erfassen, zu erforschen, fachlich zu bewerten, begründet unter Schutz zu stellen und den Menschen in Niedersachsen zu vermitteln. Über 100.000 Bau- und Kunstdenkmale sowie rund 25.000 archäologische Baudenkmale sind landesweit derzeit in seinem Verzeichnis aufgeführt.
Mit dem Denkmalatlas Niedersachsen macht das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege erstmals den gesamten Bestand der Bau- und Kunstdenkmale sowie der obertägig sichtbaren archäologischen Denkmale des Landes allen Bürger*innen über das Internet zugänglich. Bis 2023 wird das gesamte Verzeichnis der Kulturdenkmale geprüft, aktualisiert und seit Ende Januar 2020 schrittweise online veröffentlicht.
Die Stadt Wolfsburg zählt neben Buxtehude (Altstadt), Northeim und Nordhorn zu den vier Pilotprojekten in der Bau- und Kunstdenkmalpflege. Als  erste Kommune in Niedersachsen ist sie ab 13. März 2020 mit ihrem Denkmalbestand öffentlich recherchierbar. Mehr als 1.600 Einzeldenkmale der jungen Stadt sowie 100 Gruppen baulicher Anlagen mit ihren Kerndaten werden online aufgeführt. Texte und Abbildungen geben Hintergrundinformationen und erläutern ihre jeweilige Bedeutung als gesetzliche geschützte Denkmale. 

Link zur Seite www.denkmalatlas.niedersachsen.de (öffnet sich in einem neuen Fenster)


Kontakt; Foto: Dark Vectorangel / Fotolia.com

Baudenkmalpflege

Susanne Dreißigacker
Rathaus B, Zimmer 324
Tel: 05361 28-2969

Friederike Hansen
Rathaus B, Zimmer 324
Tel: 05361 28-2166

Rado Velkavrh
Rathaus B, Zimmer 325
Tel: 05361 28-2720

Bodendenkmalpflege

Daniel Pollok
Rathaus B, Zimmer 325
Tel: 05361 28-2491

Stadtbildpflege

Nicole Froberg
Rathaus B, Zimmer 323
Tel: 05361 28-1643

Mit dem Denkmalatlas Niedersachsen, der seit Ende Januar 2020 öffentlich zugänglich ist, werden Niedersachsens Denkmale nicht nur besser erfasst, erforscht und geschützt, sondern auch verständlicher präsentiert. Der Denkmalatlas fußt auf der Denkmaldatenbank des Landes Niedersachsen, in der über 100.000 Bau- und Kunstdenkmale sowie rund 25.000 archäologische Denkmale in Niedersachsen geführt werden.

 
Für Wolfsburg lassen sich mehr als 1.600 Einzeldenkmale der jungen Stadt sowie 100 Gruppen baulicher Anlagen mit ihren Kerndaten recherchieren. Texte und Abbildungen geben Hintergrundinformationen und erläutern ihre jeweilige Bedeutung als gesetzliche geschützte Denkmale. Dazu werden weiterführende Publikationen und Sammlungsbestände angeboten.

Die Funktion „denkmal viewer“ bietet zusätzlich den Denkmalbestand als Kartenansicht. Er basiert auf den Daten des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) und zeigt neben aktuellen Karten auch historische Planwerke.

Die Möglichkeit der Onlinerecherche im Denkmalatlas Niedersachsen dient als erster Einstieg und ergänzt die bestehenden Informationsmöglichkeiten über Kulturdenkmale. Eine rechtsverbindliche Auskunft gibt weiterhin die Untere Denkmalschutzbehörde. 

Link zur Seite: www.denkmalatlas.niedersachsen.de (öffnet sich in einem neuen Fenster)


Für Maßnahmen an einem Baudenkmal oder in dessen Nachbarschaft benötigen Sie eine denkmalrechtliche Genehmigung gemäß Niedersächsischem Denkmalschutzgesetz (NDSchG).

Einer Genehmigung der Denkmalschutzbehörde bedarf, wer ein Kulturdenkmal zerstören, verändern, instand setzen oder wiederherstellen will (§ 10 NDSchG). Genehmigungspflichtig sind ebenso Anlagen in der Umgebung eines Baudenkmals, die das Erscheinungsbild des Denkmals beeinflussen (§ 8 NDSchG).

Der Umfang der genehmigungspflichtigen Maßnahmen an einem Baudenkmal ist weit gefasst. So gehören beispielsweise Anstrich- und Putzarbeiten, Fenstererneuerungen und Dacheindeckungen genauso dazu wie die Reparatur schadhaften Fachwerks, die Anbringung von Werbeanlagen oder die Instandsetzung von Einfriedungen.

Genehmigungsverfahren

Der Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung muss schriftlich erfolgen und ist mit allen erforderlichen Unterlagen 2-fach einzureichen. Es wird empfohlen, alle Maßnahmen vor Antragstellung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg abzustimmen.

Die Benutzung des Antragsformulars erleichtert die Antragstellung.

Antragsformular Denkmalrechtliche Genehmigung (öffnet sich in einem neuen Fenster)

Hinweis

Wer  genehmigungspflichtige Maßnahmen ohne denkmalrechtliche Genehmigung durchführt, begeht eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 35 NDSchG

Gebühren

Die Beratung und die Genehmigung sind gebührenfrei.

Bemerkung

Mit der Durchführung der geplanten Maßnahme darf erst nach Erhalt der Genehmigung begonnen werden.

Steuerliche Abschreibung

Bestimmte Maßnahmen an Baudenkmalen sind nach Einkommensteuergesetz erhöht steuerlich abschreibungsfähig. Mehr Informationen dazu finden Sie unter „Steuerliche Bescheinigung „


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Im Bereich der Bodendenkmalpflege und Archäologie sind alle Veränderungen an einem Bodendenkmal, die Suche nach Kulturdenkmalen sowie Erdarbeiten an einer Stelle, von der gewusst oder vermutet wird oder den Umständen nach angenommen werden muss, dass sich dort Denkmale befinden genehmigungspflichtig nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz (NDSchG):
  • Zerstörungen, Veränderungen, Instandsetzungen oder Wiederherstellung an einem Kulturdenkmal gemäß § 10 NDschG
  • wissenschaftlichen Untersuchungen (Prospektionen und Grabungen) von Kulturdenkmalen gemäß § 12 NDSchG
  • Suche nach Kulturdenkmalen mit technischen Hilfsmitteln (Metallsonde, Magnet, etc.) gemäß § 12 NDSchG
  • Erdarbeiten an einer Stelle, von der gewusst, vermutet oder den Umständen nach angenommen werden muss, dass sich dort Denkmale befinden gemäß § 13 NDschG

Genehmigungsverfahren

Der Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung muss schriftlich erfolgen und ist mit allen erforderlichen Unterlagen 2-fach einzureichen. Es wird empfohlen, alle Maßnahmen vor Antragstellung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg abzustimmen.

Die Benutzung des vorbereiteten Antragsformulars erleichtert die Antragstellung.

Antragsformular Denkmalrechtliche Genehmigung (§ 10 NDSchG)

Hinweise:

Mit der Durchführung der geplanten Maßnahme darf erst nach Erhalt der Genehmigung begonnen werden.

Werden genehmigungspflichtige Maßnahmen ohne denkmalrechtliche Genehmigung durchgeführt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 35 NDSchG.

Alle archäologischen Bodenfunde sind sofort der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg zu melden. Diese prüft ob es sich bei dem Bodenfund um ein Kulturdenkmal im Sinne des NDSchG handelt. Hierbei ist die Fundstelle unverändert zu belassen.

Die denkmalrechtliche Genehmigung beinhaltet nicht die privatrechtlichen Genehmigungen über Zugang und Nutzung von Flächen und wird vorbehaltlich weiterer öffentlich-rechtlicher Genehmigungserfordernisse erteilt.

Gebühren

Die Beratung und die Genehmigung sind gebührenfrei.


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Für Maßnahmen an baulichen Anlagen im Geltungsbereich einer Erhaltungssatzung benötigen Sie eine Genehmigung nach der für den jeweiligen Bereich geltenden Satzung. 

Einer Genehmigung nach § 173 BauGB bedarf, wer im Geltungsbereich einer Erhaltungssatzung die Errichtung, den Rückbau die Änderung oder die Nutzungsänderung baulicher Anlagen beabsichtigt.
Erhaltenswert im Sinne der Satzung sind bauliche Anlagen, die allein oder im Zusammenhang mit anderen baulichen Anlagen das Ortsbild oder die städtebauliche Gestalt prägen, das heißt prägende Gestaltmerkmale aufweisen, oder sonst von städtebaulicher, geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung sind.

Genehmigungsverfahren

Der Antrag auf Genehmigung nach § 173 BauGB muss schriftlich erfolgen und ist mit allen erforderlichen Unterlagen 2-fach einzureichen. Es wird empfohlen alle Maßnahmen vor Antragstellung mit der Stadtbildpflege der Stadt Wolfsburg abzustimmen.

Die Benutzung des Antragsformulars erleichtert die Antragstellung.

Link: Antragsformular auf Genehmigung nach § 173 BauGB (Erhaltungssatzung)

Gebühren

Die Beratung und die Genehmigung sind gebührenfrei

Bemerkung

Mit der Durchführung der geplanten Maßnahme darf erst nach Erhalt der Genehmigung begonnen werden.

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Der Staat  fördert gemäß Einkommenssteuergesetz (EStG) die Erhaltung von Baudenkmälern durch eine erhöhte steuerliche Abschreibungsmöglichkeit. Berücksichtigt werden bei einem Baudenkmal alle Aufwendungen, die zur Erhaltung des Baudenkmals (Innen und Außen) oder zu seiner sinnvollen Nutzung zwingend erforderlich sind.

Die entsprechende Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt können Sie bei der Unteren Denkmalschutzbehörde beantragen.

Das zuständige Finanzamt legt fest, ob steuerliche Herstellungs- oder Erhaltungskosten im Sinne der Paragrafen 7i, 10f, 11b EStG oder hiernach nicht begünstigte andere Kosten vorliegen.

Die Benutzung des Antragsformulars erleichtert die Antragstellung.

Muster für einen Antrag auf Ausstellung einer Bescheinigung nach den Paragrafen 7i, 10f und 11b EStG (öffnet sich in einem neuen Fenster)

Für den Sonderfall einer Steuerbegünstigung für schutzwürdige Kulturgüter, die weder zur Einkunftserzielung noch zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden gemäß  Paragraf 10g EStG ist folgendes Formular zu nutzen.

Muster für einen Antrag auf Ausstellung einer Bescheinigung nach Paragraf 10g EStG (öffnet sich in einem neuen Fenster)

Voraussetzungen für eine Bescheinigung: 

Die Maßnahmen müssen im Vorfeld denkmalrechtlich genehmigt und im Detail abgestimmt sein. 

Erforderliche Unterlagen:

  • Kostenaufstellung, nach Gewerken geordnet
  • Originalrechnungen, anhand der Kostenaufstellung durchnummeriert (Rechnungskopien können nicht anerkannt werden)
  • denkmalrechtliche Genehmigung, aus der hervorgeht, dass die Baumaßnahmen mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt sind
  • gegebenenfalls Nachweis für Zuwendungen/ Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln

Gebühr für die Erstellung einer Bescheinigung

Die Berechnung der Gebühr erfolgt nach Arbeitsaufwand der bescheinigten Aufwendungen. Sie beträgt aber mindestens 100 Euro.

Hinweis

Zu steuerlichen Einzelheiten sollten Sie einen Steuerberater kontaktieren. Hilfe bietet auch die Broschüre der Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (Band 59) „Denkmäler im Privateigentum – Hilfe durch Steuererleichterungen“.

http://www.dnk.de/_uploads/media/2075_10_DNK-Denkmaeler-Privateigentum-Bd-59.pdf (*PDF - öffnet sich in einem neuen Fenster)

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Da bei der Suche mit dem Metalldetektor die Möglichkeit besteht, ein Kulturdenkmal zu Tage zu fördern, ist in Niedersachsen eine Genehmigung nach dem Denkmalschutzgesetz gemäß § 12 NDSchG erforderlich.

Um zu verhindern, dass Sie und das Kulturdenkmal zu Schaden kommen, ist eine vorherige theoretische und praktische Weiterbildung beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in der Regel Voraussetzung für die Erteilung dieser Genehmigung. Sollten Sie Interesse am Sondieren mit einem Metalldetektor haben - oder bereits „sondeln“ - setzen Sie sich bitte mit der Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg in Verbindung. 

Genehmigungsverfahren

Der Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung muss schriftlich erfolgen und ist mit allen erforderlichen Unterlagen 2-fach einzureichen. Es wird empfohlen, alle Maßnahmen vor Antragstellung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Wolfsburg abzustimmen.

Die Benutzung des vorbereiteten Antragsformulars erleichtert die Antragstellung.

Link: Antragsformular Denkmalrechtliche Genehmigung (§ 10 NDSchG)

Hinweis: 

Mit der Benutzung einer Metallsonde darf erst nach Erhalt der Genehmigung begonnen werden.

Die Suche mit einem Metalldetektor ohne denkmalrechtliche Genehmigung stellt eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 35 NDSchG dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Die denkmalrechtliche Genehmigung beinhaltet nicht die privatrechtlichen Genehmigungen über Zugang und Nutzung von Flächen und wird vorbehaltlich weiterer öffentlich-rechtlicher Genehmigungserfordernisse erteilt.

Gebühren

Die Beratung und die Genehmigung sind gebührenfrei.

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Bildergalerie

Online-Antrag für eine denkmalrechtliche Genehmigung

Veränderungen an einem Kulturdenkmal, die in die Substanz eingreifen oder das Erscheinungsbild verändern, bedürfen vor Beginn der Maßnahme einer Genehmigung der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde.

Einfamilien-hausquartiere in Detmerode

Handlungsleitfaden für die Modernisierung

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